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Energieversorger : Rekordverlust drückt Kurs der Eon-Aktie

Die Eon-Aktie mag nicht hochspannend sein, aber Lebensgefahr besteht wohl auch nicht... Bild: dpa

Auch Eon hat 2016 einen Rekordverlust eingefahren. Der Ausblick auf das laufende Jahr ist durchwachsen, die Analystenmeinungen eher negativ. Dennoch trauen sie der Aktie noch etwas zu.

          Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Mittwoch im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidungen der amerikanischen Notenbank verhalten optimistisch. Der mit 100 Werten den Markt breit abbildende F.A.Z.-Index legt 0,2 Prozent auf 2374 Punkte zu. Der Standardwerteindex Dax gewinnt mit 0,3 Prozent auf 12.021 Punkte hinzu.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Deutlich unter Druck steht der Aktienkurs des Essener Versorgers Eon. Einen Tag nach dem Rekordverlust des Konkurrenten RWE vermeldet auch Eon mit einem Verlust von 16 Milliarden das schlechteste Ergebnis seiner Firmengeschichte. Dennoch sagen Branchenkenner, die Resultate seien besser ausgefallen als befürchtet.

          Der Kursverlust von zuletzt 3,7 Prozent geht eher auf einen durchwachsenen Ausblick für 2017 zurück, vor allem aber nach Einschätzung von Beobachtern auf Aussagen des Managements, bald über die Aufnahme von frischem Geld zu entscheiden.

          E.ON

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          Dazu will Eon entweder das Kapital um 10 Prozent erhöhen oder Hybrid-Kapital aufnehmen, also wohl eine Anleihe mit sehr langer Laufzeit oder gar keinem Tilgungszeitpunkt begeben. Zwei Milliarden Euro will Eon so aufnehmen. Mit dem Geld will Eon die sogenannte Risikoprämie aus dem Atomkompromiss gegenfinanzieren. Zur Jahresmitte wird Eon insgesamt 10 Milliarden Euro an den staatlichen Atomfonds überweisen.

          Zuletzt waren die Schulden insbesondere wegen des Atomkompromisses und von Belastungen aus der Abspaltung der konventionellen Energieerzeugung unter dem Namen Uniper auf 26,3 Milliarden Euro angestiegen und das Eigenkapital auf 1,3 Milliarden Euro zusammengeschmolzen.

          Anders als am Dienstag bei RWE gibt es allerdings keine Rückwirkungen auf die Aktie der abgespaltenen Tochtergesellschaft. Das liegt zum einen daran, dass das konventionelle Energieerzeugungsgeschäft weniger interessant ist als im Fall der RWE-Tochtergesellschaft Innogy das Thema Erneuerbare Energien.

          RWE ST

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          Zum anderen hat Eon schon früh klargestellt, dass man Uniper komplett von 2018 an veräußern möchte. "Für Eon ist die verbliebene Minderheitsbeteiligung nicht strategisch und wird künftig veräußert werden", sagte Konzernchef Johannes Teyssen auf der Bilanzpressekonferenz. Aktuell hält Eon noch knapp 47 Prozent, im Wert von die zuletzt knapp 2,5 Milliarden Euro wert waren.

          Eon betreibt nunmehr nur noch das Geschäft mit Energienetzen, Erneuerbaren Energien und Kundenlösungen. Dazu gehören Nah- und Fernwärmesystemen, die Stromlieferung sowie Dienstleistungen. In diesem Bereich verzeichnete Eon im Vorjahr deutliche Umsatzeinbußen, und zwar nicht nur in Deutschland. Dennoch ist es mit 57 Prozent des Außenumsatzes weiter das größte Segment, derweil die Erneuerbaren Energien nur rund 2 Prozent ausmachen.

          Die Analysten sind für Eon deutlich negativer eingestellt als für RWE. Nur rund ein Drittel sieht die Aktie positiv, fast ein Viertel rät definitiv zum Verkauf. Die neuesten Kursziele liegen zwischen 5,40 und 8,50 Euro, wobei der Schwerpunkt im Bereich 7 bis 8 Euro liegt. Dies würde der Aktie bei aktuell 6,759 Euro dennoch etwas Potential verleihen.

          Die Ziele für 2017 seien mit Blick auf das operative Ergebnis enttäuschend, lägen für den Nettogewinn aber im Rahmen seiner Schätzungen beziehungsweise deutlich über den durchschnittlichen Erwartungen, meint das Analysehaus RBC Capital. Wichtig sei auch, dass Eon eine Reihe von Bilanzmaßnahmen zum Schuldenabbau angekündigt habe.

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