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Pharmazie : Altana-Aktie dürfte im Seitwärtstrend bleiben

  • Aktualisiert am

Reaktionskessel bei Altana in Singen Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Jede Menge Nachrichten bewegen am Mittwoch die Altana-Aktie. Das Bemühen um Zukunftsfähigkeit ist unverkennbar. Doch insgesamt bleiben zentrale Fragen weiter ungeklärt.

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          Eine Reihe von Neuigkeiten bringt am Mittwoch neues Leben in die Aktie des Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana. Aktuell liegt das Papier 4,6 Prozent im Plus, nachdem es kurz nach Handelsbeginn bereits über sechs Prozent zugelegt hatte.

          Zunächst einmal brachte das Unternehmen Ergebnisse für das erste Halbjahr. Demnach stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent auf 347 Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt ein Ebit auf Vorjahresniveau erwartet. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 1,552 Milliarden Euro.

          Belastungen durch „Alvesco“ und „Daxas“

          Indes beruhen 26 Millionen Euro des Gewinns im zweiten Quartal aus einem positiven Einmaleffekt der beendeten Kooperation mit Pfizer. Die beiden Firmen hatten ursprünglich gemeinsam das Lungenmedikament „Daxas“ entwickeln wollen. Anfang Juli war die Kooperation ohne nähere Angaben beendet worden. Die über die ursprüngliche Laufzeit der Kooperation abgegrenzten Upfront- und Meilensteinzahlungen von Pfizer seien nun erfolgswirksam auf einen Schlag verbucht worden, teilte Altana am Mittwoch mit. Das Vorsteuerergebnis war im zweiten Quartal auf 200 (165) Millionen Euro geklettert.

          Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Altana in den vergangenen fünf Jahren.

          Rechnet man die 26 Millionen aus dem Vorsteuerergebnis heraus, so bleiben noch 174 Millionen für das zweite Quartal und 321 Millionen für das erste Halbjahr übrig. Unter diesen Umständen beträgt der Gewinnanstieg nur noch acht Prozent. Überdies handelt es sich ja eigentlich nicht um einen Einmaleffekt, sondern lediglich um eine zeitliche Verschiebung von Einnahmen. Dieser stehen andererseits, wie Altana am Mittwoch erstmals in dieser Form einräumte, erhöhte Aufwendungen für die Weiterentwicklung von „Daxas“ gegenüber.

          Weitere zukünftige Belastungen erwachsen Altana aus stark gestiegene Marketing- und Vertriebskosten für das Asthma-Medikament „Alvesco“. Daß Altana dennoch seine Prognosen für das Gesamtjahr erhöht hat und nunmehr eine Steigerung des Vorsteuerergebnisses (Ebt) im mittleren einstelligen Prozent-Bereich erwart, überrascht positiv. Zuvor hatte sich der Vorstand noch zurückhaltender geäußert und eine Stagnation avisiert.

          Aufspaltung als Börsentrend

          Die zu erwartende Ergebnissteigerung sei allein operativ bedingt, hieß es. Konkret werde der Hauptumsatzträger, das Magen-Darm-Medikament “Pantoprazol“ im laufenden Jahr ein Marktwachstum von acht bis zehn Prozent erfahren. Auch der Eigenumsatz werde in der Pharma-Sparte in dieser Größenordnung zulegen.

          Schwächer wird sich dagegen die Chemiesparte zeigen. Zwar soll sie im laufenden Jahr organisch im einstelligen Prozentbereich wachsen. Doch, so räumt Altana ein, könne sich im zweiten Halbjahr eine konjunkturelle Abschwächung zeigen. Das Ergebnis werde auf dem Vorjahresniveau oder leicht darunter liegen.

          Indes werden diese Ergebnisse wohl bald nicht mehr im Gewand der alten Altana zu sehen sein. Denn der Konzern will sich vollkommen neu strukturieren und Chemie- und Pharmasparte als eigene Tochtergesellschaften an die Börse bringen.

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