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Recycling/Rohstoffe : Aktie von Interseroh profitiert vom Rohstoffboom

  • Aktualisiert am
Auch das sind Rohstoffe
          2 Min.

          Galten Rohstoffunternehmen noch bis nicht vor allzu langer Zeit als langweilig und wenig interessant für Anleger, so galt das erst recht für viele Recycling-Unternehmen. Damit wollte lange Zeit niemand so richtig etwas zu tun haben.

          Dabei konnten manche Unternehmen solide Gewinne erwirtschaften und interessante Dividenden ausschütten. Die Aktien jedoch zeigten wenig Dynamik. Diese Beobachtung galt noch bis vor Kurzem auch für die Papiere von Interseroh.

          Aktie nach langem Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen

          Nach dem Börsengang im Juni des Jahres 1998 bei 27 Mark oder umgerechnet 13,80 Euro pendelte die Aktie die längste Zeit um den Ausgabekurs, immer wieder einmal unterbrochen von kurzen, aber zum Teil deutlichen Kursverlusten. Erst zum Ende des vergangenen Jahres ist der Ausbruch nach oben gelungen. Dafür war er deutlich. Denn ausgehend von etwa 13 Euro konnten innerhalb weniger Wochen Kursgewinne von bis zu knapp 110 Prozent verbucht werden.

          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Interseroh in den vergangenen Jahren
          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Interseroh in den vergangenen Jahren :

          Inzwischen hat das Papier zwar wieder etwas konsolidiert, aber mit einem Tagesplus von 4,5 Prozent auf zuletzt 24,50 Euro liegt die Aktie am Donnerstag nicht mehr allzuweit vom vor wenigen Tagen erreichten Allzeithoch entfernt. Der Trend zeigt nach wie vor nach oben.

          Diese Entwicklung läßt sich anhand der am Donnerstag vorgelegten Ertragszahlen für das vergangene Jahr erklären. Denn der Kölner Recycling- und Dienstleistungskonzern hat im vergangenen Geschäftsjahr auf Grund anziehender Rohstoffpreise Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Das Ergebnis vor Ertragssteuern sei auf 40,2 Millionen Euro von 19 Millionen Euro gestiegen, teilte Interseroh am Donnerstag mit. Unter dem Strich verdiente Interseroh 28,8 Millionen Euro, nach 8,9 Millionen euro im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 41,2 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Die Anteilseigner sollen den Angaben zufolge wie in den vergangenen drei Jahren eine Dividende von 0,86 Euro je Aktie erhalten.

          Günstige Bewertung - interessante Dividendenrendite

          „Das Geschäftsjahr 2004 ist gut gelaufen, wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", betonte Vorstandschef Werner Kook. Interseroh habe „vom weltweiten Trend hoher und zugleich volatiler Rohstoffpreise profitiert". Bereits im Halbjahr hatte Interseroh vor allem im Bereich Stahl- und Metallrecycling ein deutliches Umsatzplus verbucht.

          Sollte diese Entwicklung im Rohstoffbereich anhalten, dürfte sich das Unternehmen auch weiterhin gut schlagen können. Gleichzeitig ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 8,34 und einer Dividendenrendite von 3,52 Prozent noch sehr vernünftig bewertet und dürfte aus diesem Grund weiterhin einen Blick wert sein.

          Interseroh bezeichnet sich als europaweit führend bei Organisationslösungen für das Stoffstrommanagement. Dabei handelt es sich um komplexe Systemdienstleistungen, die aus der Vernetzung der beiden Geschäftsfelder des Unternehmens resultieren: Organisieren und Koordinieren von Dienstleistungen sowie Aufbereiten und Vermarkten von Rohstoffen.

          Die Geschäftsidee des Unternehmens basiert auf den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft: Organisation des Recycling-Prozesses und der Handel mit Sekundärrohstoffen. So werden beispielsweise aus leeren Verpackungen und ausgedienten Produkten wertvolle Grundstoffe für die Industrie wiedergewonnen.

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