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Rohstoffe : Aktie von Alcoa in der Defensive

  • Aktualisiert am

Aluminiumproduktion Bild: AP

„Rohstoffwerte muß man haben“, lautete die Quintessenz vieler Berichte in jüngster Zeit. Der Abwärtstrend bei Alcoa zeigt, daß das kein Gesetz ist. Eine deutliche Gewinnwarnung bestätigt den Trend und widerlegt optimistische Analysten.

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          Der Rohstoffboom der vergangenen Monate sorgte für Schlagzeilen und animierte die Anleger nach „Jahren der Abstinenz“ und der Technikfixiertheit dazu, wieder vermehrt in diesen Bereich zu investieren. Denn die Nachfrage scheint nach Einschätzung mancher Analysten und sonstiger „Experten“ nahezu grenzenlos zu sein und dementsprechend auch die Gewinnentwicklung der Unternehmen.

          So dürfte es kaum verwundern, wenn sie gerne zum Kauf empfohlen werden. Das zeigt sich beispielsweise beim amerikanischen Aluminiumhersteller Alcoa. 13 von 19 der von Bloomberg gelisteten Analysten stufen die Papiere als „Kauf“ ein, die übrigen als „Halten“. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 14,5 und 11,8 auf Basis ihrer Gewinnschätzungen scheinen die Werte denn auch optisch günstig zu sein.

          Optimismus der Analysten gegen den Realismus des Marktes

          Bei allem Optimismus gibt es allerdings ein Problem: Der Markt scheint diese Einschätzung schon seit Monaten nicht mehr zu teilen. Denn die Aktie läuft schon seit Januar des vergangenen Jahres nach unten und hat ausgehend von einem Zwischenhoch bei 39,44 Dollar inzwischen knapp 40 Prozent verloren. Alleine am Donnerstag ging es nachbörslich bis zu 6,4 Prozent nach unten auf bis zu 24,28 Dollar.

          Bild: FAZ.NET

          Der Grund läßt sich einfach ausmachen: Das Unternehmen gab nachbörslich eine deutliche Gewinnwarnung aus. Der Aluminium-Konzern wird nach eigenen Angaben wegen gesunkener Aluminiumpreise bei gleichzeitig gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten die Gewinnerwartungen der Wall Street deutlich verfehlen. Der Gewinn werde um 39 Prozent unter den Schätzungen von Analysten liegen, hieß es weiter. Der Konzern rechne mit einem Gewinn aus dem laufenden Geschäft von 27 Cent bis 31 Cent je Aktie.

          Darin seien mögliche Auswirkungen der Schließung der Aluminium-Raffinerie in Texas und eines Anoden-Werkes in Louisiana wegen des Hurrikans „Rita“ noch nicht berücksichtigt. Jegliche Auswirkung daraus werde sich im Ergebnis des dritten Quartals niederschlagen, teilte der Konzern mit. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von 44 Cent je Anteilschein im dritten Quartal vorausgesagt.

          Optisch günstige Bewertung wird konterkariert durch die Realität und den Chart

          Diese Aussagen belegen wieder einmal, daß manche Anleger und damit der Markt eine bessere Nase haben als die Analysten. Das zeigt sich an der Kursentwicklung der Aktie in den vergangenen Monaten. In diesem Sinne ist es ratsam, Analystenaussagen immer mit einen gewissen Skepsis zu betrachten und sie immer auch an der Marktentwicklung zu messen. Sollte es wie in diesem Fall zu so deutlichen Differenzen kommen, sollte das zu denken geben.

          Tatsache ist, daß die optisch günstige Bewertung durch die enttäuschende Gewinnentwicklung relativiert werden dürfte. Anleger sollten dem Papier unter anderem auch aufgrund der anhaltend hohen Energiekosten und der sich abzeichnenden Aluminiumüberproduktion in China weiterhin mit Skepsis begegnen sollten. Das gilt zumindest so lange, so lange der gegenwärtige Abwärtstrend anhält. Auf der anderen Seite gibt es eine gewisse charttechnische Hoffnung, denn das Papier steckt in einer Unterstützungszone.

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