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S&P-Branchenanalyse : Agrochemie: Fruchtbarer Boden für Investoren

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Die Agrochemiebranche zeigt relative Stärke Bild: dpa

S&P sieht gesundes Wachstum für Agrochemiewerte. Die Branche zeigt eine relative Stärke.

          S&P untersucht regelmäßig Branchen nach ihrer relativen Stärke und fasst die besten zusammen. Dies sind elf Industriezweige, die in den vergangenen sechs Monaten Benotungen auf Grund ihrer besseren Performance als der Gesamtindex fünf "S&P-Stars" erhielten (vgl. Tabelle) und damit die höchste Bewertung. Dabei handelt es sich um jene Branchen, die - basierend auf der Entwicklung ihrer Indizes in den vorangegangenen sechs Monaten - zu den obersten zehn Prozent der 115 Industriezweige des S&P Super 1500 zählen. Der S&P Super 1500 setzt sich aus dem S&P 500, dem S&P MidCap 400 und dem S&P SmallCap 600 zusammen.

          Ein Blick zeigt, dass es sich bei den gut laufenden Branchen hauptsächlich um wirtschaftlich sensible Bereiche wie den Konsumgüter-, den Industrie- und den Rohstoffsektor handelt. Eine der Branchen, die seit den letzten Wochen auf der Liste zu finden ist, ist der Bereich Düngemittel & Agrochemie, den der S&P-Analyst Richard O'Reilly beobachtet.

          S&P-Index für Agrochemie steigt um 25 Prozent

          In den 13 Wochen bis zum 11. Januar 2002 stieg der S&P Düngemittel & Agrochemie-Index - er umfasst Unternehmen, die Düngemittel für die Landwirtschaft sowie Produkte für Rasen und Garten herstellen - um 24,8 Prozent gegenüber einer Verbesserung um 5,7 Prozent im S&P Super 1500. Nur drei Anbieter gehören zu diesem Index: Die Düngemittelhersteller IMC Global und Mississippi Chemical und der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln Scotts.

          S&P gibt nur für einen der beiden Düngemittelhersteller eine Investitionsempfehlung ab: IMC. Angesichts guter Wachstumsaussichten für die Branche in 2002 setzte O'Reilly Mitte Dezember 2001 die Bewertung für die IMC Aktie auf „Kaufen“ hoch. Er geht von einer Absatzverbesserung des Unternehmens sowohl im Binnenmarkt als auch beim Exportgeschäft aus, obwohl die Phosphatpreise sich eher nur geringfügig erholen werden. IMC verkaufte kürzlich den größten Teil seiner Vermögenswerte außerhalb der Düngemittelsparte.

          Agrochemie-Werte sind Zykliker

          O'Reilly weist darauf hin, dass die Märkte für Düngemittel saisonabhängig und zudem starken Schwankungen unterworfen sind. Die Nachfrage ist von einer Reihe unterschiedlicher Faktoren abhängig: Getreidepreise, staatliche Landwirtschaftsprogramme, Größe der Anbaufläche, Anbau verschiedener Getreidesorten, Wetterverhältnisse, Anbaumethoden, Kurs des US-Dollar. Im Getreideanbau ist der Einsatz von Düngemitteln in den USA am größten. Er macht rund 43 Prozent des gesamten Inlandsverbrauchs aus.

          Landwirtschaft und Düngemittelmarkt sind in den USA weitestgehend gesättigt. Demzufolge lässt sich an den jährlichen Schwankungen bei der Nachfrage von Düngemitteln ablesen, inwieweit Flächen landwirtschaftlich genutzt und Düngemittel eingesetzt werden. Laut O´Reilly bietet sich in den Entwicklungsländern Asiens und Lateinamerikas langfristig ein größeres Wachstumspotenzial. Der Bevölkerungsanstieg, steigende Einkommen und die Forderung nach besseren Lebens- und Ernährungsbedingungen erhöhen die Notwendigkeit für Getreideanbau in dieser Region, bemerkt der Analyst.

          Was das dritte Unternehmen in dem Index betrifft, so empfiehlt S&P „Halten“ für die Scotts-Aktie. O'Reilly weist darauf hin, dass das Geschäft generell saisonabhängig ist. In den USA werden die meisten Umsätze in dem Zeitraum Februar bis Juni getätigt, da diese Produkte dem Wachstum und der Pflege von Rasen und Garten dienen.

          Bei nassem Wetter geht der Absatz an diesen Produkten in der Regel zurück, sagt O´Reilly. Und er fügt hinzu, dass Unternehmen in dieser Branche hohe Summen für Werbung ausgeben müssen, um Marken aufzubauen und die Aufmerksamkeit der Kunden auf ganz bestimmte Produkte zu lenken.

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