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S&P-Analyse : Pixelpark muss man nicht haben

  • -Aktualisiert am

Pixelpark-Chef Paulus Neef kämpft gegen mehr als einen Sturm im Wasserglas Bild: dpa

Auch nach der Aufstockung des Engagements von Bertelsmann setzt Marko Roeder von Standard & Poor's wenig Vertrauen in die Aktie von Pixelpark.

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          Wir beginnen unsere Ersteinschätzung von Pixelpark mit einer Verkaufsempfehlung. Während die Umsätze im ersten Quartal auf Jahresbasis um 34 Prozent auf 26,1 Millionen Euro zunahmen, erzielt das Unternehmen weiterhin negative Cash Flows. Mit zwölf Millionen Euro hat der operative Verlust ein neues Rekordniveau erreicht.

          Das operative Ergebnis litt nicht nur unter der geringeren Kapazitätsauslastung, sondern wurde auch massiv von dem deutlichen Wertverfall der Venturepark-Beteiligung und anderen einmaligen Abschreibungen belastet, die sich auf ingesamt sechs Millionen Euro belaufen. Mit einem Nettoverlust von 24 Millionen Euro fiel die Nettomarge auf minus 95,6 Prozent (verglichen mit minus 7,7 Prozent im Vorjahresquartal).

          Verzögerungen und Qualitätsprobleme

          Das Management führt den Zusammenbruch der Profitabilität auf ein geändertes Investitionsverhalten der Kunden und einen höheren Wettbewerb zurück. Wir glauben, dass Pixelpark zu lange gewartet hat, seine Kapazitäten und Kostenstruktur an diese neuen Marktbedingungen anzupassen. Im Hinblick auf den dramatischen Produktivitätseinbruch muss das Unternehmen seinen Liquiditätsverbrauch begrenzen. Derzeit hält das Management an seinem Plan fest, 200 Mitarbeiter zu entlassen (etwa 20 Prozent des Personals). Das dürfte hohe Kosten nach sich ziehen, zumal gerade ein Betriebsrat gebildet wurde. Darüberhinaus hat Pixelpark gerade eine Reihe von Projekten aufgrund von nicht eingehaltenen Terminen und Qualitätsproblemen verloren, was nahelegt, dass es um die Qualitätssicherung seines Humankapitals ringt.

          Bertelsmann-Engagement dient eher der Schadensbegrenzung

          Obwohl die zusätzliche Beteiligung von Bertelsmann in Höhe von 14,9 Millionen Euro sicher den Wandel im Unternehmen erleichtert, befürchten wir, dass damit kein langfristiger Vertrauensbeweis verbunden ist. Wir glauben, dass Bertelsmann wegen seiner risikoreichen Beteiligung in erster Linie an Schadensbegrenzung interessiert ist. Mittelfristig könnte Bertelsmann sein Engagement vom Erfolg der laufenden Umstrukturierung abhängig machen, insbesondere von dem geplanten Strategiewechsel.

          Im laufenden Jahr wird Pixelpark seine Wachstumsprobleme überwinden und gleichzeitig die Restrukturierung vorantreiben müssen. Angesichts der jüngsten Kursrally auf Kurse um elf Euro nach der Bertelsmann-Aufstockung rechnen wir mit einem erheblichen Abwärtspotenzial. Bis Ende 2001 sollten Anleger auf den Fortschritt der Restrukturierung und Bertelsmanns Reaktion darauf achten. Als Ergebnisse pro Aktie erwarten wir minus 0,65 Euro für 2001 und 0,10 Euro für 2002.

          Kursverlauf Pixelpark seit Oktober 1999

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