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Ölkrise im Golf : Ist die Existenz von BP bedroht?

  • Aktualisiert am

Ölschwaden im Golf von Mexiko Bild: AP

Das Scheitern der Bemühungen, ein Öl spuckendes Bohrloch mit Schlamm und Zement zu versiegeln, führt aus Sorge über große Umweltschäden bei der Aktie von BP zu starken Kursverlusten. Bei näherer Betrachtung bieten die Papiere riskante Reize.

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          Für Anleger ist es nicht einfach, in den Energie- und Rohstoffsektor zu investieren. Denn sowohl der direkte Kauf von Rohstoffen oder Rohstoffkontrakten als auch der Erwerb von Aktien der in diesen Bereichen tätigen Unternehmen haben ihre Tücken.

          Während die Rohstoffpreise an sich durch abrupten Zu- und Abfluss von spekulativen Geldern zum Teil massiv verzerrt werden können, müssen die Unternehmen der Branche sowohl damit zurecht kommen als auch die operativen Risiken im Griff haben.

          Das Scheitern von Top Kill bringt die BP-Aktie unter Druck

          Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt, was das bedeuten kann. Sie bedroht nach Ansicht von Analysten nun sogar die Existenz von BP, nachdem bisher alle Versuche gescheitert sind, ein Öl spuckendes Bohrloch auf dem Boden des Golfs von Mexiko mit Schlamm und Zement zu verschließen. Nun droht das Öl zu fließen und die Umwelt zu verpesten, bis im August Entlastungsbohrungen abgeschlossen sind.

          BP-Vorstandschef Tony Hayward hat zugesagt, alle Schäden zu beseitigen. Das allerdings kann teuer werden. Aus diesem Grund reagiert die Börse in London am Dienstag mit Kursverlusten von bis zu 17 Prozent auf die Nachricht vom Scheitern der „Operation Top Kill“. Die Aktie liegt am Dienstagnachmittag mit einem Kurs von 420 Pence auf dem tiefsten Stand seit März des vergangenen Jahres.

          Nachdem in den vergangenen Wochen schon viel über die Zukunft von Tony Hayward bei dem Unternehmen und die Möglichkeit einer Dividendenkürzung spekuliert worden sei, habe sich die Situation inzwischen weiter entwickelt, schrieb Analyst Dougie Youngson von Arbuthnot Securities am Dienstag in einer Mitteilung. Jetzt laute die Schlüsselfrage, ob BP als Unternehmen in der gegenwärtigen Form überhaupt noch überleben könne.

          Die Kosten für die Beseitigung des ausgeflossenen Öls und für Klagen im Zusammenhang mit der Ölpest dürften auf bis zu zehn Milliarden Dollar steigen, erklärt der Analyst skeptisch. Allerdings scheinen manche Befürchtungen etwas überzogen sein. Immerhin hat BP in den Jahren 2006 bis 2008 im Durchschnitt umgerechnet rund 33 Milliarden Dollar verdient und selbst im Krisenjahr 2009 einen Gewinn von 24 Milliarden Dollar ausgewiesen. Das heißt, das Unternehmen ist bei aller Dramatik ohne weiteres in der Lage, eine Einmalbelastung in dieser Größenordnung zu tragen.

          Bei genauerer Betrachtung sieht sie allerdings reizvoll aus

          Das schließt allerdings nicht aus, dass es zu Übernahmeversuchen kommen wird. Denn sollte sich das Geschäft in den Vereinigten Staaten, das im vergangenen Jahr für 35 Prozent der Gesamterlöse verantwortlich war, sich aus Image- und juristischen Gründen nur unter einem anderen Management oder dem Dach eines anderes Unternehmen fortsetzen lassen, wäre eine Abtrennung wohl sinnvoll. Das würde den langfristig zu erwartenden Ertragstrom schmälern und das verbleibende Unternehmen im Wert mindern.

          Geht man allerdings vom durchschnittlichen Gewinn der Jahre 2006 bis 2008 aus, reduziert diesen um 35 Prozent und berechnet daraus das Kurs-Gewinnverhältnis, so ist die Aktie mit einer Kennzahl von knapp sechs im Moment sehr günstig zu haben. Tatsächlich hat auch Exxon eine ähnliche Krise ohne langfristige Wirkung überstanden. Möglicherweise ist es sogar ratsam, konträr zur Einschätzung des Analysten Arbuthnot zu handeln, der die BP-Aktie von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ zurückgenommen hat. Gerade beim Rat der Experten von Investmentbanken kann eine gewisse Skepsis nie schaden. Manchmal empfehlen sie ihren Kunden den Verkauf, um selbst günstig kaufen zu können.

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