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Pharmazie : Aktie von Novo Nordisk eignet sich als defensives Investment

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Bild: FAZ.NET

Defensive Aktien sind derzeit gefragt. Zu diesen Titeln zählt zweifelsohne die Aktie des weltweit größten Insulinproduzenten Novo Nordisk. Ein berechenbares Geschäftsmodell bewirkt eine solide Kursentwicklung.

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          Defensive Aktien sind in unsicheren Börsenzeiten stets stärker gefragt und so halten sich ihre Kurse auch zumeist erheblich stabiler als die von Wachstumsaktien. Zu den defensiven Werten zählen spezielle auch Pharma-Aktien.

          Zu diesen gehört auch das Papier der dänischen Novo Nordisk, dem größten Insulinhersteller der Welt. Indes lässt sich am Kursbild der Aktie nicht unbedingt erkennen, dass die Anleger der Aktie in der derzeitigen Börsenphase noch positiver gegenüberstünden als zuvor, es sei denn dadurch, dass dieses im Grunde kein Anzeichen von Schwäche zeigt und sich seit nunmehr viereinhalb Jahren im Aufwärtstrend befindet.

          Stetig steigende Umsätze

          Anfang des Jahres 2003 wurden die Anteilsscheine noch zu 23,30 Euro gehandelt, Anfang des Monats waren es 84,45 Euro und auch am Mittwoch liegt der Kurs mit 84,15 Euro nur knapp darunter. Die Zertifikate legen sogar 4,3 Prozent auf ein Allzeithoch von 84,42 Euro zu, die damit den Kursvorsprung der Aktie wieder aufholen.

          Novo Nordisk hat den Umsatz in den vergangenen Jahren stetig um zehn bis Prozent pro Jahr auf zuletzt 38,74 Milliarden Dänische Kronen (5,2 Milliarden Euro) steigern können. Dabei ließ sich auch die Gewinnentwicklung sehen: Der Betriebsgewinn von 9,12 Milliarden Kronen im Vorjahr entsprach einer Steigerung um immerhin 12,7 Prozent. Indes ist die betriebliche Marge seitdem leicht, aber stetig von 24,5 Prozent im Jahr 2003 auf 23,5 Prozent im Vorjahr zurückgegangen.

          Sehr erfolgreich verlief das erste Halbjahr. Der dänische Pharmakonzern konnte den Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppeln, auch wenn dies vor allem auf einen Einmalertrag aus dem Verkauf einer Beteiligung zurückzuführen ist.

          Prognosen angehoben

          Der Nettogewinn belief sich demnach auf 3,65 Milliarden Dänische Kronen (DKK) oder 11,41 Dänische Kronen pro Aktie, nach 1,74 Milliarden Dänische Kronen oder 5,37 Dänischen Kronen pro Aktie im Vorjahr. Dabei profitierte das jüngste Ergebnis von einem Einmalertrag in Höhe von 1,4 Milliarden Dänische Kronen aus dem Verkauf einer 27prozentigen Beteiligung an der Dako Denmark. Der Umsatz kletterte um 8,6 Prozent auf 10,56 Milliarden Dänische Kronen, der operative Gewinn um 7 Prozent auf 2,81 Milliarden Dänische Kronen.

          Zudem erhöhte der Konzern die Prognosen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Novo Nordisk nun mit einem operativen Gewinnwachstum von rund 10 Prozent (zuvor: 6 bis 8 Prozent) und einem Umsatzplus von 7 bis 10 Prozent (zuvor: weniger als 10 Prozent).

          Auch wenn das Unternehmen versucht seine Abhängigkeit vom Insulin abzubauen, so ist der Umsatzanteil der Diabetesprodukte in den vergangenen Jahren sogar leicht von 70 Prozent im Jahr 2004 auf 72 Prozent im Jahr 2006 gewachsen.

          Volkskrankheit Diabetes

          Das liegt aber nicht zuletzt am raschen Wachstum des Umsatzes mit biosynthetischen Insulinen (Analoginsulin). Diese vermögen Blutzuckerspitzen rascher zu senken als das gewöhnliche Humaninsulin. Die Wirkung hält indes kürzer vor, was ein Vorteil sein kann, weil Zwischenmahlzeiten zum Entgegenwirken gegen eine Unterzuckerung entfallen können. Zudem müssen keine festen Spritzzeiten eingehalten werden.

          Analysten rechnen im laufenden Jahr im Durchschnitt mit einem Anstieg des Umsatzes auf 42,4 Milliarden Kronen und des Gewinns je Aktie auf 27,4 Kronen. Somit beträgt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr 22,5 und für das kommende Jahr 22,1. Das ist bereits eine reichlich hohe Bewertung.

          Zwar ist leider nicht damit zu rechen, dass die Volkskrankheit Diabetes weltweit abnehmen wird. Im Gegenteil: Die Internationale Diabetes-Föderation rechnet mit einem Anstieg des Anteils der Diabetiker an der Weltbevölkerung von 6,6 Prozent im laufenden Jahr auf 7,9 Prozent im Jahr 2015. Insofern dürfte das Geschäft auch nicht zurückgehen.

          Das macht die Aktie recht berechenbar, aber eben auch defensiv, zumal eine Dividendenrendite von 1,5 Prozent nicht unbedingt besonders reizvoll ist.

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