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Private Equity : Bei Private Equity zählt die Qualität

  • -Aktualisiert am

Gefragt ist Qualität Bild: @nav

Viele Private Equity-Investments werden derzeit mit einem Abschlag gehandelt. Dies könnte einen günstigen Einstiegszeitpunkt signalisieren.

          3 Min.

          Trotz des hohen Renditepotentials von Private Equity-Anlagen spielt diese Anlageform in den Depots von Privatanlegern oft noch keine Rolle, weil der Zugang für kleinere Anlagesummen lange Zeit kaum möglich war. Doch mittlerweile sind diverse Private Equity-Vehikel börsennotiert, was auch Privatanlegern ein problemloses Investieren in diese Anlageform ermöglicht.

          Aus unserer Sicht gibt es keinen Zweifel, dass gute Private Equity-Anlagen eine sinnvolle Ergänzung zu den traditionellen Investments für den Privatanleger sind. Je nach Risikoneigung erscheint eine Größenordnung von 10 bis 20 Prozent des Depotvolumens durchaus vertretbar. Vom Timing her sehen wir jetzt eine gute Gelegenheit, die gedrückten Notierungen antizyklisch zu ersten Käufen zu nutzen.

          Spielraum nach unten

          Der Anleger muss sich dabei jedoch bewusst sein, dass das Umfeld zunächst weiter schwierig bleiben dürfte und die inneren Werte von Private Equity-Anlagen noch einen gewissen Spielraum nach unten haben. Auf der anderen Seite gehen wir davon aus, dass bei guten Private Equity-Vehikeln der größte Teil der Wertkorrekturen bereits vorgenommen wurde. Sofern bei diesen Produkten dann noch ein hoher Discount auf den inneren Wert besteht, sehen wir spekulativ durchaus gute Einstiegschancen. Doch an welchen Kriterien sollte sich der Anleger derzeit orientieren? Wir haben hier einmal drei aus unserer Sicht wichtige Faktoren zusammengestellt, die in der derzeit schwierigen Marktphase im Hinblick auf eine Private Equity-Investition ganz besondere Bedeutung haben:

          - möglichst hohe Management-Qualität
          - Investitionen liegen möglichst lange zurück
          - möglichst hoher Buyout-Anteil

          Möglichst hohe Management-Qualität

          Gerade in der aktuellen Marktphase kommt einer hohen Management-Qualität eine entscheidende Bedeutung zu. Viele Venture Capital-Gesellschaften wurden erst vor kurzer Zeit im jüngsten Boom gegründet. Und in der Tat schien es bis Mitte 2000 so, als wenn nichts einfacher wäre, als schnell in ein junges Unternehmen zu investieren, den Börsengang abzuwarten und dann Millionengewinne einzustreichen. Dieser Traum vom schnellen Geld ist mittlerweile jedoch zerplatzt. Wir erwarten hier noch eine schmerzhafte Phase der Marktbereinigung. Viele junge Venture Capital-Unternehmen werden ebenso schnell wieder verschwinden wie sie gekommen sind.

          Wesentlich besser behaupten sich da die wirklich besten Private Equity-Manager, die über eine lange Erfahrung verfügen und auch schon einmal ähnlich negative Marktphasen durchstehen mussten. Diese besten Mangementteams wollen sich in der Regel nicht mit der Masse von Kleinanlegern auseinandersetzen, sondern nehmen oft nur Gelder von großen institutionellen Anlegern entgegen. Zugang zu dieser höchsten Qualität im Private Equity haben somit Fund of Funds, wie Castle Private Equity AG oder die Princess Private Equity Holding.

          Von den auf dem deutschen Kurszettel notierten kleineren Venture Capital-Firmen konnten wir keinen Titel finden, das uns als derzeit kaufenswert erscheint. Werte wie bmp (WKN 523540, Börse Frankfurt), TFG Venture Capital (WKN 744950, Börse Frankfurt), Knorr Capital Partner (WKN 768612, Börse Frankfurt) und U.C.A (WKN 701200, Börse Frankfurt) eigenen sich bestenfalls für ausgeprägte Spielernaturen unter den Anlegern. Das wesentlich bessere Chance/Risikoverhältnis sehen wir bei den grossen Fund of Funds wie Castle oder Princess, wo wir eben auch eine wesentlich bessere Management-Qualität vereint sehen.

          Investitionen sollten möglichst lange zurück liegen

          Als großen Vorteil sehen wir auch, wenn die getätigten Investitionen bereits mehrere Jahre zurückliegen. Ein Investitionsschwerpunkt in der Zeit des Börsenhochs im Jahr 2000 ist hingegen sicher als wesentlicher ungünstiger anzusehen, da bei diesen, auf dem Höchstniveau der Aktienmärkte getätigten Investitionen eher mit weiteren Wertminderungen zu rechnen ist, während bereits vor Jahren getätigte Investments bei entsprechender Qualität auch jetzt oft noch mit Gewinn verkauft werden können. Sehr gut in dieser Hinsicht sehen wir Castle positioniert, die über ein sehr reifes Portfolio verfügen. Selbst in dieser sehr schwierigen Marktphase, in der die gesamten Private Equity-Verkäufe fast zum Erliegen gekommen sind, konnte Castle zuletzt einige gewinnbringende Transaktionen durchführen und somit Kapitalzuflüsse erzielen.

          Möglichst hoher Buyout-Anteil

          Der Buyout-Bereich bringt alle Voraussetzungen mit, um wesentlich besser durch die Krise zu kommen als das Venture Segment. Dies zeigen auch die jüngsten Berichte der Private Equity-Gesellschaften. Wertkorrekturen mussten in erster Linie bei den jungen Wachstumsunternehmen der new economy vorgenommen werden, während der Buyout-Bereich recht stabil war. Die Erklärung ist einfach: Hier wird in der Regel in Gewinn erzielende Unternehmen der Old Economy investiert, die oft keine weiteren Finanzmittel benötigen. Auch dieser Punkt spricht für die großen gut diversifizierten Fund of Funds und gegen kleinere Gesellschaften wie bmp, TFG, Knorr oder UCA, die schwerpunktmässig auf den risikoreicheren Venture Bereich ausgerichtet sind.

          Fazit

          Aus unserer Sicht bieten sich derzeit gut gemanagte Fund of Funds-Produkte für den Privatanleger als sinnvolle Depot-Ergänzungen an. Gegenüber den auf den Venture-Bereich spezialisierten Börsenwerten wie bmp, TFG, Knorr und UCA weisen diese breit diversifizierten Fund of Funds das wesentlich bessere Chance/Risiko-Verhältnis auf. Gute Produkte wie Princess oder Castle sind jeweils an den Depots von über 100 ausgezeichneten Private Equity-Managern beteiligt, die wiederum jeweils 20 bis 30 Beteiligungen enthalten können. So beteiligt man sich mit einem Fund of Funds an über 1.000 Gesellschaften. Diese Dimensionen spiegelt sich auch im Börsenwert von Princess und Castle wider, der jeweils bei mehren hundert Millionen Dollar liegt. In den folgenden beiden Teilen dieser Serie stellen wir Ihnen Castle und Princess ausführlich vor.

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