https://www.faz.net/-gv6-nuuq

Regenerative Energien : Heißhunger auf Solaraktien macht Ersol den Börsengang leicht

  • Aktualisiert am

Das Führungsteam der Ersol Solar Energy AG Bild: Ersol Solar Energy AG

Solaraktien sind groß in Mode. Die Gunst der Stunde nutzend, strebt jetzt Ersol Solar Energy an die Börse. Der Solarzellenproduzent hat dabei alles im Gepäck, was den Anhängern der Branche typischerweise gefällt.

          5 Min.

          Solaraktien sind „in“ bei den Börsianern. Das zeigt sich nicht nur an den haussierenden Kursen, sondern an den vielen Branchenvertretern, die derzeit eine Börsennotiz anstreben. Aktuell streben alleine in Deutschland gleich drei Anbieter aus dem Bereich Solarenergie an die Börse.

          Neben Q-Cells und Sunline steht auch der Solarzellenhersteller Ersol Solar Energy Schlange. Mit einer Präsentation haben die Thüringer, die zu den zehn größten Solarzellproduzenten weltweit gehören, am Dienstag in Frankfurt die Werbetour für ihre Aktien gestartet.

          Dabei ließ sich auch an der Anzahl der Besucher ablesen, wie rege das Interesse gerade an dem Sektor ist: Der Präsentationsraum war nämlich bis auf den letzten Platz gefüllt. Noch im Vorjahr wäre die Resonanz auf ein Unternehmen in der Größenordnung der Erfurter sehr wahrscheinlich deutlich verhaltener ausgefallen.

          Strategie und Wachstumschancen passen

          Obwohl es normalerweise oft nicht ratsam ist, mit den Börsen-Lemmingen zu rennen, brauchten die Anwesenden in diesem Fall ihr Kommen nicht zu bereuen. Denn der Vorstand der 1997 gegründeten Firma wartete mit einer interessanten Investmentstory auf. Und zwar in zweierlei Hinsicht, überzeugt das Unternehmen doch sowohl mit seiner Strategie als auch mit seinen Wachstumsaussichten.

          Eine überaus vorteilhafte Sache stellt die Tatsache dar, daß die Siliziumversorgung durch den Abschluß langfristiger Lieferverträge mit namhaften Siliziumherstellern bis in das nächste Jahrzehnt bereits jetzt angemessen abgesichert ist. Auch die Abnahme der eigenen Solarzellenproduktion ist bereits zu einem großen Teil zu festen Preisen vereinbart. Das gibt nicht nur bei den Umsatz- und Gewinnprognosen viel Sicherheit, sondern macht auch unabhängig von einem der größten Probleme, mit denen die Branche zu kämpfen hat. Dieses besteht nämlich in Lieferengpässen bei dem für die Herstellung von Solarzellen wichtigen Vorprodukt Silizium.

          Nachdem Ersol diese Klippe offenbar mit viel Weitblick umschifft hat, sind die Voraussetzungen gut für eine anhaltende Expansion. Die hauseigenen Planungen sehen dabei bis ins Jahr 2008 eine Steigerung der Kapazitäten auf 110 Mega-Watt (MW) vor. Verglichen mit den Ende 2004 vorhandenen Kapazitäten von 25 MW, die 2005 auf 60 MW ausgebaut werden sollen, stellt das eine ansehnliche Steigerung dar. Der Weltmarktanteil von derzeit rund zwei Prozent soll dadurch auf etwa fünf Prozent steigen. Mittelfristig, das heißt bis ins Jahr 2010, strebt Ersol sogar einen weltweiten Marktanteil von zehn Prozent an.

          Politik spielt in den Planungen untergeordnete Rolle

          Bei der Expansion hilft auch ein vorteilhaftes Umfeld, das begünstigt durch die hohen Ölpreise eine sehr starke Nachfrage beinhaltet. Wie groß das Potential vor diesem Hintergrund ist, läßt sich auch daran ablesen, daß derzeit erst weniger als ein Prozent der globalen Energieversorgung aus regenerativen Energien stammt. „Wir stehen erst am Anfang einer globalen Entwicklung“, zeigt sich Vorstandschef Claus Beneking überzeugt.

          Zu dem guten Lauf, den die Branche derzeit hat, paßt die aufgrund des Ausgangs der Bundestagswahlen deutliche gesunkene Gefahr einer Abschaffung der Förderung erneuerbarer Energien. Ersol selbst wähnt sich aber ohnehin relativ unabhängig von der Politik und möglichen Subventionen. So beobachtet Beneking die gegenwärtige Regierungsbildung in Berlin „ganz gelassen.“

          Er verweist in diesem Zusammenhang nicht nur auf die parteiübergreifende Unterstützung der Solarindustrie, sondern vor allem auf den hohen Auslandsumsatz von Ersol. Schon rund die Hälfte seiner Solarzellen verkauft der Konzern außerhalb Deutschlands. Außer in den südeuropäischen Staaten ist Ersol vor allem auf dem asiatischen Markt erfolgreich.

          Übernahme macht Ersol zum integrierten Solarunternehmen

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In Hongkong wird protestiert, die deutschen Unternehmen äußern sich aber kaum zu den Menschenrechtsverstößen.

          Menschenrechte in Hongkong : Wo bleibt die Kritik an China?

          In Hongkong und Xinjiang sind die Menschenrechte in Gefahr. Deutsche Unternehmen äußern sich trotzdem nicht zu den Verstößen – für sie könnte viel auf dem Spiel stehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.