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S&P-Analyse : Ölpreis sorgt an den Börsen für ein böses Erwachen

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Der Aktienmarkt hat nun schon die zweite Woche in Folge mit dem starken Preisanstieg bei Rohöl und anderen Rohstoffen zu kämpfen. Der S&P 500 fiel auf seinen niedrigsten Tagesstand seit Januar, während der Nasdaq einige entscheidende Unterstützungszonen verpaßte und sich nun auf seinem niedrigsten Stand seit Anfang November 2004 befindet. Solange es keine Anzeichen dafür gibt, daß der Tiefpunkt erreicht ist, bleiben wir weiterhin vorsichtig.

          Wir haben schon seit einiger Zeit das Gefühl, daß der Aktienmarkt den Einfluß von Preisänderungen bei Rohöl und vielen anderen Rohstoffen bisher immer unterschätzt hat. Dies überrascht uns freilich nicht, da viele Anleger entweder noch nie eine Phase steigender Rohstoffpreise miterlebt haben oder sich nur noch sehr entfernt daran erinnern. In den vergangenen 20 Jahren bewegten sich die Rohölpreise meist im Bereich zwischen 15 und 30 Dollar. 1986 und 1998 fielen sie für eine sehr kurze Zeit auf um die zehn Dollar und 1990 und 2000 stiegen sie über 30 Dollar. Meist gab es in den vergangenen zwanzig Jahren nur vorübergehende Preissprünge von sehr kurzer Dauer.

          Langfristiger Preisanstieg bei Rohöl und anderen Rohstoffen

          Was wir nun erleben ist, wie wir glauben, ein langfristiger Preisanstieg nicht nur bei Rohöl sondern auch bei vielen anderen Rohstoffen. Wir haben von vielen Marktkommentatoren immer wieder unzählige Erklärungen für den enormen Anstieg der Rohölpreise gehört, wobei viele nichts mit dem einfachen Prinzip von Angebot und Nachfrage zu tun hatten. Es ist wie auf dem Aktienmarkt, wo viele Skeptiker in einer Haussephase zu weiter steigenden Kursen beitragen. Die Skepsis in Bezug auf die Rohstoffpreise ist wahrscheinlich eher verständlich, angesichts der Tatsache, daß der CRB-Index von 1980 bis 2001 in der Baisse war. Wenn die Markttendenz über Jahrzehnte hinweg in eine Richtung weist, dauert es lange bis die Anleger an einen neuen, entgegengesetzten Trend glauben.

          Die Rohölpreise haben ihren Aufwärtstrend in dieser Woche fortgesetzt und erreichten am Donnerstag ein absolutes Tageshoch von 57,60 Dollar, womit sie sogar das Tageshoch in Höhe von 55,65 Dollar vom Oktober in den Schatten stellten. Am Freitag schloß der Rohölpreis außerdem mit 56,72 Dollar auf dem bisher höchsten Stand und übertraf damit das Schlußhoch von 55,17 Dollar vom Oktober. Wir glauben, daß der derzeitige Aufwärtstrend die Rohölpreise auf unser nächstes technisches Ziel im Bereich zwischen 63 und 65 Dollar tragen wird. Die Obergrenze des seit 2001 geltenden Bullenmarktbandes für Rohöl liegt bei 63 Dollar, wenn wir etwa zwei Monate in die Zukunft gehen. Die Fibonacci-Analyse liefert uns ein Ziel von etwa 65 Dollar bei einem Ausblick auf etwa zweieinhalb Monate. Die Breite der letzten Korrektur (bezogen auf Tagespreise) betrug 15,40 Dollar. Multipliziert man 15,40 mit 1,618 und addiert dann den Preis am Tiefpunkt der Korrektur, ergibt sich ein Ziel von 65,15 Dollar.

          Es könnte lange dauern, bis die Rohstoffpreise ein neues Hoch erreicht haben

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