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Rohstoffe : Aktie von Cosmo-Oil läuft wie geölt

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Die Preisentwicklung bei Rohstoffen sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen. Allen voran beim Öl. Denn eine Mischung aus geopolitischen Bedenken, des auf Grund des Wirtschaftswachstums zunehmenden Verbrauchs, relativ begrenzten Lagerbeständen und nicht zuletzt auch inflationären Sorgen resultierte in steigenden Preisen.

          Der September-Future hat am Montag an der New York Mercantile Exchange mit 41,95 Dollar je Barrel Öl den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht und der Trend zeigt weiterhin nach oben. Es gibt zwar immer wieder Prognosen und Stimmen, die eine Preiskorrektur vorhersagen. Bisher ist sie trotzdem ausgeblieben. Immer mehr Experten gehen dazu über, die langfristigen, durchschnittlich Preisprognosen nach oben anzupassen.

          Benzin wird teurer

          Aber nicht nur der Preis des Öls als Rohstoff steigt, sondern insbesondere auch der von Benzin. Denn in der Vergangenheit wurde relativ wenig in Raffineriekapazitäten investiert. Nun sind sie voll ausgelastet und jeder kleinere Engpaß schlägt schnell auf den Preis durch. Verlierer dieser Entwicklung sind sicherlich die Konsumenten, die immer mehr Geld für den Brennstoff ausgeben müssen. Der Verdrängungseffekt - Geld, das mehr für Benzin ausgegeben werden muß, fehlt an andere Stelle - dürfte den Konsum weltweit nicht gerade beflügeln.

          Gewinner sind dagegen die Raffinerieunternehmen. Beispielsweise die japanische Firma Cosmo Oil, das fünfgrößte Unternehmen der Branche im Land der aufgehenden Sonne. Es geht davon aus, im ersten Halbjahr den bisher prognostizierten Gewinn von 2,5 Milliarden Yen oder umgerechnet 18,7 Millionen Euro übertreffen zu können. „Wir haben die erste Hälfte des Geschäftsjahres noch nicht erreicht, sind allerdings zuversichtlich, die bisherige Gewinnprognose leicht übertreffen zu können, „ sagte Isao Kusakabe, ein Unternehmensmanager.

          In Japan könnten Preise an Verbraucher weitergegeben werden

          Das operative Umfeld für Raffinerieunternehmen in Japan habe sich verbessert. Es sei mittlerweile möglich, steigende Rohstoffpreise über Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben, ergänzte er. Das zeigt sich auch an der Preisentwicklung des Benzinfutures an der Commodities Exchange in Tokio. Lag dort der Preis im September des vergangenen Jahres im Tief noch bei 25.500 Yen je 100 Kubikmeter, so liegt er aktuell bei 38.800 Yen. Zwischenzeitlich lag der Kontrakt sogar einmal bei 42.510 Yen.

          Das macht den Preisspielraum des Unternehmens deutlich. Nach zwei schwierigen Jahren 2001 und 2002 konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr wieder einen deutlich Gewinn verbuchen, der sich nach Analystenprognosen im laufenden Geschäftsjahr verdoppeln und im kommenden Jahr noch weiter zulegen soll. Die Aktie hat entsprechend reagiert. Ausgehend von einem Zwischentief bei 122 Yen im November des Jahres 2002 hat die Aktie in der Zwischenzeit knapp 173 Prozent auf zuletzt 333 Yen zugelegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15,4 und 13,6 auf Basis der Gewinnschätzungen scheint auch die Bewertung noch etwas Spielraum zu haben.

          Vor allem dann, wenn sich die japanische Wirtschaft tatsächlich nachhaltig aus ihrer jahrzehntelangen Misere herausarbeiten können sollte. Und dafür scheinen die Zeichen nicht einmal allzu schlecht zu sein. Allerdings dürften sich auf Grund der schon erzielten Kursgewinne trotz allem Absicherungsstrategien gegen nie völlig auszuschließende Enttäuschungen empfehlen.

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