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S&P-Analyse : S&P stuft Gesundheitsbranche herunter

  • -Aktualisiert am

S&P ist skeptisch für die Gesundheitsbranche Bild: Dieter Klein/STOCK4B

S&P hält Ausgabenkürzungen im Medicare-Bereich für problematisch für Hersteller von Arzneimitteln und medizinischen Geräten.

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          Standard & Poor's hat in seiner empfohlenen Aktien-Allokation die Gesundheitsbranche von marktgewichten auf untergewichten gesenkt. Das bedeutet, dass die Anleger ihre Bestände an Titeln aus diesem Bereich unter die Branchengewichtung im S&P-500-Aktienindex reduzieren sollten.

          Wir sind der Ansicht, dass die Bemühungen der US-Regierung auf Bundesebene und in den einzelnen Bundessstaaten um eine Senkung der Arzneimittelpreise, der Wettbewerb in vielen therapeutischen Schlüsselbereichen, die Flut von Generika und eine konservativere Politik im Bereich Nahrungs- und Arzneimittel die Branche weiterhin unter Druck setzen werden. Darüber hinaus könnten Budgetprobleme die Erstattungen im Bereich neue medizinische Technologien gefährden.

          Möglicherweise könnte es Einschränkungen bei den Erstattungen für medizinische Geräte geben, da Medicare derzeit über ein sogenanntes budgetneutrales Umfeld entscheidet. Das heisst, dass Medicare die Ausgaben (wie zum Beispiel für eine Medicare-Arzneimittelbeihilfe) nur dann erhöhen wird, wenn im Gegenzug in anderen Bereichen (Geräte, Krankenhäuser, et cetera) Kürzungen stattfinden. Da Medicare bereits angekündigt hat, dass es in diesem Jahr keine Kürzung bei den Krankenhaussätzen geben wird, glauben wir, dass wahrscheinlich Einsparungen bei medizinischen Geräte wie zum Beispiel Defibrillatoren, Schrittmachern und Stents geplant sind. Noch steht nichts fest, aber wir verfolgen diese Entwicklung selbstverständlich weiter.

          Mehrheit der Werte meiden oder verkaufen

          Wir beurteilen ausgewählte Titel aus dem Bereich Krankenhäuser, HMO, medizinische Geräte und Service noch immer positiv. Pharmawerten gegenüber, darunter Schering-Plough, Eli Lilly und Immunex, die alle ein Ranking von 1 STAR (verkaufen) haben, sind wir dagegen pessimistisch. Amgen und Merck werden mit 2 STARS (meiden) bewertet. Wir sind ebenfalls pessimistisch, was die Hersteller von medizinischen Geräten Bausch & Lomb, C.R. Bard und Inhale Therapeutics angeht, die mit 2 STARS bewertet werden. Für Datascope gibt S&P eine 1-STAR-Empfehlung.

          Im Biotech-Sektor stufte S&P-Analyst Frank DiLorenzo kürzlich Amgen auf meiden und Immunex auf verkaufen zurück, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Fusion der beiden Unternehmen mit Risiken behaftet ist. Noch entscheidender ist aber, dass Immunex' Medikament gegen Arthritis, Enbrel, das den Kern seines Geschäfts bildet, auf starke Konkurrenz von Abbott Labs treffen wird.

          Hohes Risiko bei Biotechwerten

          Das Problem gesättigter Bereiche im Arzneimittelgeschäft gibt es nicht nur bei den Large Caps aus der Pharmazie: Es erstreckt sich auch auf den Biotech-Sektor. In Kombination mit extremen Bewertungen im Biotech-Bereich, der eine sehr enge Produktpalette hat, und der Möglichkeit starker Bewertungskorrekturen, falls die FDA einem Arzneimittel die Zulassung verweigert, ist das Risiko, dass die Anleger mehr Geld aus diesem Bereich abziehen werden, ziemlich hoch.

          Aus diesen Gründen glauben wir, dass sowohl Titel aus dem pharmazeutischen Bereich als auch Biotech-Aktien in den nächsten sechs Monaten mit ihrer Performance unter dem S&P-500-Index liegen werden. Möglicherweise werden auch im Bereich medizinische Geräte einige ins Straucheln geraten.

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