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Rohstoffe : Petrel-Aktie - heiße Wette auf die Ölförderung im Irak

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Mit zum Teil massiven Kursgewinnen machte in den vergangenen Tag die Aktie des irischen Ölprospektierungs- und projektierungsunternehmens Petrel Resources auf sich aufmerksam. Das auch in Berlin gehandelte Papier hat in London seit Januar bei zuletzt vergleichsweise hohen Volumina knapp 1.000 Prozent auf zuletzt 37,75 Pence zugelegt.

          Was macht das Unternehmen scheinbar so interessant auf der einen Seite, extrem spekulativ auf der anderen? Die spekulativen Elemente sind leicht zu finden: das Unternehmen macht keinerlei Gewinne. Die Wahrscheinlichkeit, ob es jemals welche erzielen wird, ist so gut wie nicht abzuschätzen. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen schon mehrere Finanzierungsrunden hinter sich. Das Management war wiederholt in der Lage, neue Kapitalgeber zu finden.

          Unternehmen hat im Irak Beziehungen

          Der Grund dafür liegt weniger in seiner Tätigkeit an sich. Denn auf die Ölentdeckung und -projektierung haben sich auch viele andere Firmen konzentriert. Mit wechselndem Erfolg. Das spezielle an Petrel Resources ist die Tatsache, daß das Unternehmen schon vor dem Golfkrieg und unmittelbar danach im Irak tätig war und ist. Das Unternehmen erhielt schon vor fünf Jahren die Bor- und Förderrechte für einen 10.000 Quadratkilometer großen Streifen in der irakischen Wüste, hat schon vor dem Krieg seismische Tests durchgeführt und hat damit Beziehungen zu den maßgeblichen Leuten.

          Ferner hat das Unternehmen eine technische Machbarkeitsstudie für die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Felder Subba und Luhais im Süden des Landes vorgelegt. Vorgespräche mit entsprechenden Dienstleistern sind schon geführt worden und Verträge wurden bis zur Unterschriftsreife ausgehandelt, aber auf Grund der damals bestehenden Sanktionen nicht unterschrieben. Die Frage ist nun, was mit diesen Verträgen passiert. Sollten sie nun unter den neuen Umständen umsetzbar sein, wäre das Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Markt. Denn die irakischen Ölvorkommen zählen nicht nur zu den größten der Welt, sondern die Förderkosten sind im Vergleich mit anderen Lagerstätten - sei es die Nordsee oder Sibirien - unheimlich gering.

          Spekulation extrem riskant

          Kurzfristig enormes Potential brächte eine Wiederaufnahme der Ölförderung Subba und Luhais. Sollte Petrel Resources bei einem dieser Felder im ölreichen Gebiet um Khurmala und Himrin zum Zuge kommen, würde das Petrel zu einem ziemlich wertvollen Unternehmen machen. Die Situation gliche der russischer Ölunternehmen. Dort haben sich die Aktienkurse nach der Privatisierung und der effizienteren Wirtschaftsweise vermehrfacht.

          Bei allem Optimismus sollte allerdings auf keinen Fall vergessen werden, daß diese Spekulation hoch riskant ist. Denn die Konkurrenz um die lukrativen Verträge ist groß und es gibt auch Bestrebungen, ein staatliches Ölförderungsunternehmen im Irak zu gründen. Das würde die Träume ziemlich schnell zunichte machen. Aus diesem Grund eignet sich das Papier sicherlich nicht für Witwen und Waisen. Wer an der Spekulation teilnehmen möchte, sollte nur einen sehr beschränkten Teil seines Vermögens auf das Papier setzen, den er bei einem Fehlschlag auch ohne Probleme verschmerzen kann.

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