https://www.faz.net/-gv6-3owx

Pharma : Novartis übernimmt slowenische Lek

  • Aktualisiert am

Mit der Übernahme der slowenischen Lek startet Novartis auch einen Angriff auf den Konkurrenten GlaxoSmithKline.

          1 Min.

          Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will für 1,19 Milliarden Franken den slowenischen Pharmaproduzent Lek übernehmen. Damit kauft sich Novartis in den Markt Zentral- und Osteuropas ein und wird in einer ganzen Reihe von Ländern zu Nummer eins.

          Aber noch mehr zählen dürfte, dass Novartis mit Lek bei patentfreien Nachahmermedikamenten möglicherweise den britischen Rivalen GlaxoSmithKline ausmanöverieren kann. Der Generika-Spezialist Lek mit Sitz in Ljubljana stellt unter anderem ein Nachahmerprodukt zu dem Glaxo-Antibiotikum Augmentin her.

          Übernahmeprämie von 75 Prozent

          Novartis will pro Lek-Aktie 95.000 Tolar (410 Dollar) in bar zahlen. Die Offerte entspreche einer Prämie von 73 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen zwölf Monate, teilte Novartis am Donnerstag mit. Lek kam im letzten Jahr auf einen Umsatz von umgerechnet 544 Millionen Franken und einen Reingewinn von rund 57 Millionen Franken.

          Novartis war in letzter Zeit bestrebt, seinen Generica-Bereich Schritt für Schritt auszubauen. Generica sind Nachahmungen von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist. Lek passt perfekt in diese Strategie. Das Unternehmen verfügt bereits über laufende Kapazitäten zur Herstellung von Augmetin, mit dem der britische Konzern bisher jedes Jahr zwei Milliarden Franken umsetzt.

          Novartis setzt stärker auf Generika

          Novartis lancierte vor etwa einem Monat als erste Firma in den USA eine Generikum zu Augmentin. Glaxo antwortete letzte Woche prompt mit einer Reihe von Klagen, die sich möglicherweise lange hinziehen können. Glaxo machte nicht nur Patentverletzungen geltend sondern argumentierte auch, es seien gestohlene Bakterienstämme im Spiel.

          Nun kann Novartis diese Klagen vielleicht zumindest teilweise ins Leere laufen lassen. In Osteuropa und in einigen europäischen Staaten ist das Lek-Antibiotikum unter dem Namen „Amoksiklav“ schon auf dem Markt. Der slowenische Konzern verfügt zudem bereits über erste Genehmigungen für eine Zulassung von „Amoksiklav“ in den USA. So wurden etwa die Lek-Fabriken bereits von der zuständigen US-Aufsichtsbehörde abgenommen.

          Lek kam im ersten Halbjahr 2002 mit 3600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf einem Umsatz von 46 Milliarden Tolar. Nach Ansicht von Analysten ist der Kaufpreis angemessen. „Novartis wird wegen Lek kaum schlaflose Nächte haben,“ so Paul Diggle von WestLB Panmure in London.
          Die Übernahme ist unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass Novartis zumindest 51 Prozent der Lek-Kapitals angedient erhält, hiess es. Der Lek-Aufsichtsrat ist für die Transaktion. Für den 27. September wurde eine Aktionärsversammlung einberufen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

           Unsere Sprinter-Autorin: Jessica von Blazekovic

          F.A.Z.-Sprinter : Anschnallen, bitte!

          Während sich Großbritannien auf einen Showdown vorbereitet, geht das dramatische Kräftemessen zwischen dem türkischen Militär und der kurdischen Miliz YPG weiter. In Deutschland stehen die Zeichen auf Abschwung. Der F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.