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Rohstoffe : Aktie von Tullow Oil etwas teuer auf Allzeithoch

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Bild: FAZ.NET

In den vergangenen Monaten ließ sich mit gut gewählten Ölexplorationsunternehmen sattes Geld verdienen. Die Aktie von Tullow Oil hat seit Oktober des Jahres 2003 etwa 340 Prozent zugelegt, denn Umsätze und Gewinne legen deutlich zu.

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          Der Rohstoff- und Ölboom der vergangenen Monate macht sich aller Orten bemerkbar. Auf der einen Seite beschneiden die gestiegenen Preise über die Kostenseite nicht nur die Gewinne vieler Unternehmen, sondern gleichzeitig auch die Kaufkraft der Konsumenten. Aus diesem Grund fragt es sich, wie lange es dauern wird, bis sich diese Effekte beim Wachstum negativ bemerkbar machen wird.

          In diesem Sinne dürften kritische Börsianer diese Entwicklung genau verfolgen. Auf der anderen Seite gibt es klare Gewinner dieser Entwicklung. Das sind jene Unternehmen, die von den steigenden Ölpreisen direkt und den zunehmenden Investitionen indirekt profitieren können. Das sind nicht nur die Ölunternehmen selbst, sondern alle die damit zusammenhängen. Insbesondere die erfolgreichen, kleineren Explorations- und Produktionsunternehmen.

          Deutliche steigende Umsätze und Gewinne

          Dazu zählt auch das britische Unternehmen Tullow Oil. Es konnte in den vergangenen Jahren sowohl seine Umsätze als auch den Gewinn deutlich steigern. Vom Jahr 2003 auf das Jahr 2004 legte der Umsatz beispielsweise um 73,5 Prozent auf 332 Millionen Euro zu und der Gewinn um 116 Prozent auf 9,1 Cent je Aktie.

          Diese Entwicklung setzte sich im vergangenen Jahr fort. In der ersten Hälfte des Jahres 2005 konnte die geförderte und verkaufte Menge an Öl im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 106 Prozent auf 54,200 Barrel pro Tag gesteigert werden. Gleichzeitig verbesserte sich der realisierte Preis von 34,2 Dollar auf 41,7 Dollar nach Absicherungsstrategien. Diese Kombination aus Volumen- und Preissteigerung führte zu einem Umsatzzuwachs im Vergleich mit den ersten sechs Monaten des Jahres 2004 um 163 Prozent auf 201,4 Milionen Pfund. 67 Prozent davon wurden mit Öl erzielt, die restlichen 33 Prozent mit Gas.

          Der operative Gewinn vor Explorationsaktivitäten legte um 318 Prozent auf 108,4 Millionen Pfund zu. Der Nettogewinn konnte von 8,337 auf etwas mehr als 63 Millionen Pfund oder 9,69 Pence je Aktie auf verwässerter Basis gesteigert werden. Das Management blickte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen optimistisch auf die weitere Entwicklung. Es ging davon aus, weiterhin von den anhaltend hohen Preisen, von der Integration übernommener Unternehmen und auch von einer anhaltend erfolgreichen operativen Entwicklung profitieren zu können.

          Positive Nachrichten nicht überbewerten

          Darauf deuten die jüngsten Nachrichten zunächst hin. Denn das Unternehmen, das unter anderem in Großbritannien selbst, in Indien, Pakistan, Rumänien, Syrien, dem Yemen, der tschechischen Republik und in Afrika tätig ist, berichtete am Dienstag unter anderem über einen neuen Ölfund in Uganda. Andere afrikanische Aktivitäten finden sich in Gabun, der Elfeneinküste, im Kongo, in Äquatorial Guinea, Marokko, Mauretanien, Senegal, Kamerun und Angola. Allerdings würden Analysten solche Neuigkeiten nicht überbewerten, da sie an sich noch nichts aussagenn über die Größe und damit den kommerziellen Erfolg an sich.

          Die Aktie reagierte auf diese Nachricht trotzdem mit einem Kursgewinn von 3,56 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 312,75 Pence und setzte damit den im Oktober des Jahres 2003 neu aufgenommenen Aufwärtstrend fort. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 18,3 und 16,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Jahr ist die Aktie jedoch kein ausgeprägtes Schnäppchen mehr. Absicherungsstrategien dürften sich empfehlen, insbesondere für den Fall einer sich abschwächenden Weltwirtschaft und einer dadurch ausgelösten Korrektur im Rohstoffbereich. Auf der anderen Seite dürfte eine weitere spekulative Welle im Ölpreis die Aktie auch noch weiter nach oben treiben können.

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