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PPR : Kurs steigt trotz Konsumflaute

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Auch der PPR-Konzern, Betreiber des Pariser Warenhauses „Printemps”, bekam die Konsumflaute zu spüren Bild: AFP

Die durchwachsenen Zahlen des französischen Luxuskonzerns PPR schrecken die Anleger nicht. Die Aktie verzeichnet am Donnerstag kräftige Kursgewinne. Und dabei macht der französische Eigentümer der deutschen Sportmarke Puma weniger Gewinn.

          Wenigstens in der Liebe beweist der französische Luxusunternehmer François-Henri Pinault eine glückliche Hand. Er hat am 14. Februar, am Valentinstag, die mexikanische, aus dem Libanon stammende Schauspielerin Salma Hayek geheiratet, will das französische Nachrichtenmagazin „Le Point“ wissen.

          Diese ganze private Fusion mag Pinault geglückt sein, wirtschaftlich laufen die Geschäfte weniger gut. Um mehr als 20 Prozent ist im vergangenen Jahr der operative Gewinn seiner Luxusgruppe PPR gesunken - von 1,73 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 1,36 Milliarden Euro.

          Damit macht die Konsumflaute auch dem französischen Unternehmen zu schaffen, dem mittlerweile auch die deutsche Sport- und Fashionmarke Puma gehört.

          Weitgefächerte Aktivitäten

          Dabei ist PPR unter den großen Luxusunternehmen der Welt wahrscheinlich noch der Anbieter, der am wenigsten vom Luxus im engeren Sinne abhängig ist. Denn Puma mag zurzeit wieder im Trend liegen, doch Luxus bietet der Adidas-Konkurrent nicht an. Auch die Kaufhäuser „Printemps“ oder das Versandhaus „La Redoute“ wie auch die Möbelhauskette „Conforama“ oder die sich als Kulturkaufhaus bezeichnende Kette „Fnac“ zählen kaum ins Luxussegment.

          Im wirklich hochpreisigen Segment ist PPR mit der Gucci-Gruppe, Yves Saint Laurent und Modelabels wie Stella McCartney vertreten. Und wie es für französische Unternehmer durchaus üblich ist, hat sich François Pinault, Salma Hayeks Schwiegervater und Gründer des Konzerns, auch einen eigenen, wenn auch kleinen Presseverlag gegönnt, der nur noch elektronisch die Wirtschaftstageszeitung „L'Agefi“ herausgibt.

          Es war auch nicht das Luxussegment, das die PPR-Zahlen 2008 belastete, sondern vielmehr Fnac, Conforama und die Versandaktivitäten. Der Umsatz des Konzerns fiel denn auch im vierten Quartal um 1,5 Prozent.

          Gucci allein konnte es nicht richten

          Auch die im vergangenen Jahr starke Marke Gucci konnte im abgelaufenen Vierteljahr nicht das Zahlenwerk des Konzerns retten. Einen Ausblick für das laufende Jahr wagte der PPR-Konzern nicht und kündigte Einsparungen an, obwohl der Januar gut verlaufen sei. Die beiden weltgrößten Hersteller von Luxusartikeln LVMH und Hermès hatten sich vor gut zwei Wochen trotz des globalen Abschwungs optimistisch für das laufende Jahr gezeigt.

          Allerdings ist PPR auch stärker als andere Luxushersteller vom französischen Markt abhängig, auf dem die Verbraucher angesichts der Wirtschaftskrise besonders zurückhaltend geworden sind. 38 Prozent seines Umsatzes erzielt PPR in seinem Heimatland.

          Analysten sehen Positives

          Trotz der durchwachsenen Zahlen kam der PPR-Bericht im Aktienhandel gar nicht so schlecht an. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft sei schließlich von 6,82 auf 6,95 Euro je Aktie gestiegen, hieß es. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Rückgang auf 6,45 Euro gerechnet. Das operative Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft habe sich um 5,4 Prozent auf 1,721 Milliarden Euro erhöht.

          „Das Wachstum wird kräftig sein, und PPR kann daran sowohl als Einzelhändler wie auch als Luxusunternehmen teilhaben“, zeigte sich laut Bloomberg der Analyst John Guy von MF Global Securities in London optimistisch. Er empfiehlt die Aktie zum Kauf.

          Kräftige Kursgewinne

          In den vergangenen zwölf Monaten hatte die Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren, allein rund 13 Prozent seit Jahresbeginn. Doch nun könnte sich die Stimmung drehen. Um 4,7 Prozent auf 42,80 Euro tendierte der Kurs am Donnerstag an der Pariser Börse höher.

          Anleger, die sich schon vorsichtig im Hinblick auf eine Besserung der Wirtschaftslage positionieren wollen, scheinen einen Blick auf PPR zu werfen. So hat der Kurs seit Ende November auch schon aus charttechnischer Sicht eine leichte Aufwärtsbewegung eingeschlagen, die allerdings noch auf eine Bestätigung wartet.

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