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Rohstoff-Aktien : Auf Orientierungssuche

Das Fördertemp wird wohl verhalten bleiben Bild: dpa

In den vergangenen Monaten sind die Kurse der Rohstoffaktien stark gestiegen. Die Unternehmen warnen allerdings vor zu viel Euphorie für die Branche.

          2 Min.

          Marius Kloppers gibt sich vorsichtig. Eine lebhafte Nachfrage nach Metallen sei frühestens Anfang 2010 zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende des Rohstoffriesen BHP Billiton. Bis dahin sei ein stabiles Geschäft zu erwarten. Einerseits ende der Prozess der Aufstockung der Läger in China, aber dafür nehme die Nachfrage in anderen Ländern langsam zu. In der vergangenen Woche hatte BHP Billiton erstmals seit sechs Jahren einen rückläufigen Quartalsgewinn ausweisen müssen. Auch die in dieser Woche veröffentlichten Quartalszahlen des Konkurrenten Rio Tinto überzeugten die Börse nicht.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          „Die Rohstoffaktien sind zuletzt gut gelaufen und heute einigermaßen fair bewertet", findet der Chef-Volkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, der von einer vermutlich mehrere Monate währenden "Verschnaufpause" spricht. Kater sieht heute an den einzelnen Märkten unterschiedliche Konjunkturszenarien. An den Rentenmärkten spreche die Renditeentwicklung nicht für das Bild einer dauerhaften Konjunkturbelebung, während die Aktienmärkte mehr Vertrauen in die Konjunktur besäßen. Die Rohstoffmärkte - und damit auch die Rohstoffaktien - bewegten sich in ihrer Wahrnehmung zwischen den Extremen der Renten- und Anleihemärkte, meint Kater: Sie seien sich nicht sicher über einen selbsttragenden Konjunkturaufschwung.

          Übernahmephantasie lässt nach

          Ein wenig verschwunden ist aus den Märkten die Übernahmephantasie, die vor der Krise die Kurse zusätzlich getrieben hatte. Zwar hat der in der Schweiz ansässige Rohstoffkonzern Xstrata ein Übernahmeangebot für den britisch-südafrikanischen Konkurrenten Anglo American abgegeben. Die Führung von Anglo American lehnt die Übernahme ab und hat nach Meldungen aus London wohl auch größere Aktionäre davon überzeugt, dem Übernahmeangebot erst einmal nicht zuzustimmen. Dass Xstrata keine Prämie auf den Kurs von Anglo American bietet, macht die Offerte nicht attraktiver. Die Führung von Xstrata hält ihr Angebot dennoch für angemessen und gibt sich geduldig.

          Bild: F.A.Z.

          Mehrere Banken haben die Quartalsergebnisse der Rohstoffkonzerne genutzt, um sich zu deren Aktien zu äußern. So empfehlen die Analysten der Citigroup die Aktie von BHP Billiton mit einem von 1730 auf 1900 Pence erhöhten Kursziel zum Kauf. Als Begründung werden höhere Eisenerzpreise sowie günstigere Wechselkurse genannt. Ebenfalls kaufenswert findet die Citigroup die Aktie von Rio Tinto. Hier lautet das Kursziel 3200 Pence.

          Xstrata-Aktie findet Fürsprecher

          Credit Suisse nennt für die Aktie von Rio Tinto ein Kursziel von 3300 Pence, während sich die UBS mit 2750 Pence begnügt, die Aktie aber trotz Bedenken doch zum Kauf empfiehlt. Der Quartalsabschluss sei schlechter als erwartet gewesen, heißt es in einem Analystenkommentar der UBS, allerdings hätte es noch schlimmer kommen können. Auf dem aktuellen Kursniveau sei die Aktie aber niedrig bewertet.

          Credit Suisse hält die Aktie von Xstrata für den geeignetsten Rohstoffwert, wenn man auf Hausse spekulieren möchte. Die Analysten haben das Kursziel für Xstrata von 1170 auf 1300 Pence heraufgesetzt. Optimistisch für den Wert zeigen sich auch die Analysten der holländischen ING, die ihr Kursziel von 775 auf 1175 Pence erhöht haben.

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