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Photovoltaik : Unsicherheit belastet Aktie von Manz

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Auf breiter Front steigen dank des angekündigten chinesischen Konjunkturprogramms die Kurse. Nur der von Manz Automation leidet. Das Unternehmen hat die Erwartungen verfehlt. Nun sorgen sich Beobachter, ob die Jahresprognose erreicht wird. Manz meint: ja.

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          Es mutet fast an wie bei Asterix. Alle Aktienkurse steigen dank der durch das chinesische Konjunkturpaket ausgelösten Begeisterung. Alle Aktienkurse? Nein. Zwar ist der des Solar- und LCD-Maschinenhersteller Manz Automation nicht ganz allein auf weiter Flur, doch mit einem moderaten Minus gehört sie zu den schlechtesten Aktien im HDax, neben etwa der Allianz oder Volkswagen.

          Ursächlich dürfte die Tatsache sein, dass Finanzvorstand Martin Hipp einräumte, dass einige Kunden mit großen Ausbauplänen, Projekte um einige Monate verschoben hätten, obgleich es keine Stornierungen von Bestellungen gebe.

          Unter den Erwartungen

          Zudem blieben die Geschäftsergebnisse für die ersten neun Monaten des Jahres unter den Erwartungen. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 170,5 Millionen Euro, einem Betriebsergebnis von 19,44 Millionen Euro und einem Überschuss von 14,34 Millionen Euro gerechnet.

          Tatsächlich stieg der Umsatz nur auf rund 159 Millionen Euro, das Betriebsergebnis auf 18,8 Millionen Euro und der Reingewinn auf 14,1 Millionen Euro. Angesichts der deutlich geringen Vorjahreswerte muss das erste Dreivierteljahr durchaus als Erfolg gelten. Im Vorjahr hatte der Umsatz noch 46,9 Millionen Euro betragen. Das Betriebsergebnis belief sich auf 6,3 Millionen Euro, der Reingewinn auf 6,44 Millionen Euro.

          „Müssen noch eine Schippe drauflegen“

          Wegen eines guten Auftragseingangs und einer gesicherten Auslastung bis zur Jahresmitte 2009 gehe der Vorstand weiter von einer Umsatzprognose für das laufende Jahr von 235 bis 240 Millionen Euro aus, hieß es, obgleich Hipp einräumte: „Wir müssen beim Umsatz noch eine Schippe drauflegen, aber wenn alles planmäßig verläuft, dann erreichen wir das auch“.

          Dabei soll die betriebliche Marge wie in den ersten neun Monaten 11,8 Prozent erreichen. Diese lag im Vorjahr noch bei 13,4 Prozent. Als Grund für den Rückgang nannte Manz die Konsolidierung der im laufenden Jahr akquirierten Unternehmen.

          Ertragreiches Solar-Geschäft

          Für das kommende Jahr wird eine Marge von 15 Prozent angepeilt, so Hipp. Dabei helfe die Umstellung des Produktsortiments der neuen Tochtergesellschaften auf profitablere Solarprodukte. Deren Bedeutung für den Konzernumsatz ist indes gegenüber dem Vorjahr relativ zurückgegangen: So generierte Manz in diesem Bereich in den ersten neun Monaten rund 56 Prozent des Umsatzes. Im Vorjahr waren es noch rund 70 Prozent gewesen.

          Die absoluten Zuwächse waren indes höher, vor allem aber die Beiträge zum Betriebsergebnis, das zu 80 Prozent im Solarbereich erwirtschaftet wird, während das LCD-Geschäft nur rund ein Sechstel beisteuert.

          Aktie nicht billig

          Analyst Götz Fischbeck von der BHF-Bank erwartet trotz des deutlich unter den Erwartungen liegenden Umsatzes nach neun Monaten keine böse Überraschung im Gesamtjahr, auch wenn es auf den ersten Blick nicht leicht erreichbar aussehe. „Es muss ein Rekordquartal folgen, um das Jahresziel zu erreichen. Der Vorstand sollte Mitte November aber wissen, wie der Vorlauf aussieht und was in den letzten sechs Wochen noch ausgeliefert wird.“ An seiner Umsatzprognose von 238 Millionen Euro hält der Experte fest.

          Spannender sei jetzt der Blick über 2008 hinaus. „Hier bleibt Manz allerdings sehr vage.“ Fischbeck beließ die Einstufung zunächst auf „Kaufen“. Sein Kursziel setzte er in Erwartung weiterer Details auf der für Dienstag anberaumten Analystenkonferenz indes unter Beobachtung.

          Ausgehend von den im Berichtszeitraum verfehlten Analystenschätzungen ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,6 für das laufende und 9,6 für das kommende Jahr nicht unbedingt als billig zu bezeichnen. Nun kommt viel darauf an, ob Manz tatsächlich ein Rekordquartal verzeichnen kann. Denn bleibt Manz unter den Erwartungen, die zudem noch auf einer leicht höheren betrieblichen Marge beruhen, steigt die Bewertung der Aktie - durchaus auch mit Blick auf das kommende Jahr, das zudem konjunkturell schwach werden soll.

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