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S&P-Analyse : Lambda Physik trotz hoher Bewertung ein Kauf

  • -Aktualisiert am

Lamda Physik ist gut im Geschäft mit Lasern Bild: ZB - Fotoreport

Vor dem Hintergrund des starken Auftragseinganges hat Lambda Physik seine Prognosen nach oben revidiert. S&P empfiehlt die Aktie zum Kauf.

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          Für das erste Quartal seines Geschäftsjahres hat Lambda Physik, weltweiter Technologie- und Marktführer bei Ultraviolett(UV)-Lasern, einen Umsatzanstieg von 58 Prozent auf 33,3 Millionen Euro ausgewiesen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 61 Prozent auf 5,3 Millionen Euro. Wir empfehlen die Aktie zum Kauf.

          In der gegenwärtigen Marktverfassung dürfte jede Verbindung mit Halbleiterherstellern Investoren eher beunruhigen. Wir verweisen jedoch auf die Qualitätsführerschaft des Unternehmens im Bereich der High-End-Laser und darauf, dass Lambda Physik mit seinen Produkten die Technologie zur Produktion der nächsten Generation von Halbleitern liefert.

          Geschäftsprognosen nach oben revidiert

          Darüber hinaus sollte es die Strategie der Gesellschaft, ihre Produktpalette zu erweitern, ermöglichen, künftig unter zyklischen Schwankungen weit weniger zu leiden. Vor dem Hintergrund des starken Auftragseinganges hat Lambda Physik seine Prognosen bereits nach oben revidiert: So erwartet die Gesellschaft für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 30-35 Prozent gegenüber den vorher prognostizierten 25-30 Prozent.

          Unsere Gewinnschätzungen je Aktie für 2001 und 2001 lauten 0,95 und 1,52 Euro. Die darauf basierenden Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 66 und 41 mögen zwar Erinnerungen an die KGV-Niveaus von vor zwölf Monaten am Neuen Markt wecken, sind auf Grund der Positionierung des Unternehmens in Wachstumsbranchen, der soliden finanziellen Situation und den Rekordergebnissen durchaus angemessen. Die Aufnahme von Lambda Physik in den Nemax-50-Index am 19. März sollte darüber hinaus das Interesse weiterer Investoren wecken.

          Wachstumsbereich Mikrolithographie

          Obwohl das Unternehmen - eine Tochter der amerikanischen Coherent-Gruppe, dem Weltmarktführer bei Nicht-UV-Lasern - auch Laser für spezielle industrielle, medizinische und wissenschaftliche Anwendungen liefert, liegt das Hauptwachstumsfeld in den vergangenen Jahren im Bereich der Mikrolithographie. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stiegen die Umsätze im Segment Mikrolithographie gegenüber dem Vorjahr um 86 Prozent. UV-Mikrolithographie ist eine der Schlüsseltechnologien für die Herstellung hochpräziser Schaltkreise im Halbleiterbereich. Das weltweite Marktvolumen für diesen Bereich wird 2002 auf 7,7 Milliarden Dollar geschätzt - mehr als doppelt soviel wie die 1998 umgesetzten 2,8 Milliarden Dollar.

          „Größter Auftrag der Unternehmensgeschichte“

          Mit einem F&E-Etat von 14 bis 16 Prozent des Umsatzes, mehr als doppelt so viel wie im Branchendurchschnitt, hat das Unternehmen einen beeindruckenden Innovationsrekord über die Jahre aufgebaut. 1977 hat Lamda Physik den ersten kommerziell nutzbaren Excimerlaser eingeführt und ist auch bei diodengepumpten Festkörperlasern zum Weltmarktführer aufgestiegen. Excimerlaser sind im UV-Spektralbereich die leistungsfähigsten und am vielseitigsten anwendbaren Laser. Von Japan Steel Works hat das Unternehmen gerade einen Auftrag mit einem Volumen von insgesamt 22,3 Millionen Euro erhalten, der größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte. Auftragsgegenstand ist die Lieferung von Excimerlasern für die Produktion von TFT-Flachbildschirmen für Navigationssysteme, Mobiltelefone, digitale Kameras und Laptops.

          Das strategische Ziel von Lambda Physik ist es, die momentane Technologie- und Marktstellung zu behaupten und in weitere Geschäftsbereiche wie den Automobil-, Luftfahrt- und Live-Science-Sektor zu expandieren. In den Vereinigten Staaten wurde dazu ein Applikationszentrum eröffnet, wo in enger Zusammenarbeit mit den Kunden industrielle Lasertechnologie entwickelt werden soll. Darüber hinaus sind eine Erhöhung der Produktionskapazitäten und strategische Akquisitionen geplant. So wurde erst kürzlich der 46-prozentige Anteil an Microlas, einem Hersteller von Komponenten wie Tintenstrahldruckköpfen, auf 90 Prozent erhöht.

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