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Pharma : Egis trotzt dem schwachen Trend bei Pharma-Aktien

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Der Chart zeigt die Entwicklung der Eig-Aktie in Euro Bild:

Nach vielen enttäuschenden Meldungen aus der Branche hatten Pharma-Aktien weltweit zuletzt einen schweren Stand. Die Kursverdoppelung bei der ungarischen Egis ist vor diesem Hintergrund umso erstaunlicher.

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          Die weltweite Pharmabranche hatte zuletzt alles andere als eine gute Presse. Vor allem Probleme bei existierenden und in der Pipeline steckenden Medikamenten sorgten für negative Schlagzeilen. Als Folge davon standen Branchengrößen wie Pfizer an der Börse erheblich unter Druck.

          Völlig unbeeindruckt von diesen Vorgängen zog zuletzt dagegen die Egis-Aktie ihre Kreise. Bei einem unlängst mit knapp 61 Euro erreichten Jahreshoch hat sich der Titel seit Mai 2004 inzwischen vielmehr glatt verdoppelt. Und alleine in diesem Jahr steht bereits ein Plus von knapp 40 Prozent zu Buche.

          Quartalszahlen deutlich besser als erwartet

          So wie es aussieht, haben die aggressiven Käufe, welche den Wert zuletzt so stark nach oben trieben, durchaus ihre Berechtigung. Die am Mittwoch vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 sind nämlich ansprechend ausgefallen. Der Gewinn hat sich jedenfalls mit 3,88 Milliarden Forint nach 1,58 Milliarden Forint im Vorjahresquartal mehr als verdoppelt. Der Umsatz kam gleichzeitig um 38 Prozent auf 19,8 Milliarden Forint voran.

          Getragen wurde die positive Entwicklung von gut laufenden Geschäften mit Polen und Rußland und Hamsterkäufen vor den zu Jahresbeginn wirksam werdenden Preiserhöhungen. Der Gewinnausweis lag deutlich über dem von Analysten im Schnitt erwarteten Wert von 2,77 Milliarden Forint. Auf dieser Basis scheint der Aktienkurs auch nach den jüngsten Avancen ganz gut nach unten abgesichert zu sein.

          Bis zum alten Rekordhoch ist noch etwas Luft

          Die mit einem Marktanteil von 6,9 Prozent nach Gedeon Richter und Novartis drittgrößte Pharmaanbieter auf dem ungarischen Markt wird von den Analysten der österreichischen Raiffeisen Centro Bank trotzdem nur mit „Neutral“ eingestuft. Aber immerhin denkt man dort nach der Vorlage der starken Zahlen über eine Anhebung des Kursziels nach.

          Auf Basis der bisherigen Konsensschätzungen für 2006 wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter dreizehn bewertet. Das ist locker vertretbar, zumal die Schätzungen nun noch etwas angehoben werden dürften, die Bewertung aber schon jetzt unter dem bei osteuropäischen Pharma-Aktien anzutreffenden Schnitt liegt.

          Angesichts der guten Verfassung, in der sich auch die ungarische Börse allgemein befindet, ist dem Titel mittelfristig durchaus ein Anstieg bis in den Bereich des bisherigen Euro-Rekordhochs von um die 70 Euro zuzutrauen. Eine bessere Performance als dem Gesamtmarkt ist der Aktie wie schon in der Vergangenheit aber nicht zuzutrauen.

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