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Rückversicherer : Einstieg von Buffett: Vertrauensbonus für Swiss Re

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Undurchsichtig: Gebäude der Swiss Re in London Bild: REUTERS

Die Aktionäre von Versicherungsunternehmen hatten in den vergangenen Jahren nicht viel zu lachen. Die Papiere der Swiss Re entwickelten sich schlechter als der Markt. Der Anteilskauf durch Warren Buffett verschafft ihr nun einen Vertrauensbonus.

          Die Aktionäre von Versicherungsunternehmen hatten in den vergangenen Jahren nicht viel zu lachen. Denn zunächst gerieten die Kurse der Aktien in der vergangenen Baisse aufgrund der zum Teil hohen Aktienanteile in ihren Depots massiv unter die Räder.

          In der Erholung jedoch schnitten sie aufgrund des entstandenen Misstrauens in die Managements und die Geschäftsmodelle der Unternehmen im Vergleich mit dem Markt unterdurchschnittlich ab.

          Aktie entwickelte sich in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich

          So konnte die Aktie der Schweizer Rück von März des Jahres 2003 bis Anfang des Jahres 2008 einen Gesamtertrag von 34,5 Prozent oder von 6,4 Prozent pro Jahr erzielen, während der Swiss Market Index auf ein Plus von 127 Prozent oder von 18,8 Prozent pro Jahr kam.

          Während die Märkte in den vergangenen Wochen insgesamt schwächelten, geriet die Aktie der Schweizer Rück einmal mehr überproportional unter die Räder. Allein seit Juni des vergangenen Jahres hat sie bis zu 42 Prozent ihres Wertes verloren. Dabei dürfte aufgrund der getätigten Abschreibungen das starke Misstrauen der Anleger gegenüber den Finanzwerten eine maßgebliche Rolle gespielt haben. Denn niemand weiß, wo die Risiken der amerikanischen Immobilien- und Finanzkrise letztlich liegen.

          Aus diesem Grund betrachten die Anleger die Gewinnschätzungen von Analysten bei diesen Werten mit einer großen Skepsis. Das führte dazu, dass die Bewertung der Papiere der Schweizer Rück unglaublich günstig aussehen. Genau das scheint nun den für seine günstigen Einkäufe bekannten Anleger Warren Buffett angelockt zu haben. Am Mittwoch reagierte die Aktie des Unternehmens mit Kursgewinnen von bis zu knapp zwölf Prozent auf die Mitteilung, Buffett habe über seine Firma Berkshire Hathaway einen Anteil von drei Prozent an den Stimmrechten des Unternehmens erworben.

          Optisch ist sie sehr vernünftig bewertet

          Dies dürfte Marktteilnehmern zufolge als Vertrauensbeweis für Swiss Re gewertet werden und möglicherweise weitere Investoren anziehen, so dass der ganze Sektor profitieren könne. Der Deal mit Warren Buffett könne für Swiss Re durchwegs positiv bewertet werden, meinte ein Analyst einer größeren Schweizer Bank. Insbesondere dass man auch operativ zusammenarbeite und der Kapitalbedarf von Swiss Re dadurch sinke, sei zu erwähnen. Es sei ja auch bekannt, dass der in der Finanzwelt bekannte und erfolgreiche Investor Buffet auf Value-Aktien ausgerichtet sei, und Swiss Re sei nun mal sehr tief bewertet.

          Buffet hält nach dem Deal über die nächsten fünf Jahre einen Anteil von 20 Prozent am gesamten Sach- und Haftpflicht-Geschäft der Swiss Re, teilte das Unternehmen mit. Es werde das auf diese Weise frei werdende Kapital zum zusätzlichen Rückkauf eigener Aktien im Umfang von 1,75 Milliarden Franken verwenden, hieß es weiter. Auf dieser Basis dürfte die Aktie zusammen mit der optisch günstigen Bewertung gewisse Reize haben, auch wenn das charttechnische Bild alles andere als positiv aussehen mag.

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