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Rohstoffe : Gold-Aktien zeigen wieder Triebkraft

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Gold notierte am Dienstag so hoch wie zuletzt 1983 Bild: gms

Gold hat sich aus seinem zwischenzeitlich erreichten Tal erhoben und bewegt sich klar oberhalb der 400-Dollar-Marke. Noch stärker verbessert haben sich südafrikanische Gold-Aktien, denen auch die Rand-Schwäche nutzt.

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          Die Zeiten für das gelbe Edelmetalle haben sich verbessert, und die Aussichten gelten als recht glänzend: Vergangene Woche kletterte der Goldpreis 3,6 Prozent auf 415,50 Dollar je Unze, der größte Sprung seit fünf Monaten. Zwar ist er zu Wochenbeginn wieder auf 406,38 Dollar gefallen, da der Dollar gegenüber dem Euro leicht an Boden gewinnt. Doch die Optimisten unter den Beobachtern des Goldes kann das nicht schrecken.

          Der Goldpreis dürfte diese Woche weiter anziehen, ergab eine Umfrage von Bloomberg News unter 53 Händlern. Grund dafür sind Befürchtungen, daß sich das Wirtschaftswachstum in Amerika verlangsamen wird. Dies belastet die Aktienkurse und Gold rückt als alternative Anlage in den Mittelpunkt. Siebenundzwanzig der befragten Händler, Investoren und Analysten rieten bei der Umfrage vom vergangenen Donnerstag und Freitag zum Kauf von Gold, 13 zum Verkauf und 13 zum Halten. In der Vorwoche hatten noch 14 von 33 Händlern zum Kauf geraten.

          Parallel zum Preis der Unze Gold haben sich auch Aktien besonders in Südafrika ansässiger Goldförderer verteuert. Binnen Monatsfrist ist der Kurs von Anglogold Ashanti um gut neun Prozent gestiegen, während das Papier von Anglo American um 10,6 Prozent schwerer geworden ist und jenes von Randgold rund 9,5 Prozent teurer ist als vor vier Wochen. Goldfields ist um sage und schreibe 37 Prozent gestiegen. Diese Unternehmen profitieren nicht nur vom Aufschwung beim Goldpreis, sondern auch und gerade durch die akute Schwäche der südafrikanischen Währung Rand (). Dadurch erhalten diese Konzerne mehr Rand je Dollar.

          Anglogold, Anglo American und Gold Fields besser gelaufen als Gold

          Dabei steigen die Kurse der genannten Gold-Aktien nicht im Gleichschritt mit dem Preis der Unze Gold. Vielmehr eilen sie diesem voraus. Der Goldpreis stieg binnen lediglich um gut fünf Prozent. Und auch auf Sicht von drei Monaten liegen drei dieser vier Aktien bei der Wertentwicklung vorne: Anglogold Ashanti verbuchen ein Plus von 7,1 Prozent, Anglo American einen Aufschlag von 13,6 Prozent und Gold Fields ein Plus von 15 Prozent; Randgold bleibt dagegen mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent zurück.

          Dabei weisen die Unternehmen durchaus unterschiedliche fundamentale Entwicklungen auf. Anglogold Ashanti, hervorgegangen aus dem Unternehmen Anglogold und Ashanti, produzierten im ersten Halbjahr weniger Edelmetall als vor Jahresfrist. Der operative Profit sank von 287 Millionen Dollar auf 134 Millionen Dollar, wobei die seinerzeitige Rand-Stärke das Ergebnis drückte. Der Gewinn je Aktie ging von 55 auf elf Cents zurück (und von 4,45 Rand auf 75 südafrikanische Cent). Die Zwischendividende sank von 51 auf 27 Cents aufgrund des gesunkenen Profits und aus Umsicht angesichts der seinerzeit sinkenden Goldpreise.

          Goldfields könnte positiv überraschen

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