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Optionsscheine : Die "preistreibenden" Faktoren

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Lichtblicke in der Optionsbewertung
          2 Min.

          Nach der Pflicht folgt die Kür. Hat sich ein Anleger erst einmal mit den Grundlagen des Optionsscheingeschäftes vertraut gemacht, interessiert ihn in der Regel auch das „Eingemachte“. Nämlich die Frage nach der Bewertung oder „auf welche Einflussfaktoren reagieren eigentlich die Optionspreise“?

          Einige dieser Faktoren legt der Anleger schon beim Kauf eines Optionsscheins fest. Denn er entscheidet mit der Wahl des Optionsscheintyps - Call oder Put, ob er auf steigende oder fallende Kurse setzen will. Gleichzeitig bestimmt er mit der Laufzeit den Zeitraum, in dem er Kursbewegungen erwartet. Je länger diese ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Optionsschein in die Gewinnzone kommen kann. Desto mehr ist er logischerweise auch wert und entsprechend teurer. Sei es Call oder Put.

          Auswahl eines Optionsscheines ist mit erfolgsentscheidend ...

          Mit der Wahl des Ausübungspreises sieht das ähnlich aus. Liegt der weit „aus dem Geld“, so ist der Optionsschein wesentlich günstiger als „am oder gar im Geld“. Wählt Anleger Meier bei einem Kaufoptionsschein beispielsweise einen Ausübungspreis von 24 Euro, während die Aktie bei 20 Euro notiert, so besteht der Wert dieser Option nur in der Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie während der Laufzeit jemals über die 24 Euro steigt. Das heißt, die Aktie müsste erst einmal mindestens 20 Prozent steigen, damit der Optionsschein überhaupt einen „inneren Wert“ hätte. Bei einem Aktienkurs von 25 Euro läge der bei 25 - 24 = 1 Euro.

          Bild: FEM

          Wählt er dagegen einen Ausübungspreis oder Strike von 20, so befindet sich der Optionsschein schon nach einem minimalen Kursanstieg „im Geld“ und hat einen entsprechenden „inneren Wert“. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ groß - auf jeden Fall größer, als bei einem Strike von 24 Euro. Nimmt er dagegen einen Strike unterhalb der 20 Euro, so erwirbt er von Anfang an einen „inneren Wert“ mit. Diesen muss er von Anfang an bezahlen. Neben der Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie zusätzlich noch weiter steigen kann. Grundsätzlich gilt also bei einer Kaufoption: Je tiefer der Strike, desto teurer ist die Option. Für die Verkaufsoption gilt natürlich gerade das Gegenteil.

          ... aber der Markt spielt die entscheidende Rolle

          Sind diese Kriterien entschieden, bestimmt der Markt über die weitere Preisentwicklung. Steigt der Kurs des Basiswertes, nimmt der Wert einer Kaufoption zu und der einer Verkaufsoption ab. Neben dem Kurs der Basis spielt die so genannte Volatilität eine entscheidende Rolle. Sie ist ein Maß dafür, wie stark der Kurs eines handelbaren Objektes schwankt. Ist sie hoch, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Optionsschein auf dieses Objekt einen „inneren Wert“ erlangt oder diesen weiter steigert. Folglich führt eine hohe Volatilität dazu, dass auch der Optionsschein wertvoller wird - oder eben weniger, bei fallender Volatilität.

          Über die Höhe der Volatilität entscheiden die Optionsscheinhändler auf Grund der aktuellen Marktverfassung. Ist der Markt hektisch, „stellen“ sie die Voaltilität hoch und verteuern damit die Optionsscheine. Ist er dagegen „langweilig“, ist die Vola eher gering und die Scheine sind entsprechend günstig.

          Auch Dividendenüberraschungen (bei Aktienscheinen) und Zinssätze spielen eine Rolle. Allerdings ist ihre Bedeutung im Vergleich zur Kursentwicklung des Basiswertes und der Volatilität eher untergeordnet. Denn diese beiden Größen sind zumindest bei normalen Optionsscheinen eindeutig die wesentlichen „Werttreiber“.

          Alle „marktgetriebenen“ Preisfaktoren können sich gleichzeitig bewegen und damit Optionsscheinkurse stark schwanken lassen.

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