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Quartalszahlen : Analysten sehen steigende US-Ergebnisse mit Skepsis

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Eine vorläufige Zwischenbilanz signalisiert für die US-Unternehmen höhere Gewinne im dritten Quartal. Aufbruchstimmung will trotzdem nicht aufkeimen.

          Der Zwischenstand bei den Unternehmensergebnissen in den USA deutet auf steigende Gewinne hin. Dies wäre dann der zweite Anstieg in Folge, nachdem zuvor fünf Quartale in Folge schrumpfende Gewinne hingenommen werden mussten.

          So sind die Gewinne der 415 Unternehmen aus dem S&P 500 Index, die bisher Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt haben, um 9,6 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal war ein kleines Plus von einem Prozent zu verzeichnen, während die Gewinne im ersten Quartal noch um 23 Prozent geschrumpft waren.

          Zweifel bleiben bestehen

          Zu den Gesellschaften, die auch dank Kosteneinsparungen ihre Gewinne verbessern konnten zählen Größen wie Citigroup, Procter & Gamble, Microsoft und General Electric. Dabei kamen die Gewinne bei Citigroup um 23 Prozent voran, bei General Electric um 25 Prozent und bei Microsoft verdoppelten sie sich sogar. Procter & Gamble meldete einen Anstieg von 33 Prozent.

          Trotzdem bleiben Zweifel über die weiteren Aussichten bestehen. "Das Wachstum wird sehr gering ausfallen. Wir haben jetzt eine Erleichterungsrally gesehen, aber eigentlich stehen wir nicht besser da als vor drei oder sechs Monaten", glaubt John Zimmermann, Fondsmanager bei Banc of America Capital Management. Er spielt damit auf das Plus von elf Prozent beim Dow Jones Industrial Average im Oktober an. Beflügelt von den steigenden Gewinnen ist dies das größte Monatsplus seit Januar 1987.

          Zu optimistische Schätzungen für das vierte Quartal?

          Für das vierte Quartal rechnen Analysten derzeit laut den Umfragen von Thomson First Call mit einer Verbesserung bei den Gewinnen von 15 Prozent. Zurückhaltende Ausblicke der Unternehmen lassen aber befürchten, dass diese Erwartungshaltung nicht ganz erfüllt werden kann. Schließlich würden viele Unternehmen wie Microsoft von einem weiter schwierigen Geschäftsumfeld sprechen.

          "Die positiven Ergebnisse beruhten mehr auf Kosteneinsparungen als auf Umsatzsteigerungen", bilanziert James Sandison, Fondsmanager bei Edinburgh Fund Managers. "Was jetzt bei dem einen Unternehmen eingespart wird, führt im nächsten Quartal bei einer anderen Gesellschaft zu einer Gewinnwarnung."

          Kampf um Marktanteile bestimmt das Geschäft

          Genährt werden die Bedenken auch durch schwache Konjunkturzahlen. So ist der Index des Verbrauchervertrauen unlängst auf ein Neun-Jahrestief abgesackt. Auch Chuck Hill, Research-Direktor bei Thomson First Call gibt zu bedenken: "Die Unternehmen kämpfen unverändert hart um Marktanteile, da es in vielen Branchen noch immer viele Überkapazitäten gibt."

          Zudem steigt laut Hill mit der schleppenden Umsatzentwicklung die Gefahr, dass die US-Wirtschaft erneut in die Rezession zurückfällt. Auch Fondsmanager Zimmermann räumt ein: "In einem Umfeld mit schwachem Wachstum geht es in erster Linie um Marktanteile. Diese gewinnt man entweder durch Preissenkungen oder verstärkten Marketinganstrengungen." Einwände wie diese deuten an, dass auf die US-Wirtschaft und damit die Börse im vierten Quartal noch einige harte Belastungsproben warten.

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