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Optionsscheine : Die wesentlichen Begriffe der Optionsscheinwelt

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Gefragtes Basiswissen
          2 Min.

          Erfolg mit Optionsscheinen ist an die notwendigen Kenntnisse gebunden. Wer die nicht hat, sollte sich lieber erst gar nicht damit versuchen. FAZ.NET erklärt die grundlegenden Begriffe.

          Grundsätzlich gibt es in der Optionswelt - und damit auch bei Optionsscheinen - zwei verschiedene Grundtypen. Einmal die Kaufoption, oft auch Call genannt, und die Verkaufsoption - oder auch Put genannt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Kauf- oder Verkaufsrechte. Aus diesen beiden Grundtypen lassen sich im Prinzip - mit gewissen Variationen - alle denkbaren Strategien und Instrumente kreieren, die auf den Finanzmärkten herumgeistern. Sie sind quasi die Grundbausteine des „Financial Engeneerings“.

          Ausstattungsmerkmale und ...

          Optionsscheine gibt es auf beinahe alles Denkbare. Angefangen von Aktien, über Anleihen, Indizes und Devisen bis hin zu Öl, Kohle oder Strom. Das sind gewissermaßen die Produkte, auf die sich das Kauf- oder Verkaufsrecht bezieht. Sie werden auch „Basiswerte“ oder „Underlyings“ genannt. Beispielsweise die Aktie der Deutschen Telekom, oder Siemens, oder.. oder .. oder.

          Will man sich etwa gegen fallende Kurse bei der Telekom absichern, so muss man natürlich festlegen, über welchen Zeitraum (Laufzeit des Kontrakts) und auf welchem Niveau das sein soll. Beispielsweise bei 15 Euro. Das wäre dann der gewünschte Ausübungspreis, auch Strike genannt. Findet sich zufällig ein Verkaufsoptionsschein mit diesem Strike, so habe ich als Anleger Glück. Sonst muss ich unter Umständen Kompromisse eingehen und einen Preis darunter oder darüber akzeptieren.

          Am effektivsten ist ein Strike, der möglichst nahe am aktuellen Aktienkurs liegt. Sind beide identisch, nennt man eine Option auch „am Geld“ oder auf gut Deutsch „at the money“. Hat eine Option schon einen Wert, wenn man sie sofort ausüben würde, dann liegt sie „im Geld“ oder „in the money“. Hat sie keinen Wert, so liegt sie „aus dem Geld“ oder „out of the money“. Je tiefer eine Option im Geld liegt, desto stärker ähnelt sie in ihrem Kursverhalten dem des Basiswertes. Je weiter sie aus dem Geld liegt, desto spekulativer ist die Strategie. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Laufzeit ist, desto näher am Geld sollte der Optionsschein gewählt werden.

          ... Umsetzungsmodalitäten prägen das Bild

          Was passiert mit oder beim Strike? Habe ich als Anleger einen Verkaufsoptionsschein gekauft, mit einem Strike bei 15, so kann ich spätestens beim Verfall der Option die T-Aktie zu 15 Euro verkaufen. Die Gegenpartei muss sie zu diesem Preis übernehmen. Dabei wird unterschieden zwischen europäischen Optionen und amerikanischen. „E“ oder europäisch steht für das Ende der Laufzeit, während amerikanische Optionen zumindest theoretisch während der gesamten Laufzeit der Kontrakte ausgeübt werden können.

          Ausüben bedeutet, der Optionsscheininhaber fordert die Umsetzung des „Optionsvertrages“ ein. Er kann also dem Verkäufer des Scheines mitteilen: „Hallo, meine Verkaufsoption auf die T-Aktie läuft in zwei Tagen aus, bitte nimm mir dann 100 Telekomaktien zu 15 Euro ab und überweise mir dafür 1.500 Euro auf mein Konto“. Das heißt, dieser Optionsschein sieht die physische Lieferung des „Underlyings“ vor. Vor allem bei Indexscheinen gibt es dagegen in der Regel den Barausgleich. Hier wird lediglich die Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Marktpreis ermittelt und dann abgerechnet. Läge die T-Aktie beispielsweise bei elf Euro, würde die Rechnung im Falle des Barausgleichs lauten: 15 - 11 = 4 * 100 = 400 Euro, die der Optionsscheinbesitzer erhalten würde.

          Auch das Bezugsverhältnis spielt eine Rolle. Oft berechtigt ein einzelner Optionsschein nicht zum Bezug einer Aktie, sondern man benötig dafür 10 oder gar 100 Scheine. Dadurch sollen die Produkte „optisch günstiger“ gemacht werden. Offensichtlich ein Marketinggag also.

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