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Pharma : Bristol-Myers-Aktie steckt in Schwierigkeiten

  • Aktualisiert am

Schlechte Mischungen bei Bristol-Myers Bild: Oed/STOCK4B

Eine drastische Gewinnwarnung setzt die Aktie von Bristol-Myers unter Druck. Selbst der Vorstand spricht von inakzeptablen Geschäften.

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          Eine volle Breitseite kassierte die Aktie von Bristol-Myers am Mittwoch im nachbörslichen US-Handel. Der Titel fiel um 16 Prozent auf 31,78 Dollar. Seit Jahresanfang beläuft sich damit das Minus auf fast 38 Prozent und gemessen am Rekordhoch vom Oktober 1999 von 75,58 Dollar sogar auf rund 58 Prozent.

          Ausgelöst wurde der massive Kursdruck am Vortag durch eine Gewinnwarnung. Demnach hat der US-Pharmakonzern im ersten Quartal nur zwischen 44 und 47 Cents je Aktie verdient. Analysten waren bisher aber von 56 Cents ausgegangen. Auch der Umsatz soll um sieben Prozent gesunken sein. Selbst der Vorstand sprach von einer inakzeptablen Geschäftsentwicklung. Die Börsianer bekräftigten dieses Fazit und trennten sich rigoros von dem Papier.

          Ergebnisausblick zeigt Ausmaß der Probleme

          Neben der Ernüchterung über den schwachen Geschäftsverlauf stellt sich die Frage, wieso der fünftgrößte Arzneimittel-Hersteller der Welt seine Ziele so stark verfehlt und wieso er die Abweichung von den Analystenerwartungen erst jetzt bemerkt hat. Wie schlecht es um Bristol-Myers bestellt ist, zeigt sich auch an der Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Demnach wird für 2002 nur noch ein Ergebnis je Aktie von im schlimmsten Fall 1,40 Dollar in Aussicht gestellt. Gegenüber den im Vorjahr verdienten 2,41 Dollar wäre dies ein drastischer Einbruch. Zu bedenken ist dabei auch, dass Analysten bisher mit 2,28 Dollar gerechnet hatten.

          Trotz der jüngsten Kursverluste wäre die Aktie auf dieser Gewinnbasis noch immer kein Schnäppchen. Ohnehin dürften die meisten Anleger den Titel jetzt solange meiden, bis absehbar ist, ob das angekündigte Restrukturierungsprogramm greift oder nicht. Der jahrelange Aufwärtstrend, der den Aktienkurs von 1994 bis 1999 um 362 Prozent nach oben hievte, bleibt damit wie schon seit 1999 unterbrochen. Dafür spricht im Übrigen auch der zunehmende Preisdruck, die wachsende Konkurrenz durch Generika-Produkte und die nur ungenügend gefüllte Produkt-Pipeline. Im Produktbereich mussten zuletzt sogar einige herbe Rückschläge eingesteckt werden, die dafür sprechen, dass es sich nicht nur um kurzfristige, sondern zum Teil auch um strukturelle Probleme handelt.

          Kreditrating in Gefahr

          Wenn es ganz schlecht läuft, droht der derzeit noch mit der Bestnote ausgestatteten Bristol-Myers sogar eine Rückstufung durch die Ratingagenturen. Sowohl bei Standard & Poor's als auch bei Moody's stand der Titel ohnehin schon auf der Überwachungsliste. Und unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse bestätigte jetzt Standard & Poor's-Analyst Arthur Wrong: „Auf dieses Unternehmen müssen wir ein sehr genaues Auge werfen.“ Die Anleger tun dies schon seit geraumer Zeit und haben sich ihr Urteil, wie der stark fallende Aktienkurs signalisiert, bereits gebildet.

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