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Photovoltaik : Solarworld ist für Kalifornien am besten gerüstet

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Bewertet ist das Unternehmen aktuell mit rund 160 Millionen Euro und damit rund dem Sechsfachen des für 2005 zu erwartenden Umsatzes. Andererseits wächst SIT dynamisch und hat das Potential, in die Bewertung hineinzuwachsen. Indes ist die Aktie trotz eines steilen Aufwärtstrends recht volatil.

Chancen auch für amerikanische Zulieferer

Nicht profitieren kann am Freitag die Aktie des Solarzellen-Herstellers Sunpower, der unter anderem der deutschen Solarzellen zuliefert. Sunpower ist erst seit kurzem an der Börse und hat noch keine Zahlen vorgelegt. Indes dürfte das Unternehmen von dem Dächerprogramm sicher profitieren.

Auch Evergreen Solar, die mit Q-Cells zusammenarbeiten konnten von den Meldungen nicht profitieren.- Die Aktie verliert sogar über zwei Prozent. Nichtsdestoweniger sollte der Zulieferer von Wafern auch profitieren können. Mit rund 627 Millionen Dollar Marktkapitalisierung ist das Unternehmen, das in den ersten neuen Monaten 32 Millionen Dollar umsetzte und 21 Cents Verlust je Aktie einfuhr allerdings auch schon sehr großzügig bewertet.

Solarworld „in der Lage zu liefern“

Unter diesen Umständen scheint das Interesse an den großen deutschen Solarwerten verständlicher. Solarworld setzte in den ersten neuen Monaten des vergangenen Jahres 247 Millionen Euro um und fuhr dabei einen Konzerngewinn von 33,56 Millionen Euro ein. Auch die Wachstumsraten von 71,4 Prozent beim Umsatz und 33,6 Prozent beim Gewinn können sich sehen lassen.

Zwar ist das Papier mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 28,6 für das laufende und 24,4 für das kommende Jahr nicht gerade billig. Doch ist man in Bonn überzeugt, vom Programm profitieren zu können. „Wir sind in der Lage in den Vereinigten Staaten zu liefern, die Module von Solarworld sind dort zugelassen“, sagte Vorstandschef Frank Asbeck der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Es gebe bereits die ersten Aufträge und die Kunden hätten bei der Bestellung „Millionen“ gezahlt. Das Bonner Unternehmen verfügt über ein Vertriebsbüro in Kalifornien. Der Ausbau des Auslandsgeschäfts soll über die Eröffnung weiterer Vertretungen erweitert werden.

„Erster Profiteur“

Indes ist ein wenig Nüchternheit angebracht. Denn das Programm kommt nicht überraschend, konkretisiert und begünstigt zunächst nur Möglichkeiten, die es schon immer gegeben hat. Aufträge haben Solarworld & Co. noch nicht in der Tasche.

Für HSBC-Analyst Burkhard Weiss hat sich die durch diese Phantasie ausgelöste Aufwärtsdynamik etwas verselbständigt. Das Programm komme schließlich nicht überraschend, sagte er dpa-afx. Allerdings ist auch für Weiss Solarworld der „erste Profiteur“, auch Q-Cells und im geringeren Maße Ersol spricht er auf dem noch relativ kleinen amerikanischen Markt Chancen zu, ebenso Conergy, die als Reseller besonders schnell in den Markt dringen könnten.

Die Aktie von Q-Cells ist mit KGVs von 31 und 23,6 ähnlich teuer, wie die von Solarworld, Ersol und Conergy mit 27 und 19 bzw. 21 und 17 etwas günstiger.

Indessen weist Solarworld die charttechnisch eindeutigste Aufwärtsdynamik aus. Q-Cells hat ebenfalls gerade erst ein neues Hoch aufgestellt und damit den Weg nach oben frei. Ersol liegt dagegen noch ein ganzes Stück unter den hohen Erstkursen und die volatile, seitwärts tendierende Conergy hat bis zum Oktober-Hoch gleichfalls noch ein Stück Weg vor sich.

Wer also den Optimismus teilt, daß die Sonne Kaliforniens künftig die Bilanzen deutscher Solarfirmen braun färben wird, ist in der Gesamtgemengelage mit Solarworld vielleicht am besten beraten.

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