https://www.faz.net/-gv6-12lxg

Arcandor : Ruf nach Staatshilfe - Aktienkurs verliert 20 Prozent

  • Aktualisiert am

Veröden ohne Karstadt die Städte? Bild: dpa

Der Arcandor-Vorstandsvorsitzende Eick ruft erneut nach Staatshilfe und hat die Regierung ultimativ aufgefordert, den Essener Handelskonzern mit einer Bürgschaft zu retten. Die Arcandor-Aktie reagiert zum Börsenstart mit einem Kurseinbruch: Der Wert verliert mehr als 20 Prozent.

          1 Min.

          Die Arcandor-Aktie reagiert am Montag zum Börsenstart mit einem Kurseinbruch auf den erneuten Ruf des Unternehmens nach Staatshilfe. Arcandor verlieren am Montagvormittag um bis zu 24 Prozent auf 1,67 Euro. Der Arcandor-Vorstandsvorsitzende Karl-Gerhard Eick hatte die Regierung ultimativ aufgefordert, den Essener Handelskonzern mit einer Bürgschaft zu retten. „Staatshilfe ist ohne Alternative. Eine Insolvenz wäre für den Staat die mit Abstand teuerste Lösung“, sagte Eick der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. (siehe: „Ohne Bürgschaft ist für Karstadt am 12. Juni Schluss“)

          Ohne staatliche Bürgschaft hätten Verhandlungen über ein Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt keinen Sinn. „Es gibt keine privatwirtschaftliche Lösung“, unterstrich Eick in dem Interview.

          Ein möglicher Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof wäre für Eick - wenn überhaupt - nur eine mittelfristige Perspektive für das Warenhaus. Ein Börsenhändler sagte: „Es ist keine Überraschung, dass ein Zusammenschluss der Warenhäuser erst nach einer Entscheidung über Staatshilfen zu erwarten ist. Belastend wirkt die stockende Staatshilfe.“

          Eine mögliche Entscheidung des Lenkungsausschusses des Wirtschaftsfonds Deutschland über Bürgschaften für die Arcandor AG ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) wohl nicht mehr diese Woche zu erwarten. „Eine Entscheidung steht noch nicht unmittelbar bevor“, sagte ein BMWi-Sprecher am Montag in Berlin. Diese Woche treffe sich zunächst der Interministerielle Bürgschaftsausschuss, um über Bürgschaftsanträge zu beraten, sagte er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          K-Frage der Union : Laschet sucht „noch heute“ das Gespräch mit Söder

          Das Meinungsbild in den CDU-Gremien war eindeutig, berichtet Generalsekretär Paul Ziemiak. Armin Laschet solle die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf führen. Nun richten sich alle Augen auf die CSU und Markus Söder.

          ZVEI-Präsident im Interview : „Die würden mich durchs Fenster werfen“

          Warum dauert die Digitalisierung der Industrie viel länger als die der Büros? Der Unternehmer und Chef des Digitalverbands ZVEI über das Projekt „Industrie 4.0“ – und warum er in Kunden-Hotlines nach dem Mittagessen fragt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.