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Rohstoffaktien : Norddeutsche Affinerie günstig positioniert

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Der Kupferkonzern aus dem MDax notiert nahe seines Allzeithochs. Und weist eine überzeugende Strategie auf.

          Eher ein Schattendasein führt Europas größter Kupferkonzern, die Norddeutsche Affinerie, im MDax. Jüngst hat sich die Aktie allerdings sehr dynamisch gezeigt - gerade notiert sie nahe ihres Allzeithochs vom vergangenen März bei 15 Euro.

          "Fundamental überzeugt" ist Nikolas Meyer-Lindemann, Analyst beim Bankhaus Lampe, von der Aktie. Er empfiehlt sie als "Outperformer" und traut ihr Kurspotenzial bis 18 Euro zu.

          Produktion durch Weiterverarbeitung ergänzt

          Hauptgrund ist der erfolgreich abgeschlossene Zukauf der Prymetall GmbH, die Kupferbleche und so genannte Bänder produziert, aus denen etwa Euro-Münzen geprägt werden. "Mit dem Kauf des Verarbeiters verlängert das Unternehmen, das vorrangig Kupfer herstellt, planmäßig seine Wertschöpfungskette", erläutert Meyer-Lindemann. "Eine ideale Ergänzung. Dabei hat uns das Unternehmen versichert, dass die Akquisition die Margen verbessern wird und daher das Ergebnis nicht verwässert."

          Und das ist trotz der Konjunkturschwäche ordentlich: Die vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2000/01 (zum 30.09) ergeben einen Gewinn pro Aktie von 1,26 Euro. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11,8. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Bankhaus Lampe einen Gewinn von 1,30 Euro je Aktie.

          Hohe Dividendenrendite

          "Auch die Dividendenrendite ist ein starkes Argument für den Wert", meint der Analyst. Bei der in Aussicht gestellten Ausschüttung von unverändert 0,75 Euro errechnet sich eine Rendite von rund fünf Prozent.

          Zwar sorge das konjunkturelle Umfeld für Risiken auf den Absatzmärkten, "aber das Unternehmen ist gut positioniert, um sein Wachstum fortzusetzen", erwartet Meyer-Lindemann.

          Zu den Kunden der Norddeutschen Affinerie, die 2000/01 mit 2,01 Milliarden Euro sechs Prozent mehr umsetzte als im Vorjahr, zählen Unternehmen der Kabel-, Elektro-, Telekommunikations- und Farbenindustrie sowie die Bau- und Autozulieferer. Seine Wertschöpfungskette hat der Konzern zudem im vorgelagerten Bereich des Recyclings verlängert.

          Der Kupferpreis spielt übrigens für den Konzern eine untergeordnete Rolle, da Preissteigerungen in den Lieferverträgen weitergegeben werden, erläutert Meyer-Lindemann.

          Fazit: Das vergleichsweise stabile Geschäft und die sinnvolle Wertschöpfungsstrategie begrenzen trotz der jüngsten Kursgewinne das Rückschlagspotenzial der Aktie. Anleger sollten aber vor einem Engagement auf jeden Fall abwarten, ob der Titel seinen bisherigen Höchstkurs von 15 Euro überwinden kann.

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