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Ölwerte : Argentinien bringt Repsol in die Bredouille

  • Aktualisiert am

Bei Repsol gibt es wenig zu feiern Bild: dpa

Spanische Unternehmen werden von der Argentinienkrise betroffen. Allen voran Repsol-Ypf, das bisher mehr als 50 Prozent seiner Erträge dort generierte.

          Argentinien ist weit, mag mancher denken, der über die dortigen Schwierigkeiten hört. Aber die Konsequenzen liegen auch für Europäer näher, als viele vermuten mögen. Denn vor allem spanische Unternehmen haben traditionell starke Verbindungen nach Latein-Amerika, allen voran die Banken, das Ölunternehmen Repsol-Ypf, das Telekommunikationsunternehmen Telefonica und der Stromerzeuger Endesa.

          So ist es wenig verwunderlich, dass diese Werte an der Börse in Madrid unter Druck stehen, Repsol liegt am Montag Nachmittag mit knapp acht Prozent im Minus bei 14,32 Euro, aber auch die Banco Santander Central Hispano und Telefonica liegen im Minus.

          Preiskontrollen und Sondersteuer belasten

          Denn die neue argentinische Regierung unter dem Präsidenten Eduardo Duhalde möchte die Krise nicht nur mit einer Abwertung des Peso überwinden, sondern führt gleichzeitig Preiskontrollen für Benzin und Gas ein. Ölexporte sollen sogar mit einer Sondersteuer in Höhe von bis zu 40 Prozent belegt werden.

          Davon dürfte vor allem Repsol-Ypf stark betroffen sein, ist doch das Unternehmen aus der Übernahme des privatisierten argentinischen Versorgers Ypf durch die spanische Repsol entstanden und entsprechend stark in Argentinien exponiert. Das Unternehmen erzielt mehr als 50 Prozent seiner Erträge in Südamerika. Berechnet auf Exporte in Höhe von 2,3 Millarden Dollar im Jahr 2000 könnte gerade die Exportsteuer Repsol bis zu 920 Millionen Dollar kosten und damit den Gewinn drastisch reduzieren.

          Abwertung und Verschuldung belasten

          Aber nicht nur das. Mit der Abkoppelung von Telefon-, Gas-, Öl- und anderen Servicepreisen vom Dollar und der staatlichen Festsetzung werden ausländische Unternehmen voll dem Abwertungsrisiko unterworfen. Konnten sie bisher mit Dollareinnahmen rechnen, dürften sie es künftig mit markanten Umrechnungsverlusten zu tun haben, wenn sie diese Posten in die stärkere heimische Währung umrechnen. Und wieder dürfte vor allem Repsol davon betroffen sein. Mit einem Verhältnis zwischen Schulden und Eigenkapital von etwa 120 Prozent ist das Unternehmen auch ziemlich stark verschuldet und gleichzeitig überdurchschnittlich von der Ölpreisentwicklung abhängig.

          Vor diesem Hintergrund werden Analysten für den Ausblick des Unternehmens zunehmend skeptisch. UBS Warburg hat beispielsweise den gesamten Ölsektor von "Neutral" auf "Untergewichten" heruntergestuft. Repsol auf "Reduce" von "Hold" mit einem Kursziel von 13,8 Euro. Das wäre ein weiterer Kursverlust von etwa zehn Prozent. Mag die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn für das Jahr 2002 auch relativ attraktiv aussehen, so besteht immer noch die Gefahr, dass die Erträge weiter unter Druck geraten und damit die Bewertung nach oben treiben könnten.

          Insgesamt dürfte es sicher interessantere Gelegenheiten geben als Repsol, wenn man unbedingt diese Branche spielen möchte.

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