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Pharma : Aventis-Aktie bleibt im Abwärtstrend gefangen

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Die Aktie von Aventis kann am Freitag leicht zulegen. Meldungen über ein nur langsames Wachstum in Amerika und Sorgen über den schwachen Dollar stehen jedoch gegen Kursphantasien.

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          Wenn es nach Analysten ginge, müsste es mit der Aventis-Aktie stabil aufwärts gehen. Nur drei von 62 Analysten haben dieses Papier auf „Verkaufen“ eingestuft - während 46 es zum Kaufen empfehlen und 13 zum Halten. Doch tatsächlich zählt die Aktie nicht zu Anlegers Lieblingen.

          Schon eher bereitet sie Kopfschmerzen, auch wenn ihr Kurs an der Heimatbörse in Paris am Freitag nachmittag um zwei Prozent auf 40,90 Euro zulegt. Der Aventis-Titel steht seit mehr als einem Jahr unter stetigem Druck. Und die jüngsten Meldungen aus dem Unternehmen geben wenig Anlass, eine Trendwende zu erwarten.

          Nur langsames Wachstum in Amerika

          Zwar hat der Vorstand am Freitag seine Umsatz- und Ergebnisziele für das laufende Jahr bestätigt. Im Februar hatte er jedoch verlautbart, verhaltener in die Zukunft zu blicken, als zuvor mitgeteilt.

          Eine erste Zwischenbilanz des laufenden Quartals lässt auch den Grund erahnen: Der Umsatz werde außer vom niedrigen Dollar auch von einem nur langsamen Wachstum des Absatzes der beiden wichtigsten Aventis-Medikamente „Allegra“ und „Lovenox“ in den Vereinigten Staaten beeinträchtigt. Allein „Allegra“ hat zuletzt zehn Prozent des Konzernumsatzes ausgemacht. Dieses Allergiemittel muss sich seit 2002 mit dem Konkurrenzmittel „Caritin“ von Schering-Plough messen, das am Wachstum des Originals nagt.

          Die Steigerungsrate bei „Lovenox“ sei „begrenzt“, hieß es. Dies sei auf einen Warnhinweis der Gesundheitsbehörde FDA für das Mittel zurückzuführen. Aventis habe der Behörde inzwischen ein revidiertes Etikett vorgelegt. Eine Antwort darauf erwarte sie im ersten Halbjahr. Auch für “Lovenox“ halte der Konzern an der Wachstumsprognose für 2003 von 15 Prozent in Amerika fest.

          Kostenträchtiges Ansinnen von Bayer

          Dies ist allerdings Zukunftsmusik. Akut muss sich die Aventis-Führung mit dem Ansinnen von Bayer herumplagen, nachträglich den Kaufpreis für die Agrarsparte CropScience zu senken. Aventis-Finanzvorstand Patrick Langlois versucht zwar Bedenken zu zerstreuen, das ausstehende Ergebnis der Verhandlungen könnte die Erträge mindern. Die für das Jahr 2002 verbuchten Rückstellungen dürften ausreichen, um die mutmaßliche Teilerstattung abzudecken. Gleichwohl dringt aus dieser Aussage keine hundertprozentige Sicherheit durch. Mithin bleibt das Bayer-Ansinnen ein Störfaktor.

          Latent belastend wirkt auch die von Analysten als „dünn“ eingeschätzte Forschungs-Pipeline. Aventis lebt weiter auch und gerade von Arzneien, die noch aus der Ära der Hoechst AG stammen, die vor vier Jahren mit Rhone-Poulence zu Aventis fusionierte. Nachrichten über Entwicklungserfolge täten dem Unternehmen und der Aktie sicherlich gut.

          Weit vom Ausbruch aus dem Abwärtstrend entfernt

          Derzeit bleibt sie jedoch im langfristigen Abwärtstrend gefangen. Erst bei etwa 51 Euro wäre derselbe nach oben durchbrochen. Doch bis dahin ist der Weg weit: Die Aktie müsste etwa 24 Prozent zulegen, um den Ausbruch zu schaffen. Da tröstet auch die Tatsache wenig, dass das Papier mit 12,6 ein recht günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis hat im Vergleich zu anderen Pharmawerten wie Schering (14) und Altana (14,6). Mithin ist weiter Vorsicht geboten.

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