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S&P-Aktie der Woche : CVS-Aktie gesünder als sie erscheint

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CVS ist vom Umsatz her die zweitgrößte Drogeriekette in den USA, gemessen an der Zahl der Filialen der Branchenprimus. Die Umsätze dürften weiter steigen - und ebenso der Aktienkurs. Denn das Papier erscheint unterbewertet, meint S&P-Analyst Joseph Agnese.

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          CVS ist, mit einem Nettoumsatz von 24,2 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr, die zweitgrößte Drogeriekette in den USA. Das Unternehmen ist auf 60 der 100 Top-Drogeriemärkten des Landes aktiv, wobei es bei 73 Prozent dieser Märkte über den größten oder den zweitgrößten Marktanteil verfügt.

          Der US-Apothekeneinzelhandel dürfte 2002 einen Umsatz von schätzungsweise über 188 Milliarden Dollar erwirtschaftet haben, eine Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zu 2001.

          Auch in Zukunft dürfte der Markt von vorteilhaften Trends profitieren. Dazu zählt, dass eine alternde amerikanische Bevölkerung eine steigende Menge verschreibungspflichtiger Medikamente verbraucht. Zudem werden Arzneimittel immer öfter als erste Maßnahmen zur Heilung einer Krankheit eingesetzt. Hinzu kommen das Wachstum des Managed-Care-Bereichs im amerikanischen Gesundheitssystem sowie die Einführung neuer und verbesserter medikamentöser Therapieformen. Die Aktie wurde daher mit dem höchsten S&P-Investment-Ranking von fünf Sternen (klarer Kauf) ausgezeichnet.

          Erfolgreiche Restrukturierung

          CVS ist - gemessen an der Zahl der Drogeriemärkte - die größte Drogeriemarktkette in den USA. Das Unternehmen erwirtschaftet schätzungsweise zwölf Prozent des gesamten US-Umsatzes im Arzneimitteleinzelhandel und mehr als 21 Prozent des geschätzten Gesamtumsatzes aller Drogeriemarktketten.

          Nach Beendigung eines Restrukturierungsprogramms ist CVS unserer Ansicht nach gut positioniert, um sein langfristiges Ziel eines Gewinnwachstums zwischen zwölf und 15 Prozent zu erreichen. Das Unternehmen plant zudem im laufenden Jahr 250 bis 275 neue Geschäfte zu eröffnen.

          Das Apothekengeschäft, das 2002 rund 68 Prozent (2001: 66 Prozent) des Unternehmensumsatzes ausgemacht hat, ist für den Erfolg von CVS entscheidend. Die Zahlungen von Managed-Care-Betreibern für Therapiepläne mit verschreibungspflichtigen Medikamenten brachten im Jahr 2002 über 92 Prozent (2001: 91 Prozent) des gesamten Umsatzes mit Medikamenten ein. Auf Arzneimittel wird auch weiterhin ein wichtiger Fokus des Unternehmens liegen.

          Kundenbindung mit Front-End-Geschäften

          Die Front-End-Geschäfte, dazu zählt der Verkauf frei erhältlicher Arzneimittel sowie Kosmetika oder auch Grußkarten, haben direkt vom Erfolg des Apothekengeschäfts profitiert. Denn wenn die Kunden in die Filiale kommen, um ein Rezept einzulösen, kaufen sie häufig auch Front-End-Produkte. Im Jahr 2002 betrug der Anteil des Front-End-Umsatzes rund 32 Prozent des Gesamtumsatzes (2001: 34 Prozent) von CVS. Das Front-End-Geschäft dürfte auch weiterhin von dem für die Kundenbindung aufgelegten Marketing-Programm ExtraCare profitieren, durch das die Drogeriekette seinen besten Kunden Angebote und Anreize unterbreitet.

          Vernetzung der Filialen sorgt für besseren Service und geringere Kosten

          Ein Kernaspekt der Geschäftsstrategie von CVS ist der Einsatz einer Technologie, die es dem Unternehmen ermöglicht, sich auf die Verbesserung des Kundenservices zu konzentrieren und Wege ausfindig zu machen, wie man kundenspezifischere Produkte und Serviceleistungen anbieten kann. Das Unternehmen hat massiv in Informationssysteme investiert, damit es gleichzeitig die Kosten senken sowie die betriebliche Leistung steigern kann.

          Unternehmen trotz sinkender Margen gut positioniert

          Wir erwarten, dass der Umsatz von CVS in diesem Jahr um rund acht Prozent zulegen wird. Die Margen werden wahrscheinlich unter Druck geraten, was auf eine Veränderung der Zusammensetzung des Umsatzes zurückzuführen sein wird. Der Anteil der abgesetzten Medikamenten mit niedrigen Margen am Gesamtumsatz wird steigen. Hinzu kommen höhere Sozialabgaben für die Mitarbeiter auf Grund steigender Kosten der Gesundheitsvorsorge. Dennoch, das Unternehmen dürfte in der Lage sein, diese unvorteilhaften Entwicklungen auszugleichen, da immer mehr Patente von Medikamenten auslaufen, was zu mehr Umsatz durch Generika mit höheren Margen führen wird.

          Aktie derzeit unterbewertet

          Die Aktie wird derzeit mit einem 2003er KGV von 13 - basierend auf unserer Gewinnschätzung je Aktie in Höhe von 1,96 Dollar - und damit unterhalb des durchschnittlichen KGV der Branche von 16 gehandelt. Legt man ein 2003er KGV von 16 zu Grunde, was in etwa dem aktuellen durchschnittlichen KGV des S&P 500 entspricht und leicht unterhalb des geschätzten KGV der Branche liegt, erreicht die CVS-Aktie einen Wert von 31,36 Dollar. Auf Basis eines diskontierten freien Cash-flows bewerten wir die CVS-Aktie mit 37,20 Dollar. Dieser Wert entspricht einem Aufschlag von 48 Prozent gegenüber ihrem aktuellen Kurs. Gewichten wir unsere Bewertungen von 31,36 Dollar und 37,20 Dollar gleichermaßen, erhalten wir ein Kursziel von 34 Dollar, was einem Aufschlag von 36 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs gleichkäme.

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