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Roland Pelka, Hornbach, im Gespräch : „Prüfen Übernahme von Praktiker-Märkten“

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Roland Pelka ist Finanzvorstand der Baumarktkette Hornbach. Bild: IMAGO

Die Baumarktkette Hornbach will von der Insolvenz der Konkurrenten Praktiker und Max Bahr profitieren. Möglicherweise will man sogar Märkte übernehmen.

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          Herr Pelka, Praktiker ist pleite, Max Bahr auch. Muss man sich auch um Hornbach Sorgen machen?

          Nein, ganz und gar nicht. Wir sind sehr gut aufgestellt und haben eine solide Bilanz mit fast 50 Prozent Eigenkapital. Zurzeit haben wir mehr als 400 Millionen Euro Liquidität, also flüssige Mittel und jede Menge ungenutzte Kreditlinien.

          Was machen Sie denn anders als die anderen?

          Wir machen schon seit Jahren einiges besser als der Durchschnitt der Baumärkte. So liegen wir mit unseren Umsätzen auf der bestehenden Verkaufsfläche an der Spitze der Branche. Unsere Baumärkte sind alle relativ großflächig und haben ein breites und tiefes Sortiment. Außerdem werben wir nicht mit Rabattaktionen, sondern bieten Dauertiefpreise. Das schafft Vertrauen bei unseren Kunden.

          Profitieren Sie vom Ausscheiden der Wettbewerber?

          Ja, es findet eine Marktbereinigung statt. Demnächst werden 51 Praktiker-Märkte geschlossen. Davon profitiert die Branche insgesamt. Auch wir prüfen, ob wir Baumärkte von den insolventen Konkurrenten übernehmen, wenn sie konzeptionell zu uns passen. Wir sind da aber noch in der Prüfphase.

          Gibt es in Deutschland zu viele Baumärkte?

          Das können letztlich immer nur die Kunden entscheiden. Vergleiche mit Frankreich oder England zeigen aber, dass es in Deutschland etwa 20 bis 25 Prozent Flächenüberkapazität gibt.

          Wie wird bei Ihnen denn das Geschäftsjahr 2013?

          Unser Geschäftsjahr beginnt immer im März und endet im Februar. Der Start im ersten Quartal von März bis Mai 2013 war schwach, bedingt vor allem durch die schlechte Witterung. Unser Eindruck ist aber, dass wir das in den Folgemonaten aufholen können. Wir rechnen im Hornbach-Konzern entsprechend unserer Prognose unverändert mit einem Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau, bei einem leicht höheren Umsatz.

          Wie geht es mit der Dividende weiter?

          Unser Ziel ist es, eine stabile Dividende zu zahlen. Vor drei Jahren haben wir sie angehoben, auf 0,67 Cent je Vorzugsaktie.

          Gibt es derzeit Trends im Baumarktgeschäft, von denen Sie profitieren können?

          Ja, wir profitieren insbesondere von einem Trend zur Renovierung der eigenen Wohnung und zur energetischen Sanierung von Häusern. Wir bieten beispielsweise auch komplette Badsanierungen einschließlich der Handwerkerleistungen an. Das wird rege genutzt, gerade auch von älteren Leuten. Außerdem beobachten wir, dass auch immer mehr Frauen ihre Freude am Heimwerken entdecken - Entscheider sind sie ja seit eh und je. Und darauf sind wir eingestellt.

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