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Rohstoffe : Goldpreis mit neuem Sieben-Jahres-Hoch

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Bild: F.A.Z.

Der Optimismus an den Börsen ist hoch, aber auch der Goldpreis erklimmt immer neue Höhen und der Dollar steht unter Druck. Das ist nicht unbedingt das Bild einer normalen Erholung nach einer Baisse.

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          Gold wird in Expertenkreisen oft als eigene Währung bezeichnet, die unter anderem von der Entwicklung des Dollars abhänge. Und auf den ersten Blick scheint sich das zu bestätigen. Denn auf der einen Seite steht der Dollar gegen den Euro und viele andere Währungen massiv unter Druck und auf der anderen hat der Goldpreis die Marke von 400 Dollar je Unze überwunden und am Dienstag im europäischen Handel Kurse von bis zu 405,75 Dollar je Unze erreicht. Das ist der höchste Stand seit mehr als sieben Jahren.

          Damit setzt sich der im Jahr 2001 etablierte Aufwärtstrend fort, der in jüngster Zeit sogar neue Dynamik gewonnen zu haben scheint. Diese Entwicklung steht in scharfem Kontrast zu dem optimistischen Szenario, auf das die Börsen zu bauen scheinen. Denn Gold gilt immer auch als Krisenanlage, zu der Anleger greifen, wenn sie ihre Risiken durch Diversifikation reduzieren wollen.

          Wandel vom „normalen Rohstoff“ zum gefragten Gut

          Galt das edle Metall in der Haussephase der 90er-Jahre als „normaler Rohstoff“ und als solcher ziemlich langweilig, so hat sich das Bild zwischenzeitlich ziemlich gewandelt. Denn erstens steigt die Nachfrage nach dem Metall als Rohstoff, da die chinesische Wirtschaft boomt. Zum anderen finden Anleger zunehmendes Interesse, weil sie der Geld- und Wirtschaftspolitik der Industrienationen nicht mehr richtig über den Weg trauen. Sie haben den Verdacht, populistische Politiker könnten notwendige Strukturanpassungen vor sich her schieben und mit schuldenfinanzierten Ausgabenprogrammen kurzfristige Strohfeuer erzeugen.

          Bild: Bloomberg

          Wie die Erfahrung beweist, bewirken solche Programme allerdings langfristig recht wenig, führen aber auf der anderen Seite zu immer höheren Schulden. Da der Mut fehlt, gegenzusteuern - der Bruch des europäischen Wachstums- und Stabilitätspaktes läßt grüßen -, drängt sich die Vermutung auf, das Verschuldungsproblem könnte durch Inflation gelöst werden sollen. Das wäre ein „eleganter“ Weg des geringsten Widerstandes, die Probleme indirekt zu lösen. Denn die Kosten wären nicht so offensichtlich, wie bei einer vernünftigen Stabilitätspolitik. In diesem Sinne dürften die Märkte auch kritisch beobachten, ob die sich in Vorbereitung befindliche Verfassung für Europa die Unabhängigkeit der europäischen Zentralbank schwächt. Sollte sich ein entsprechender Vorschlag Italiens durchsetzen, würde das Mißtrauen der Marktteilnehmer weiter zunehmen.

          Angst vor inflationärem Wirtschaftspopulismus

          Die hohe Verschuldung weltweit, sowohl der Staaten als auch teilweise der Konsumenten, die zunehmenden Defizite, die hohen Geldmengen und zunehmende Handelsbeschränkungen sind nach Expertenansicht ein idealer Nährboden für einen weiter steigenden Goldpreis. Richtige „Bullen“ rechnen mit Preisen je Unze von bis zu 600, 1.000 oder gar 3.000 Dollar in absehbarer Zeit. Was zunächst irrational klingt, dürfte auf Grund des engen Marktes ohne weiteres möglich sein, wenn auch nur ein kleiner Teil des Geldes von Aktien oder Anleihen in den Edelmetallbereich umgeschichtet werden sollte.

          Alles dürfte davon anhängen, wie verantwortlich sich die Regierungen bei der Konsilidierung der zum Teil völlig aus dem Ruder gelaufenen Staatshaushalte verhalten und ob die Notenbanken die Luft aus den verschiedenen Spekulationsblasen lassen können, ohne einen Absturz zu provozieren. Der Blick auf die jüngsten wirtschaftspolitischen Weichenstellungen läßt bei allem Optimismus eine gewisse Skepsis aufkommen.

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