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S&P-Analyse : Archiv: Douglas ist keine heiße Story

  • -Aktualisiert am

Wenig Inspirierendes bei Douglas Bild: Douglas AG

Die dahindümpelnde Konjunktur sorgt bei Douglas für wenig Fantasie. Thomas Miskell von S&P empfiehlt die Aktie zu halten.

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          Douglas hat als Europas führender Parfüm- und Kosmetikeinzelhändler ein Umsatzwachstum von zehn Prozent für das erste Halbjahr 2001 angekündigt. Bereinigt um Akquisitionen und Verkäufe entspricht das 1,061 Milliarden Euro. Das Ebitda wuchs um 19 Prozent auf 50 Millionen Euro. Der operative Gewinn betrug 2,4 Millionen Euro. Allerdings ist der nicht proportional zu sehen, sondern das Unternehmen erzielt sein Hauptgeschäft immer im letzten Quartal eines Jahres.

          Es bekräftigte das Wachstumsziel von acht bis zehn Prozent für das Jahr 2001, sowohl für Umsatz als auch den operativen Gewinn - nach Kosten für E-Commerce. Wir bleiben bei unserer Gewinneinschätzung, angepasst an die letzte Kapitalerhöhung, von 1,90 Euro pro Aktie für 2001 und von 2,10 Euro für 2002. Trotz unserer hohen Meinung von dem Unternehmen sehen wir bei der aktuellen Stimmung wenig Aufwärtspotenzial für den Kurs und bleiben bei unserer Empfehlung, die Aktie zu halten.

          Beachtliche Performance in schwachem Umfeld

          Die Umsätze außerhalb Deutschlands stiegen um 24,9 Prozent (auf vergleichbarer Fläche 6,6 Prozent) auf 258 Millionen Euro, während die inländischen Verkäufe um 5,9 Prozent (auf vergleichbarer Fläche 2,4 Prozent) auf 803 Millionen Euro wuchsen. Weil 75,7 Prozent des Umsatzes in Deutschland gemacht werden, bleibt Douglas stark abhängig von einem Markt, der zunehmend polarisiert wird. Strategie war es, im Qualitätssegment zu expandieren und sich aus allen Feldern in der Nähe des Discount-Bereiches zurückzuziehen. Das scheint sich auszuzahlen.

          Die deutschen Indikatoren für die Stimmung von Konsumenten und Einzelhändlern trübten sich für den Großteil von 2001 ein. Die Einzelhandelsumsätze stiegen um 1,7 Prozent im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr und einige befürchten, dass es für das gesamte Jahr 2001 überhaupt kein Wachstum gibt. Vor diesem Hintergrund ist das Abschneiden des Unternehmens beachtlich und seine Ziele sind wahrscheinlich nicht zu ehrgeizig.

          Parfümgeschäft birgt noch Fantasie

          Douglas hat drei Kerngeschäftsbereiche: Parfüm/Kosmetik, Schmuck/Uhren und Bücher. Von diesen bleibt das Parfümgeschäft das wachstums- und umsatzstärkste. Internationale Expansionen haben Priorität. Die Umsätze außerhalb Deutschlands stiegen um 15 Prozent (8,5 Prozent auf vergleichbarer Fläche) im ersten Halbjahr und betragen nun 33,7 Prozent des Gesamtumsatzes verglichen mit 31,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Marktführerschaft im europäischen Parfümmarkt wird aggressiv verteidigt und auf Ost-Europa ausgedehnt.

          Der Schmucksektor besteht zum größten Teil aus der Christ-Kette, die in Deutschland und der Schweiz operiert. Mit der Goldmeister-Kette findet sich aber auch noch ein offensichtlicher Verkaufs-Kandidat. Das wäre schon in guten Zeiten ein kaum zu bewältigendes Problem, aber im vergangenen Jahr sank die Schmucknachfrage im mittleren Preissegment auf ein 50-Jahres-Tief in Deutschland. Obwohl die Umsätze der Abteilung im ersten Quartal mit plus 1,3 Prozent hielten (auf vergleichbarer Fläche 0,5 Prozent), fielen sie im ersten Halbjahr des Jahres um 2,3 Prozent (auf vergleichbarer Fläche 1,9 Prozent) auf 195 Millionen Euro.

          Christ's inländische Umsätze blieben im Jahresvergleich stabil. Wenn es ein Risiko bei den Umsatz- und Gewinnprognosen von Douglas gibt, befindet es sich wahrscheinlich in diesem Bereich, obwohl die eigenen Mode- und Sportwaren auch zu kämpfen haben. Die Umsätze lagen kaum verändert bei 114 Millionen im ersten Halbjahr (auf vergleichbarer Fläche 0,5 Prozent minus 1,9 Prozent). Wir wären nicht überrascht, wenn es zu weiteren Umstrukturierungen in diesem Geschäftsbereich käme, bevor es zu spät ist.

          Expansion im Buchbereich

          Mit kleveren Akquisitionen in Deutschland und der Schweiz ist der Buchbereich zum größten Buch-Einzelhändler im deutschsprachigen Raum geworden. Der Umsatz verdoppelte sich im ersten Halbjahr (auf vergleichbarer Fläche plus 5,2 Prozent) auf 121 Millionen Euro. Diese Strategie scheint sich ausgezahlt zu haben, genauso wie die Verjüngung der Hussel-Kette, bei der die Umsätze um 9,7 Prozent (auf vergleichbarer Fläche plus 6,5 Prozent) gestiegen sind. Wir betrachten diese immer noch als Verkaufskandidatin.

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