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S&P-Analyse : Blue Chips rennen gegen die Wand

  • -Aktualisiert am

Nach Meinung von S&P ist aufgrund des hinterherhinkenden Nasdaq-Index an den Börsen ein gewisses Maß an Vorsicht geboten. Der Rentenmarkt arbeitet dagegen an der langfristigen Trendwende.

          Die Blue-Chip-Indizes stießen geradewegs auf den von den jüngsten Höchstständen gebildeten Chartwiderstand, schafften es jedoch nicht, diesen zu durchbrechen.

          Für einen Index beziehungsweise eine einzelne Aktie ist dies zwar ein recht typisches Verhalten, trotzdem sind wir nach wie vor davon überzeugt, daß aufgrund der hinterherhinkenden Entwicklung beim Nasdaq-Index und des uns anmutenden Widerstrebens der institutionellen Anleger, wieder aggressiver im Markt aufzutreten, ein gewisses Maß an Vorsicht geboten ist. Verdächtig ist in unseren Augen auch, daß der Markt von zyklischen und einigen defensiven Branchen angeführt wurde - statt von Bereichen, die den großen Indizes meist zu einem nachhaltigen Aufwärtstrend verhelfen können.

          Stärke der Korrektur entscheidet über ihre Dauer

          Der S&P 500 ging am Mittwoch, den 16. Februar, bei 1.210,34 Punkten aus dem Handel und hatte damit fast seinen Schlußstand vom 30. Dezember erreicht (1.213,55). Nach einer Aufwärtsbewegung und anschließenden Schwächephase oder Korrektur kommt es viele Male vor, daß der Markt wieder auf die zuvor erreichten Höchststände klettert und dann sehr geringfügig oder flach absackt. Wenn der Kursrückgang moderat ausfällt und sich zudem bei unterdurchschnittlichen Umsätzen ereignet, hat der Markt gute Chancen auf neue Höchststände. Die für den S&P 500 wichtige kurzfristige Chartunterstützung liegt im Bereich von 1.190 bis 1.200 Punkten. Wenn sich der Index in diesem Bereich halten und dann eine Umkehr vollziehen kann, wird er es nach unserem Dafürhalten schließlich schaffen, auf neue Erholungshöchststände zu klettern.

          Erleidet der S&P 500 indes einen kräftigeren Rückgang, besteht die Wahrscheinlichkeit, daß die aktuelle Konsolidierungsphase etwas länger anhalten wird. Weitere Tests stehen dabei bevor. Die von den Januar-Tiefständen ausgehende Chartunterstützung findet sich bei 1.164 Punkten; langfristige Chartunterstützung liegt knapp darunter, bei 1.160 Zählern. Der exponentiell gleitende 150-Tage-Durchschnitt befindet sich neben der Trendlinienunterstützung ebenfalls im 1.160-Punkte-Bereich. Der exponentiell gleitende 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.148 und die langfristige Trendlinienunterstützung bei 1.156 Punkten. Bei einem kräftigen Ausbruch über die Marke von 1.220 Punkten käme als nächstes der 1.253-Punkte-Bereich ins Spiel.

          Die interne Situation an der New York Stock Exchange (NYSE) bleibt unseres Erachtens überwiegend günstig und deutet darauf hin, daß die Blue-Chip-Indizes zulegen werden. Die NYSE-Advance/Decline-Linie hat in dieser Woche ein neues Erholungshoch erklommen, da höhere Kurse nach wie vor von der Marktbreite her unterstützt werden. Die Breite des gehandelten Volumens hat sich jedoch als nicht so kräftig erwiesen wie die Kursbreite. Die Advance/Decline-Linie der Umsätze bei den steigenden und fallenden Titeln muß erst noch ein neues Erholungshoch erklimmen, hat sie es bislang doch nicht vermocht, die im Dezember markierten Höchststände zu überbieten. Der Höchststand neuer Höchstkurse an der NYSE erreichte am 4. Februar den Stand von 405 und lag damit nicht weit von dem Niveau entfernt, das Anfang Dezember registriert wurde.

          Die auf dem Kursverhalten des S&P 500 basierenden Momentumindikatoren zeichnen nach wie vor ein uneinheitliches Bild und begünstigen dabei nicht gerade einen nachhaltigen Aufwärtstrend, wie wir meinen. Der MACD (Moving Average Convergence/Divergence) auf Tagesbasis ist positiv zu werten, während der tägliche stochastische Oszillatorindikator in überkauftem Terrain rangiert, ohne bislang eine Abschwächung erfahren zu haben. Der MACD auf Wochenbasis bleibt negativ, trotzdem er zu seiner Signallinie zurückgefunden hat. Dieser Indikator hat ferner eine negative Divergenz erzeugt, indem er einen niedrigeren Höchststand markierte, während der S&P 500 im Dezember auf neue Erholungshöchststände geklettert war. Der wöchentliche Stochastik-Oszillator bleibt bearish, nachdem er in deutlich überkauftes Terrain vorgestoßen und dann eingebrochen war. Derweil präsentiert sich der Relative-Stärke-Index sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis neutral - will mit anderen Worten heißen, daß er weder überkauft noch überverkauft ist.

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