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Pharmazie : Aktie von Sanofi-Aventis wegen schwacher Pipeline unter Druck

  • Aktualisiert am

Modell der Reaktion eines Proteinblockers. Bild: Sanofi-Aventis

Mit weiter guten Ergebnissen für das erste Halbjahr wartete der Pharmagigant Sanofi-Aventis am Mittwoch auf. Doch die Zukunftsaussichten der Produkt-Pipeline enttäuschten fürs erste.

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          Auf den ersten Blick sorgte der Pharmagigant Sanofi-Aventis bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal erst einmal für einen Schrecken. Um 55 Prozent fiel der Reingewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 556 Millionen Euro. Indes ist dieser scharfe Rückgang vor allem durch Abschreibungen bedingt, die im Zusammenhang mit der Fusion mit Aventis entstanden sind.

          Bereinigt um diese Kosten, zum größten Teil latente Steuern, stieg der Reingewinn im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 1,553 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Diese waren von einem Nettoergebnis von 1,48 Milliarden Euro ausgegangen. Der Pharmakonzern profitierte nach eigenen Angaben von früher als erwartet realisierten Einsparungen infolge des Zusammenschlusses mit Aventis sowie von robusten Umsätzen.

          Optimistische Prognosen

          Den Quartalsumsatz hatte Sanofi- Aventis bereits am 19. Juli gemeldet. Dieser war um 6,5 Prozent auf 6,69 Milliarden Euro gestiegen, vor allem dank der guten Verkäufe der Top-Produkte des Unternehmens, Lovenox und Plavix.

          Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze auf vergleichbarer Basis um 11 Prozent auf 13,104 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzerngewinn kletterte um 26,1 Prozent auf 2,968 Milliarden Euro oder 2,22 Euro je Aktie.

          Für das laufende Jahr gibt sich der Konzern sehr optimistisch. Der bereinigte Nettogewinn je Aktie soll nunmehr mindestens um 20 Prozent steigen. Zuvor waren 18 Prozent prognostiziert worden. Dies hatten einige Analysten bereits vorhergesagt. Die Prognose berücksichtige wesentliche Investitionen zur Vorbereitung der Markteinführung neuer Mittel sowie einen Anstieg bei den Ausgaben für klinische Studien, schreibt Sanofi-Aventis.

          Synergien aus Fusion größer als erwartet

          Aus dem Zusammenschluß mit Aventis sollen nun Einsparungen aus Synergien von mindestens 1,2 Milliarden Euro erzielt werden. Bisher sei mit 960 Millionen Euro kalkuliert worden. Insgesamt will Sanofi-Aventis bis Ende des kommenden Jahres 1,6 Milliarden Euro einsparen. Dieses Ziel werde bereits Mitte des kommenden Jahres erreicht werden, sagte Vorstandschef Jean-Francois Dehecq der Nachrichtenagentur Bloomberg. Mehr sei schwer herauszuholen - man habe mit großen Mengen umzugehen, so daß man sogar einstellen müsse, vorzugsweise in der Produktion und im Marketing. Dagegen sollen in der Verwaltung weitere Stellen gestrichen werden.

          Wie bei allen Pharmafirmen ist auch bei Sanofi-Aventis weniger die Vergangenheit und die unmittelbare Zukunft interessant als das, was das Unternehmen in den kommenden Jahren zu bieten haben wird. Denn die Umsatzstärke der Medikamente steht unter Dauerbeschuß aus den Reihen der Generika-Hersteller. Im Fall von Sanofi-Aventis laufen bereits Klagen gegen die Patente dreier großer Medikamente, zudem läuft das amerikanische Patent auf auf das Schlafmittel Ambien aus.

          Entscheidend ist die Pipeline...

          Wie alle Pharmafirmen versucht auch Sanofi-Aventis für die etablierten Medikamente neue Anwendungsgebiete zu erschließen und genehmigt zu erhalten. Inwieweit das gelingt, ist noch nicht absehbar. Analyst Paul Diggle von Code Securities zeigt sich jedenfalls skeptisch, ob es gelingen wird, weiter genügend Umsatz aus den Altstars des Unternehmens zu ziehen.

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