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Pharma : Vitaminstoß für Aktie von Sanofi-Synthelabo

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Sanofi-Synthelabo hat im ersten Halbjahr den Nettogewinn stärker gesteigert als erwartet. Zudem erhöht der französische Pharmakonzern die Umsatzprognose. Dies dürfte der Aktie helfen, die einen Vitaminstoß gebrauchen kann.

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          Die in den vergangenen Wochen ziemlich gebeutelten Aktionäre von Sanofi-Synthelabo erhalten am Dienstag etwas Balsam für ihre Wunden und Nerven. Der französische Pharmakonzern hat nicht nur seinen Nettogewinn gegenüber dem ersten Halbjahr 2002 deutlich gesteigert, sondern auch etwas mehr verdient als von Analysten erwartet. Zudem hat Sanofi-Synthelabo seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr angehoben.

          Keine Überraschung ist dagegen das leichte Umsatzwachstum, da der Konzern die Höhe der Erlöse schon im Juli mitgeteilt hatte. Gleichwohl: Die Nachrichten dürften der Aktie von Sanofi-Synthelabo etwas auf die Beine helfen. Allerdings hat das Papier einen Vitaminstoß auch nötig, nachdem es in den vergangenen Wochen gegen den Markt geschwächelt und sich erst in diesen Tagen berappelt hat.

          Thrombose- und Krebsmittel als Umsatztreiber

          Der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthelabo hat im ersten Halbjahr 2003 seinen Reingewinn um 13,7 Prozent gesteigert. Als Umsatztreiber haben sich vor allem das Thrombosemittel Plavix und das Krebsmedikament Eloxatin erwiesen, wie der nach Aventis zweitgrößte Pharmakonzern Frankreichs mitteilte. Auf diese beiden Mittel stützt Sanofi-Synthelabo auch die erhöhte Umsatzprognose: Die Erlöse sollen nun um 15 Prozent gegenüber 2002 steigen; bisher war der Konzern von einem Wachstum von zwölf Prozent ausgegangen.

          Seinen Reingewinn bezifferte das Unternehmen am Dienstag mit 944 Millionen Euro nach 830 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2002. Analysten hatten zwischen 926 und 941 Millionen Euro erwartet. Der Netto-Gewinn vor Einmalaufwendungen und Firmenwertabschreibungen sei um 14,4 Prozent auf 947 Millionen Euro gewachsen. Je Aktie habe sich ein Plus von 18,6 Prozent auf 1,34 Euro ergeben. Für das Gesamtjahr könnte sich das Plus beim Ergebnis vor Einmalaufwendungen und Abschreibungen auf 20 Prozent ausweiten, wenn der Euro-Kurs bei 1,10 Dollar liege, teilte Sanofi weiter mit.

          Analysten: Prognose erreichbar

          Analysten von Morgan Stanley schätzen die Prognose als erreichbar ein. Als weiteres Zeichen der Stärke kann gedeutet werden, daß der Konzern eigene Aktien im Gesamtwert von einer Milliarde Euro zurückkaufen will, ohne das Ergebnis je Aktie nennenswert zu belasten.

          Obwohl das Unternehmen offenbar gut dasteht, hat die Aktie seit Mitte Juni gelitten und zwischenzeitlich zehn Prozent verloren. Obwohl sie sich seinerzeit vom Abwärtstrend schon entfernt hatte, ist sie mittlerweile dorthin zurückgefallen ist. Sanofi wird durch einen Streit mit einem kanadischen Generikahersteller belastet, der ein Nachahmermittel für das Thrombosemedikament Plavix in Amerika auf den Markt bringen will. Sanofi geht davon aus, daß die Klage gegen den Konkurrenten nächstes Jahr verhandelt wird. Zudem hat der Kurs durch die Mitteilung gelitten, daß sich Großaktionär Total im nächsten Jahr von seinen Anteilen trennen will.

          Aktie im Branchenvergleich recht hoch bewertet

          Dabei lockt das Papier nicht mit einem günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Im Gegenteil ist es mit einem KGV von 18,8 im Branchenvergleich hrecht hoch bewertet: Aventis komm auf ein KGV von 13,4, Altana weist eines von 17,4 auf, Merck ist mit 17,1 bewertet und Schering mit 14,6. Zwar hat die Aktie seit dem 26. August, als sie mit 48 Euro notierte, rund sieben Prozent gewonnen. Doch infolge der vorher erlittenen Verluste hat sich das Chartbild eingetrübt. Der Titel muß bis etwa 54,40 Euro im Kurs steigen, um den Abwärtstrend abermals zu überwinden. Erst dann sendete sie ein Kaufsignal.

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