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Privatplazierung : Repower kommt als Senvion zurück an die Börse

Windpark in der Nordsee Bild: dpa

Repower Systems, heute Senvion, soll im Rahmen einer Privatplazierung ein zweites Mal an der Börse starten. Die Eigentümer wollen rund 46 Prozent am Unternehmen abgeben.

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          Der Windkraftanlagenhersteller Repower steht vor einer Rückkehr an den Aktienmarkt. Im Rahmen einer Privatplazierung wollen die Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood bis zum 17. März für 20 bis 23,50 Euro Aktien an institutionelle Investoren verkaufen. Später sei auch die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung von Wachstum möglich.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einstweilen sollen bis zu 29,9 Millionen Aktien des mittlerweile Senvion heißenden Unternehmens verkauft werden. Als Mehrzuteilungsoption stehen 3,9 Millionen weitere Aktien zur Verfügung. Das würde den Eigentümern gut 700 Millionen Euro einbringen. Das Unternehmen strebt eine Marktkapitalisierung von bis zu 1,5 Milliarden Euro an, was im Bereich der kleineren Unternehmen des M-Dax liegt wie etwa von Wincor Nixdorf, Norma Group oder Elring-Klinger. Senvion beabsichtigt eine Notierung im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.

          Produktion in China verkauft

          In dem am 31. März 2015 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2014/2015 hat Senvion 1,92 Milliarden Euro umgesetzt. Das waren zwar 9 Prozent mehr als im Jahr davor, aber auch 16 Prozent weniger als im Geschäftsjahr 2012/2013. Allerdings gelang es Senvion den Gewinn um 150 Prozent auf 30,9 Millionen Euro zu steigern, wohingegen 2012/2013 noch ein Verlust von 11,9 Millionen Euro verbucht wurde. Unter Berücksichtigung des mühsamen, aber im Dezember erfolgten Mehrheitsverkaufs der Produktionsaktivitäten in China fiel das Ergebnis noch besser aus.

          Der schon 2012 eingeleitete Verkauf scheiterte zunächst am Rückzug des Investors, später verzögerten regulative Hürden die Transaktion. Senvion hält derzeit nur noch eine Beteiligung von 10,89 Prozent und hat damit die Produktion in Eigenregie in China im Wesentlichen eingestellt. Für das Kalenderjahr 2015 gibt Senvion den Pro-forma-Umsatz mit 2,15 Milliarden Euro an.

          Basierend auf den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2014/2015 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Senvion-Aktie im Bereich um den Wert 50. Rechnet man den starken Anstieg des Betriebsergebnisses im Kalenderjahr 2015 unter Ausklammerung der Produktion in China ein, so lässt es sich etwa auf den halben Wert taxieren. Vorausgesetzt, dass 2016 ein deutlich besseres Ergebnis erzielt werden kann, erscheint der Preis fair. Konkurrent Nordex wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von mehr als 18 gehandelt, Vestas mit 17,5. Für dieses KGV müsste Senvion auf einen Gewinn von rund 89 Millionen Euro kommen. Das erscheint ehrgeizig, aber machbar.

          Senvion hieß früher Repower und war unter diesem Namen bis 2011 börsennotiert. Im Mai 2008 erreichte der Kurs der Aktie 242,50 Euro, nachdem diese 2002 für 41 Euro an die Börse gebracht worden war. Der indische Windkraft-Konzern Suzlon ging 2008 aus einem Übernahmekampf mit der französischen Areva-Gruppe als Sieger hervor und kaufte Repower für 1,3 Milliarden Euro. Die verbliebenen Aktionäre erhielten 63 Euro je Aktie.

          Anfang 2015 verkauften die Inder aufgrund finanzieller Schwierigkeiten Senvion für rund eine Milliarde Euro an die Finanzinvestoren Centerbridge und Arpwood.

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