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S&P-Analyse : Ein klägliches Quartal für Chipausrüster

  • -Aktualisiert am

Die Halbleiterhersteller sparen an ihrer Ausrüstung Bild: dpa

Die Branche leidet schwer unter leeren Auftragsbüchern - die Chiphersteller haben ihre Investitionen stark zurückgefahren.

          Angesichts der trüben Branchenaussichten und sehr hohen Bewertungen rät S&P zur Vorsicht. Das Ende des dritten Berichtsquartals ist eine günstige Gelegenheit, die Lage der Ausrüster von Chipherstellern zu prüfen. Die wichtigste Messgröße in diesem Bereich ist das Auftragswachstum als Indikator für die künftige Umsatz- und Gewinnentwicklung. Für die drei größten Unternehmen, die ihre Ergebnisse für das dritte Quartal bereits veröffentlicht haben - Novellus Systems, Teradyne und KLA-Tencor - fiel die Auftragslage zum größten Teil enttäuschend aus.

          Novellus Systems ist der zweitgrößte Hersteller im Bereich Depositionsausrüstung und marktführend auf dem Gebiet der Kupfer-Elektroplattierung. Novellus genießt auf Grund seiner starken Position im Kupferbereich einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Daneben ist es der Unternehmensleitung gelungen, die Kostenquote geschickt an das Produktionsvolumen anzupassen.

          Die Aufträge bleiben weg

          Im Vergleich zum zweiten Quartal, in dem das Umsatzplus von Novellus gegenüber der Vorperiode noch 31 Prozent betrug, konnte im dritten Quartal lediglich ein Anstieg von vier Prozent verzeichnet werden. Schuld daran war die sich abschwächende Nachfrage nach Depositionsausrüstung. Im dritten Quartal nahmen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal um 27 Prozent ab, nachdem sie im ersten Quartal um 59 Prozent und im zweiten Quartal um 58 Prozent (jeweils gegenüber der Vorperiode) gestiegen waren. Für das vierte Quartal rechnet Novellus mit einem weiteren Umsatz- und Auftragsrückgang.

          Der Gewinn von Novellus lag im dritten Quartal bei drei Cents je Aktie. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen auf Grund von Kostensenkungen einen Anstieg auf elf Cents je Aktie. Angesichts des jüngsten Auftragsrückgangs haben wir unsere Schätzungen für den Gewinn je Aktie von 35 Cents auf 25 Cents für 2002 und von 1,20 Dollar auf 51 Cents für 2003 zurückgenommen. Unserer Meinung nach ist die kürzlich bei 31,60 Dollar notierende Aktie auf Basis des Kurs-Umsatz-Verhältnisses (KUV) sehr teuer und damit entsprechend anfällig. Wir raten deshalb derzeit, den Titel zu meiden.

          Teradyne von „Meiden“ auf „Verkaufen“ herabgestuft

          Bei Teradyne handelt es sich um den größten Produzenten von Halbleitertestgeräten. Trotz des noch respektablen Wachstums bei Umsatz und Auftragseingang wurde die Gewinnsituation des Unternehmens stark in Mitleidenschaft gezogen. Grund hierfür sind die im Verhältnis zum Umsatz hohen Herstellungs- und Betriebskosten. In den vergangenen vier Quartalen verbuchte Teradyne einen kumulativen Nettoverlust von 407 Millionen Dollar, was einem Verlust von etwa 2,24 Dollar je Aktie entspricht. Das Unternehmen spricht vom schwierigsten Marktumfeld seit seiner Gründung vor 42 Jahren.

          Mit Blick auf die kommenden drei Quartale rechnen wir bei Teradyne weiter mit erheblichen Verlusten. Die träge Nachfrage nach Elektronikprodukten in Verbindung mit einem nachlassenden Verbrauchervertrauen und schwachen Unternehmensgewinnen hat die Investitionsfreudigkeit der Chiphersteller schrumpfen lassen. Nach den Gewinnwarnungen von Halbleiterproduzenten wie Philips oder Hitachi im September haben wir die Aktien von „Meiden“ auf „Verkaufen“ herabgestuft. Bei ungefähr 12,50 Dollar wird die Teradyne-Aktie derzeit mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,1 gehandelt, was weit über den historischen Zyklustiefständen von ca. 0,8 liegt.

          KLA-Tencor bleibt in der Krise profitabel

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