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Ranking Januar : Mongolische Börse - Überfliegerin im Boom

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Bild: Bloomberg

Die Struktur und Entwicklung der Finanzmärkte ist intransparenter, volatiler und unberechenbarer denn je. Nach schwachem Start ins Jahr ist der Optimismus jedoch sehr groß und die Rally scheint sich selbst zu verstärken.

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          Nach einem zögerlichen Start ins Jahr befinden sich die Aktienanleger wieder in vollem Überschwang. Enorme Staatsschulden, unbereinigte Strukturprobleme, ungelöste Ungleichgewichte und extrem hohe Energie- und Rohstoffpreise scheinen niemanden zu interessieren.

          Dabei hinterlassen sie schon bei vielen Unternehmen unübersehbare Spuren, die die gestiegenen Kosten nicht weitergeben können. So verloren die Aktien des schwedischen Unternehmens SKF am Montag auf hohem Niveau bis zu 7,8 Prozent ihres Wertes. Das Unternehmen verpasste mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Kronen im vierten Quartal und einem Umsatz von 15,4 Milliarden Kronen die hohen Erwartungen des Marktes.

          Hohe Rohstoffkosten beschneiden die Margen der Unternehmen

          Unternehmensvorstand Tom Johnstone blickt zwar optimistisch auf die Entwicklung des laufenden Jahres. Allerdings macht er hohe Rohstoffkosten und die Aufwertung der schwedischen Krone von sehr schwachem Niveau sowohl für die enttäuschende Entwicklung im vergangnen Quartal verantwortlich als auch für entsprechende Bedenken für das Jahr 2011. In diesem Sinne ist fraglich, wie lange die Unternehmen weltweit ihre Rekordmargen halten können, die ihre Gewinnentwicklung robust aussehen lassen.

          Davon lassen sich Anleger jedoch nicht abhalten, sondern sie gehen sehr hohe Risiken ein und kaufen bevorzugt jene Werte, die noch im vergangenen Jahr auf der Verkaufsliste standen oder die sich im Rahmen der bisherigen Kursrally unterdurchschnittlich entwickelt hatten. So konnte die Börse Serbiens im Januar mit einem Kursgewinn von 14,4 Prozent die deutlichsten Kursgewinne hinter dem mongolischen Aktienmarkt verbuchen. Jener hatte aufgrund der Flut in Australien und der starken Nachfrage aus China nach Kohle einen Wertzuwachs von knapp 65 Prozent verzeichnet. Er wurde ausgelöst Aktien von Kohlegruben wie Aduunchuluun, Mogoin Gol, Baganuur oder Sharyn Gol, die alleine im laufenden Jahr 2011 Kursgewinne zwischen 90 und 151 Prozent in Euro verzeichnen konnten.

          Der enorme Risikoappetit führte jedoch auch an den Börsen Griechenlands, Zyperns, Bulgariens, Spaniens, Italiens und Lettlands zu Kurszuwächsen zwischen 8,8 und 13 Prozent. Schuldenbedenken scheinen nach den Diskussionen über eine Ausweitung des europäischen Rettungsschirmes und den Bemühungen in Spanien, den Finanzsektor zu restrukturieren, wie weggeflogen zu sein. Neben Aktien von Papierherstellern gehören Papiere von Versicherungsunternehmen und Finanzunternehmen zu den großen Kursgewinnern des ersten Monats des Jahres.

          Werte an sich schwacher Unternehmen verbuchen starke Kursgewinne

          Aktien der Criteria Caixacorp, der National Bank of Greece, der BBVA, der Intesa Snapaolo, der Dexia, der Socitété Générale, des Unicredit, der KBC und der Banco Santander gehörten und gehören mit Kursgewinnen zwischen 15 und 30 Prozent in den vergangenen vier Wochen ebenso zu den großen Kursgewinnern wie die Papiere der Ageas, der Delta Lloyd, der Axa, von Aegon, von Mapfre, von Mediolanum, Legal & General, CNP Assurance und nicht zuletzt der Allianz. Die Sozialisierung der Verluste, sie aufgrund ihrer Fehleinschätzungen und -spekulationen eigentlich hätten übernehmen müssen, scheint nun die Phantasie der Anleger ebenso zu beeindrucken, wie der unglaubliche Aufschwung an den Börsen.

          Angesichts der enormen geld- und fiskalpolitischen Impulse scheint sich der Reflationierungszyklus auf Pump immer weiter selbst zu bestätigen. Denn nach den inzwischen gestiegenen Kursen können sich immer mehr Finanzunternehmen wie die Versicherungen immer schöner rechnen. Da die Zentralbanken trotz der boomenden Vermögensmärkte und dem sich immer deutlicher abzeichnenden Preisauftrieb die Zinsen real weiterhin negativ und die Geldmengen hoch halten, ist ein Ende des Booms bis auf weiteres nicht absehbar. Selbst die Unruhen in Nordafrika scheinen niemanden zu beunruhigen.

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