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Aktienmarkt : Dax-Unternehmen zahlen Rekorddividenden

Mercedes-Benz “Concept IAA”: Daimler erhöht seine Dividende besonders stark. Bild: FAZ

24 der 30 Gesellschaften erhöhen die Dividende. 3 Prozent Rendite bringen allein die Ausschüttungen. Doch die meisten Deutschen lassen ihr Geld lieber kaum verzinst auf Sparbuch oder Konto.

          Die großen deutschen Aktiengesellschaften planen in diesem Jahr Gewinnausschüttungen an ihre Aktionäre von gut 31 Milliarden Euro. Kommt es tatsächlich so, wäre das ein neuer Rekord. Verhindern könnte das noch vor allem Volkswagen. Dies ist neben SAP das einzige Dax-Unternehmen, das seinen Aktionären noch keinen Dividendenvorschlag gemacht hat. Während aber bei SAP die Unwägbarkeiten gering sind – die meisten Analysten rechnen mit einer moderat höheren Dividende –, ist bei VW die Spannung groß. Der ursprünglich angesetzte Termin für die Bilanzvorlage samt Dividendenvorschlag fiel aus. Nun soll am 28. April berichtet werden. Die Hauptversammlung findet deshalb nicht wie geplant am 21. April, sondern erst am 22. Juni in Hannover statt. Später ist nur der Dax-Neuling ProSieben Sat 1 am 30. Juni dran.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Was VW seinen Aktionären genau vorschlagen wird, darüber gehen die Schätzungen weit auseinander. Vergangenes Jahr bekamen die Vorzugsaktionäre noch 4,86 Euro je Aktie, nun wird mit durchschnittlich 2,81 Euro gerechnet. Würde die Dividende wider Erwarten sogar ganz ausfallen, dann wäre auch der neue Dax-Dividendenrekord dahin, der nach aktuellen Schätzungen 800 Millionen Euro über dem Vorjahr liegt.

          Den Anstieg verdankt der Dax jenen 24 Unternehmen, die ihren Aktionären höhere Dividenden vorschlagen. Allen voran schreitet Daimler, die ihre Gewinnbeteiligung kräftig von 2,45 auf 3,25 Euro je Aktie erhöhen wollen und mit einer Ausschüttungssumme von fast 3,5 Milliarden Euro erstmals alle anderen Unternehmen übertreffen. Der Konzern konnte aber auch seinen Gewinn kräftig erhöhen und hat 2015 unter dem Strich knapp 9 Milliarden Euro verdient. Auf Platz zwei fällt die Allianz zurück, die zwar auch die Dividende erhöht, aber eben nur moderat und nun auf knapp 3,4 Milliarden Euro kommt.

          Interessanter ist für viele Aktionäre die Dividendenrendite, also die Höhe der Ausschüttung in Relation zum Aktienkurs. Hier liegt der Energieversorger Eon mit knapp 6 Prozent noch vor Allianz und Daimler an der Spitze. Es ist jedoch ein zweifelhaftes Vergnügen für die Aktionäre, da die Rendite vor allem deshalb so hoch ist, weil der Aktienkurs stark gefallen ist. Die Dividende bleibt trotz Rekordverlust mit 50 Cent je Aktie konstant.

          Die Dax-Unternehmen und ihre Dividendenrendite Bilderstrecke

          Talanx vor RTL

          Eine Dividendenstrategie sollte für Anleger daher nie auf der bloßen Dividendenhöhe basieren. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat ein Modell entwickelt, in das neben der Dividendenrendite auch die Gewinnentwicklung, die Deckung der Dividende durch tatsächlich erwirtschaftete Gewinne, die Bonität des Unternehmens und die Zuverlässigkeit der Dividendenzahlungen eingehen. Der aussichtsreichste Dividendenwert im Dax ist demnach die Munich Re, gefolgt von der Allianz, BMW, BASF und Daimler. Eon kommt immerhin noch auf Rang acht, während der andere Energieversorger RWE ganz ans Ende zurückgefallen ist. Bislang hatte auch hier trotz aller geschäftlichen Misserfolge eine hohe Dividendenrendite noch über manches hinweggetröstet. Doch seit der Konzern kurzerhand und überraschend die Dividende nun ganz gestrichen hat, ist RWE nun wirklich kein attraktiver Dividendenwert mehr.

          Auf Ebene des Euro Stoxx 50 hält die LBBW den französischen Ölkonzern Total für den attraktivsten Dividendenwert, gefolgt vom französischen Versicherer Axa und dem spanischen Telefonkonzern Telefonica. Auf den Plätzen vier, sechs und acht folgen mit der BNP Paribas, der Société Générale und der ING sogar drei Banken. Die Deutsche Bank hat hingegen auf absehbare Zeit die Dividende ganz gestrichen. Die Commerzbank plant erstmals nach sieben Nullrunden nun wieder eine Ausschüttung von 20 Cent je Aktie. Im M-Dax gehört mit der Aareal Bank auf Platz drei nach Ansicht der LBBW aber auch eine deutsche Bank zu den aussichtsreichen Dividendenwerten. Vorne liegt der Versicherer Talanx vor RTL.

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