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S&P-Analyse : Der Markt stößt an eine Grenze

  • -Aktualisiert am

Die wichtigen Indizes sind an starke Widerstände gestoßen. Während es kurzfristig zu einem Rückgang kommen kann, sieht S&P keine Hinweise auf einen langfristigen Abwärtstrend.

          Am 23. Juni hat ein erheblicher Rückgang auf dem Aktienmarkt all die schwer verdienten Gewinne der vergangenen Wochen zunichte gemacht. Wir sind der Ansicht, daß dies den gegenwärtigen Aufwärtstrend auf eine harte Probe stellt. Mit 60 Dollar pro Barrel ist der Rohölpreis auf eine neue Rekordhöhe gestiegen.

          Während der Ölpreis teilweise für den großen Ausverkauf verantwortlich gemacht wurde, sehen wir in den technischen Bedingungen auf dem Aktienmarkt weitere Gründe für die Kursschwäche. Dabei handelt es sich unserer Einschätzung nach um einen kurzfristigen Rückgang; wir gehen nicht davon aus, daß die Aktienkurse über längere Zeit fallen.

          Rückschläge an der Nasdaq mit hohem Umsätzen verbunden

          Der Kampf des Nasdaq mit der 2.100-Punkte-Marke hat in der vergangenen Woche eine interessante Wendung genommen. Der Index stieg am 23. Juni auf Intraday-Basis auf 2.106,57 Punkte, der höchste Stand seit dem 10. Januar. Dabei erweckte der Index den Anschein, als würde er schließlich nach oben ausbrechen. Diese Entwicklung sowie günstige Ergebnisse bei den Halbleitern bescherten dem Nasdaq sehr gute Aussichten. Der Philadelphia-Halbleiter-Index (SOX) stieg an diesem Tag um bis zu 3 Prozent und steuerte auf die Höchststände vom Februar und vom Dezember 2004 zu.

          Das neue Allzeithoch von 60 Dollar beim Ölpreis in Verbindung mit schwachen Unternehmenszahlen und einem überkauften Aktienmarkt haben den Nasdaq und den SOX-Index jedoch drehen lassen. Der Nasdaq fiel schließlich zurück unter 2.100 auf 2.071 Punkte, ein Rückgang von 1,7 Prozent vom Tageshoch. Halbleiterpapiere gingen noch stärker zurück; der SOX-Index schloß 2,5 Prozent tiefer als der Tageshöchststand.

          Allerdings war der Rückschlag bei der Marke von 2.100 Punkten unserer Einschätzung nach dieses Mal etwas beunruhigender, da die Umsätze sehr hoch lagen. An der Nasdaq wurden ungefähr 2,1 Milliarden Aktien gehandelt, weit mehr als der 50-Tages-Durchschnitt von 1,7 Milliarden. Abgesehen vom Handelsvolumen am 17. Juni - dem Tag des Hexensabbat -, waren dies die höchsten Umsätze an der Nasdaq seit dem 29. April.

          Der Rückgang am vergangenen Freitag brachte den Index unter den jüngsten Schluß-Tiefstand von 2.060,18 Punkten. Nun testet der Nasdaq die Intraday-Tiefs vom Juni im Bereich von 2.053 Punkten. Zusätzliche Unterstützung kommt vom exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt bei 2.041 Punkten und vom exponentiellen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 2.020 Punkten. Gute Chartunterstützung liegt im Bereich von 2.020 Punkten, und 38.2 Prozent des Anstiegs seit Ende April zielt auf 2.024 ab.

          Der Nasdaq bildete am 24. Juni eine Doppel-Top-Formation und schloß unter dem jüngsten Tief von 2.060 Punkten. Die Breite des Musters deutet dabei auf einen Abwärtstrend hin. Das Doppel-Top ist 37,62 Punkte breit. Um auf ein Abwärtsziel zu kommen, wird diese Breite vom Tiefstand der Formation abgezogen. Dabei wird die Marke von 2.022 Punkten angepeilt. Ähnlich wie bei den Widerständen im Bereich von 2.100 Punkten, scheint es nahe 2.020 Punkten eine Fülle von Unterstützungen zu geben.

          Hauptindizes stoßen an starke Widerstände

          Wie wir bereits mehrfach betont haben, sind wir in dieser Situation, in der die Hauptindizes an starke Widerstände stoßen, der Ansicht, daß die Indizes einige ihrer jüngsten Gewinne abgeben müssen, bevor sie auf neue zyklische Hochs steigen. Dies gilt auch wegen der überkauften Marktsituation sowie wegen der zunehmend optimistischen Stimmung für Aktien.

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