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Richemont : Aktie von Richemont wird langsam reizvoll

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Cartie - eine Marke von Richemont Bild: REUTERS

Im Rahmen der Börsenturbulenzen mussten in den vergangenen Wochen auch die Papiere des Schweizer Luxusgüterherstellers Richemont deutliche Kursverluste hinnehmen. Operativ dagegenlaufen die Geschäfte zumindest bisher nicht schlecht.

          Im Rahmen der Börsenturbulenzen mussten in den vergangenen Wochen auch die Papiere des Schweizer Luxusgüterherstellers Richemont deutliche Kursverluste hinnehmen. Die Aktie ist unter den Aufwärtstrend gefallen. Operativ dagegen scheinen die Geschäfte zumindest bisher nicht schlecht zu laufen.

          Denn das Unternehmen konnte den Umsatz von April bis Juni im Vergleich mit der Vorjahresperiode bei konstanten Wechselkursen um 20 und bei aktuellen Wechselkursen um immerhin 12,6 Prozent auf 1,428 Milliarden Euro steigern.

          Deutliche Umsatzzwächse in den vergangenen Monaten

          Besonders erfreulich waren die Zuwächse von 15,5 Prozent auf 737 Millionen Euro im Juweliergeschäft, das im vergangenen Quartal knapp 52 Prozent des Gesamtumsatzes einbrachte. Das Geschäft mit Uhren konnte um 13 Prozent auf einen Erlös von 415 Millionen Euro gesteigert werden. Der Anteil am Gesamtumsatz lag bei 29 Prozent. Dagegen stagnierten die Umsätze, die mit Schreibgeräten sowie mit Lederwaren und Accessoires erzielt wurden.

          In geographischer Betrachtung konnten die Umsätze in Asien mit einem Plus von 21 Prozent auf 353 Millionen Euro am deutlichsten gesteigert werden, gefolgt von Europa mit einem Zuwachs von 17 Prozent. Dagegen stagnierten die Erlöse in Amerika nach der Umrechung in den starken Euro mit einem Plus von sechs Prozent, während sie in Japan sogar um rund acht Prozent fielen. Mit einem Umsatzanteil von knapp 46 Prozent werden die meisten Produkte in Europa und dem Nahen Osten verkauft, 25 Prozent gehen nach Asien, 19 Prozent nach Amerika und knapp elf Prozent nach Japan.

          Insgesamt scheint das Unternehmen zumindest in lokalen Währungen bisher robust wachsen zu können, mit der Ausnahme in Japan. Es profitiert unter anderem von seinen bekannten Marken, zu denen Namen wie Cartier, Van Cleef, Jaeger-LeCoulter, Piaget, IWC, Baume & Mercier, Vacheron Constantin, A. Lange & Söhne oder auch Montblanc, Montegrappe und Alfred Dunhill sowie Lancel zählen.

          Vernünftige Bewertung

          Neben dem operativen Stammgeschäft hält Richemont auch eine Beteiligung in Höhe von 19,4 Prozent oder umgerechnet 8,35 Millairden Euro an British American Tobacco (BAT) . Da das Tabakgeschäft robust läuft, hielt sich diese Aktie in den vergangenen Monaten relativ gut.

          Aufgrund der abflauenden Konjunktur besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich in den kommenden Monaten auch bei Richemont gewisse Bremsspuren bemerkbar machen können. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,5 und 10,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sieht die Aktie jedoch inzwischen vergleichsweise attraktiv aus. Immerhin ist das Unternehmen nur gering verschuldet und alleine schon der BAT-Anteil steht für 45 Prozent der Marktkapitalisierung. Damit bietet das Papier zumindest den optimistischen Anlegern gewisse Reize. Aufgrund der andauernden Unsicherheit können nach einem Kauf Absicherungsstrategien jedoch nie schaden.

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