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S&P-Analyse : Gedämpfte Ertragserwartung bei Douglas

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Douglas - stetig im Wandel Bild: douglas

Douglas ist zwar meisterhaft im Wandel, aber das begrenzt den Ertrag, meint Analyst Thomas Miskell von S&P MarketScope.

          Douglas ist seit langer Zeit eines der überragenden Konsumgüterunternehmen in Deutschland und wurde mit einer Prämie von 20 bis 30 Prozent über dem Markt gehandelt. Obwohl der Einzelhandel in den vergangenen zehn Jahren mit stagnierenden Umsätzen und schrumpfenden Margen zu kämpfen hatte, schlug sich Douglas gut und passte sich an verändertes Nachfrageverhalten an.

          Aber das Unternehmen konnte nicht vermeiden, dass die Bruttoumsatzrendite von 8,9 Prozent im Jahr 1991 auf 4,7 Prozent im Jahr 1992 fiel, bevor sie sich auf 5,9 Prozent erholen konnte im vergangenen Jahr. Das war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir fürchten, dass das Unternehmen die frühere Sonderstellung nicht wieder erlangen wird. Denn eine entsprechende Unternehmensentwicklung oder ein Umsatzsprung ist nicht absehbar. Unsere Ergebnisschätzung ergibt 2,10 Euro pro Aktie für das Jahr 2001 und 2,40 Euro für 2002. Bezugsrechte wurden dabei nicht berücksichtigt. Mit einem KGV von 17,8 und 15,6 liegt die Bewertung am oberen Ende vergleichbarer Unternehmen. Wir sehen nur wenig Kurspotenzial und stufen den Wert auf „Hold“.

          Wachstum von Konjunktur abhängig

          Der Umsatz im ersten Quartal 2001 stieg - angepasst um Verkäufe - um 8,4 Prozent auf 494 Millionen Euro. Das operative Ergebnis lag bei minus 4,1 Millionen Euro, allerdings über Plan. Das Management bleibt bei seiner Prognose und erwartet einen Umsatz- und Gewinnanstieg für das Gesamtjahr von acht bis zehn Prozent. Das ist durchaus plausibel, dürfte allerdings von der weiteren Konjunkturentwicklung in Deutschland abhängen. Wir betonen, dass es dem Unternehmen in schlechten Zeiten relativ gut geht, da dann die Kunden die Qualitätsprodukte mit günstigem Preis-Leistungsverhältnis schätzen. Allerdings könnten gestiegene Ölpreise am Jahresende einen Strich durch die Rechnung machen. Die Umsätze im Inland tragen 79 Prozent zum Umsatz bei und sogar mehr zum Ertrag. So besteht eher ein Risiko nach unten, als eine Chance.

          Douglas kann man als Schrittmacher für Unternehmenswandel bezeichnen. Das Unternehmen hat nie gezögert, wenig versprechende oder verlustbringende Teile aufzugeben. In den vergangenen zwei Jahren wurden so das Kosmetikgeschäft und die Cafés abgegeben. Die Strategie zielt auf die Expansion des Parfum-Geschäfts, vor allem im Ausland, möchte verstärkt auf die Qualitätsmarken setzen, will die Phoenix-Buchläden weiter ausbauen und die Gewinnmarge im Schmuckbereich von 8,6 Prozent auf den Durchschnitt der Gruppe von 10,2 Prozent erhöhen. Wir denken, dass vor allem letzteres möglich sein wird.

          „Wachstumszwang“ dämpft Gewinnerwartungen

          Douglas ist gezwungen, die Geschäfte mit hohen Margen auszubauen um seine Marktposition zu verteidigen. Das dämpft die Gewinnerwartungen. Jede Neueröffnung beinhaltet nicht nur Anfangsinvestitionen, sondern auch Startphasen unterschiedlicher Länge. So sind die Margen im Ausland immer geringer als im Inland. Dazu kommen laufende Kosten für drei E-Commerce-Projekte in Höhe von 12,3 Millionen Euro in 2000 im Parfum-, Schmuck- und Buchbereich.

          Der Chart zeigt den Kursverlauf von Douglas seit Anfang 1999

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