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Pharmabranche : Actelion - robuste Entwicklung, vernünftige Bewertung

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Bild: Actelion

Die Aktie des Schweizer Pharmaunternehmens Actelion hat in den vergangenen Monaten zwar etwas weniger stark zugelegt als der breite Markt. Trotz der ambitionierten Bewertung bietet sie jedoch wegen der robusten Entwicklung gewisse Reize.

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          Die Kursrally der vergangenen Monate zeichnet sich dadurch aus, dass viele jener Werte die größten Kursgewinne verzeichnen, die es aus fundamentaler Sicht ganz und gar nicht verdient haben. Sie ist alleine schon aus diesem Grund hoch spekulativ, auch wenn sich die Nachrichten von unkritischen Meldungen über die angebliche Erholung der Weltwirtschaft nur so überschlagen.

          Mittel- und längerfristig orientierte Anleger werden sich davon nur bedingt beeinflussen lassen, indem sie allenfalls spekulative Elemente zu ihren Portfolios beimischen. Das können beispielsweise Kaufoptionen sein, mit welchen sich bei starken Kursbewegungen mit geringem Kapitaleinsatz beachtliche Renditen bei allerdings hohem Risiko erzielen lassen.

          Mittel- und langfristig sind Unternehmen mit robustem Wachstum interessant

          Ansonsten werden sie eher auf die Aktien jener Unternehmen setzen, die sich längerfristig robust und unabhängig von konjunkturellen Wirren entwickeln können. Zum Beispiel auf die Papiere der Schweizer Pharmafirma Actelion. Das mittelständische Unternehmen kann schon seit Jahren sowohl Umsatz als auch den Gewinn zumindest im Trend steigern.

          In den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres nahmen die Erlöse im Vergleich mit den Vorjahresperioden um 26 und 27 Prozent auf insgesamt 855,2 Millionen Franken zu. Im dritten und vierten Quartal geht man von Wachstumsraten von jeweils 14 Prozent aus. In den ersten sechs Monaten konnte das operative Ergebnis vor Ausgaben im Bereich Prozessresearch, Optionsplänen und Abschreibungen und Rückstellungen - die bevorzugte Kennzahl, mit der das Unternehmen aufgrund der Volatilität der Faktoren bewertet werden möchte - von 191 Millionen Franken im Vorjahr auf knapp 305 Millionen Franken steigern. Die Nettogewinne lagen im ersten Quartal bei 102 und im zweiten bei 116 Millionen Franken. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Franken, nach 0,97 Franken in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.

          Das Unternehmen ging bei der Vorlage der Halbjahreszahlen davon aus, die ursprünglich für das Gesamtjahr anvisierten Umsatz- und Ertragslevels bei anhaltendem Wachstum übertreffen zu können. Actelion verfügt sowohl über etablierte Produkte wie Tracleer, Venvatis und Zavesca, deren Erlöse in den erschlossenen Märkten und durch neue Markteintritte weiter deutlich gesteigert werden können. Daneben hat Actelion eine breite „Produktpipeline“. Zehn Komponenten befänden sich in der Entwicklungsphase mit 25 Projekten der Wirkstoffendeckung. Vier Komponenten befänden sich in der fortgeschrittenen Phase III und damit vergleichsweise nahe an einer Vermarktungsmöglichkeit, teilte das Unternehmen mit.

          Actelion verfügt über etablierte Produkte und eine interessante „Pipeline“

          Am Freitag wurde bekannt, dass Actelion eine so genannte Meilensteinzahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar in Aussicht hat, die im Zusammenhang mit dem Erreichen mittelfristiger Ziele bei der Entwicklung eines Multiple-Sklerose-Medikamentes steht. Das bestätigt, dass das Unternehmen durchaus erfolgreich arbeitet und Anlegern eine robuste Perspektive bietet.

          Die Aktie blieb in den vergangenen Monaten der Hausse mit einem Plus von knapp 24 Prozent hinter dem breiten Markt zurück, der seit März - gemessen am SMI-Index - knapp 43 Prozent zulegte. Allerdings hat sie in der Schwächeperiode weit weniger verloren als der breite Markt. Auch Sicht von fünf Jahren kommt der SMI-Index auf eine durchschnittlichen Kursgewinn von 15,7 Prozent pro Jahr. Die Aktie von Actelion dagegen legte pro Jahr mehr als 150 Prozent zu, wenn auch vor allem in den ersten Jahren der Betrachtungsperiode.

          Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 19 und 17 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind die Papiere zwar optisch nicht sonderlich günstig. Kursrückschläge böten jedoch angesichts der robusten Entwicklung ideale Einstiegsmöglichkeiten.

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