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Photovoltaik : Solaraktien empfehlen sich nur als Beimischung

  • Aktualisiert am

Bedeckt ist der Himmel über Solon nicht nur im Gut Erlasee Bild: ddp

Nach Conergy warten am Dienstag vier weitere Solar-Unternehmen mit unterschiedlich guten Zahlen auf. Immer deutlicher wird: in den Kursen stecken sehr hohe Erwartungen. Das macht die Werte anfällig.

          Es gibt nur wenige Branchen, in denen deutsche Unternehmen führend sind. Dazu gehört indes unzweifelhaft die Photovoltaik, nicht zuletzt dank einer staatlichen Förderung, die hierzulande erheblich früher einsetzte als in anderen Staaten.

          Das hat zur Herausbildung einer Industrie geführt, die nunmehr auch verstärkt im Export tätig wird, wie bereits am Montag die Zahlen des Solaranlagenbauers Conergy demonstrierten. Zum Teil aber auch, weil ihnen nichts anderes mehr übrig bleibt. Auch am Dienstag gibt es wieder Zahlen aus der Solarbranche, diesmal gleich von vier Unternehmen. Indes belegen die veröffentlichten Zahlen, daß die Sonne längst nicht mehr über allen Solar-Unternehmen so hell strahlt wie noch vor zwölf Monaten.

          Administrative Startschwierigkeiten bremsen Solon aus

          Das haben die Aktienkurse zum Teil auch schon vorweggenommen. Lag etwa die Notierung der Solon-Aktie am Montag fast den gesamten Tag moderat im Plus, sicherlich mitgetrieben von den Ergebnissen von Conergy (Ausgebliebene Gewinnwarnung treibt Conergy-Aktie), so stürzte sie gegen 16.30 Uhr plötzlich ab und beendet den Handel rund zwei Prozent im Minus bei 27,35 Euro und fiel damit endgültig wieder unter den kurzfristigen Abwärtstrend, den sie am Ende der vergangenen Woche noch durchbrechen zu können schien.

          Die Erklärung folgte am Dienstag morgen mit Vorlage der Zahlen. Zwar hat der Solarmodulhersteller in den ersten neun Monaten 2006 einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg verzeichnet, doch der Ausblick, den Solon gab, war eher zurückhaltend.

          Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 91 Prozent auf 15,5 Millionen Euro. Nach Steuern und Minderheiten verbuchte Solon einen mehr als doppelt so hohen Nettogewinn von 9,5 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 81 Prozent auf 218 Millionen Euro.

          Doch räumte das Unternehmen ein, daß administrative Startschwierigkeiten im Ausland in den vergangenen Wochen zu Verzögerungen bei einzelnen Projekten geführt hätten. In Abhängigkeit davon, zu welchem Grad diese Projekte bis zum Jahresende realisiert werden könnten, erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr eine Steigerung des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr um 50 bis 75 Prozent bei einer entsprechenden Verbesserung des Konzernergebnisses. Zuletzt hatten die Berliner für 2006 Zuwächse beim Umsatz und Konzerngewinn von 75 Prozent in Aussicht gestellt.

          Der Chart spricht gegen das Papier

          Für das Jahr 2007 rechnet das Unternehmen mit einem Wachstum der Produktionsmenge und des Umsatzes um jeweils über 25 Prozent bei einer proportionalen Ergebnisverbesserung.

          Analysten hatten bislang mit einer Steigerung des Ergebnisses je Aktie im laufenden Jahr um zwei Drittel und im kommenden Jahr um 30 Prozent gerechnet. Während die Prognose für 2006 noch eintreffen könnte, scheint die für 2007 gefährdet. Dennoch ist Solon mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) von etwa 18 für das laufende und über 14 für das kommende Jahr vergleichsweise günstig bewertet.

          Das nützt allerdings recht wenig, wenn der Markttrend so eindeutig gegen ein Papier spricht. Seit dem Allzeithoch im Mai bei 48,14 Euro befindet sich die Notierung auf dem Weg nach unten. Jedes aufeinanderfolgende Hoch lag unter dem vorangehenden. In den vergangenen Wochen schien sich ein Boden zu bilden, doch damit dürfte es am Dienstag vorbei sein. 6,4 Prozent auf 25,60 Euro geht es kurz nach Handelseröffnung abwärts. Das ist zwar noch kein neues Tief, aber auch das ist im Tagesverlauf nicht auszuschließen.

          Zuviel auf Halde bei Sunways

          Auch die Ergebnisse von Sunways gaben nicht zu ungeteilter Freude Anlaß. Zwar hat der Solarzellenbauer das dritte Quartal mit einem Überschuß von 1,9 Millionen Euro abgeschlossen, nachdem im Vorjahreszeitraum die Verluste erstmals der Vergangenheit angehört hatten. Indes blieben der Betriebsgewinn mit 500.000 Euro, das Finanzergebnis mit minus 400.000 Euro und der Vorsteuergewinn mit 100.000 konstant.

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