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Rohstoffe : Kleinere Minenaktien sind plötzlich groß in Mode

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Portalbau bei Nacht Bild: Sally Malay

Die haussierenden Rohstoffpreise locken immer mehr Investoren in mittlere und kleinere Minenaktien. Erfahrungsgemäß ist dieses Segment mit erheblichen Risiken behaftet. Aber es finden sich hier auch einige spannende Werte.

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          Die Hausse bei den Rohstoffen ist nach wie vor intakt. Die anhaltende Aufwärtsbewegung bei Produkten wie Zink (17-Jahreshoch), Silber (21-Jahreshoch), Platin (Rekordhoch), Gold (höchster Stand seit 1981), Kupfer (Rekordhoch) oder Aluminium (höchster Stand seit 1989) beflügelt inzwischen selbst die Aktien kleinerer Rohstoffunternehmen, die lange Zeit einfach nicht in die Gänge gekommen sind.

          Bestes Beispiel ist der Basimetallproduzent Perilya Mines (ISIN: AU000000PEM8, 0,97 Euro). Hier hat sich die Notiz seit Anfang November annähernd verdoppelt. Ebenfalls verdoppelt hat sich seit Mitte November die Notiz beim indonesischen Minenwert Aneka Tambang (ISIN: ID1000060502, 0,39 Euro). Gut läuft es neuerdings auch beim Zink- und Blei-Explorer Herald Resources (ISIN: AU000000HER4, 0,55 Euro). Seit 21. Dezember steht hier ein Plus von 74 Prozent zu Buche.

          Kurssprünge wie diese bei Nebenwerten machen deutlich, wie groß momentan der Appetit der Anleger auf Rohstoffaktien ist. Jeder will dabei sein und im Zuge der Rotation wird neues Geld in bisher zurückgebliebene Titel gesteckt. Da es dabei teilweise fast schon wahllos zuzugehen scheint, birgt dieses Vorgehen natürlich gewisse Risiken. Interessierte Investoren müssen sich stets ins Gedächtnis rufen, daß gerade bei Rohstoffaktien die Risiken steigen, je kleiner die Gesellschaften sind. Speziell mit unbekannten Explorationsfirmen wurde in der Vergangenheit schon viel Geld verzockt, was sich damit erklären läßt, daß sich hier einige Scharlatane tummeln. Und daran sollte man sich stets erinnern, auch wenn galoppierende Preise zum Mitmischen verlocken.

          Sally Malay-Lkw vor Schichtbeginn

          Risiken durch genaue Recherchen und Streuung der Investment abfedern

          Diese Risiken sollten aber auch nicht dazu führen, die Hände in den Schoß und das Geld aufs Sparbuch zu legen. Vielmehr geht es darum, potentielle Investments auf ihre Seriosität hin abzuklopfen. Wer das tut, minimiert das Verlustpotential, ohne gleichzeitig alle Chancen sausen zu lassen. Eine Hilfe bei der Auswahl kann es sein, dabei auf die Meinung von unabhängigen Experten zu vertrauen, die sich in der Branche auskennen und sich regelmäßig mit Vorständen von Rohstoffunternehmen treffen.

          Zu diesen Branchenkennern zählen beispielsweise Wilhelm Schröder und Marcel Ewald. Sie setzen beide schon seit langem auf Werte wie Perilya und werden für ihr Durchhaltevermögen jetzt belohnt. „Jetzt geht endlich die Post ab. Bei diesen Kurssprüngen wird einem nach einer so langen Wartezeit manchmal Angst und Bange. Aber die Bullen sind los und sie suchen nach neuen Anlageideen“, freut sich Schröder, der viele Jahre beim australischen Broker Macquarie arbeitete und den Nestor Australien Fonds berät, über die Entdeckung seiner Favoriten.

          Euphorisch gestimmt, was die weiteren Aussichten der Rohstoffpreise angeht, ist auch Ewald, der schon vor einigen Jahren, als sich noch kaum jemand für Rohstoffaktien interessierte, damit begonnen hat, in der Schweiz Rohstoffunternehmen auf Roadshows zu promoten. Trotz aller Zuversicht rät er von spekulativen Einzelinvestments ab und empfiehlt statt dessen, sich einen Korb bestehend aus sechs bis acht Einzelwerten zusammenzukaufen. „Trotz sorgfältiger Analyse kann es bei Einzelwerten im Extremfall zum Totalverlust kommen. Einzelne Positionen sollten deshalb nicht mehr als drei bis fünf Prozent des vorgesehenen Mitteleinsatzes ausmachen“, lautet seine Warnung.

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