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Ölkonzerne : Statoil-Aktie dürfte weiter wie geschmiert laufen

  • Aktualisiert am
Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Statoil.
          2 Min.

          Wie geschmiert läuft seit Monaten die Aktie des norwegischen Öl- und Gaskonzerns Statoil. Binnen Jahresfrist hat sich das Papier um gut 48 Prozent verteuert und in den vergangenen drei Monaten um 20 Prozent zugelegt. Damit hat sich Statoil sogar besser entwickelt als der Oil-Index, in dem elf große Öl-Aktien zusammengefaßt sind. Obwohl der Kursanstieg in der jüngsten Zeit unterbrochen worden ist, sieht auch die Monatsbilanz gut aus. Und die jüngsten Quartalszahlen erscheinen geeignet, der Aktie neuen Auftrieb zu geben.

          Statoil überrascht zur Wochenmitte angenehm. Der Konzern hat mehr umgesetzt und verdient als erwartet - trotz niedriger als erwartet ausgefallener Fördervolumina infolge vorgesehener Instandshaltungsarbeiten sowie nicht geplanter Streiks auf heimischem Territorium. Dabei lag der erzielte Durchschnittspreis je Barrell Öl (159 Liter) mit knapp 42 Dollar zwar 47 Prozent über dem Vorjahreswert, aber noch deutlich unter dem Niveau der vergangenen Wochen. Mithin dürften die Gewinne bei Statoil weiter sprudeln, zumal eine Wiederaufnahme der Arbeit erwartet wird und Branchenriese BP von anhaltend hohen Ölpreisen in den nächsten Jahren ausgeht.

          Gleichwohl ist die Statoil-Aktie auf dem deutschen Markt im Vergleich zum Vortag schwächer gestartet: Die Aktie büßte1,4 Prozent auf 11,35 Euro ein. Ihr Rekordhoch auf dem Frankfurter Parkett hat sie Anfang Oktober mit 12,70 Euro markiert. An der Heimatbörse in Oslo legt der Titel dagegen um 2,1 Prozent auf 96,50 Kronen zu; das Jahreshoch steht bei 103,5 Kronen.

          Gewinn stärker gestiegen als Umsatz

          Wie Statoil mitteilte, ist der Periodenumsatz um 32 Prozent auf 82,9 Milliarden Kronen gestiegen. Der Quartalsgewinn kletterte um knapp 36 Prozent auf 5,82 Milliarden Kronen oder 2,69 Kronen je Aktie. Dies war eines der besten Quartalsergebnisse der Unternehmensgeschichte, wie Konzernchef Helge Lund in Stavanger laut Dow Jones-vwd sagte. Analysten hatten mit einem Umsatz von 74,1 Milliarden Kronen und einem Periodengewinn von 5,64 Milliarden Kronen gerechnet. Mithin hat Statoil die Konsensprognosen geschlagen.

          Dabei ging die durchschnittliche Tagesproduktion von 983.000 Barrell vor Jahresfrist auf 965.000 Barrell zurück; Analysten hatten mit einem Anstieg auf 1,004 Millionen Barrell gerechnet. Daß Statoil dennoch mehr erlösen konnte, lag laut Lund an den deutlich gestiegenen Ölpeisen. Zudem ist der Gaspreis im Berichtszeitraum um fünf Prozent gestiegen. Da der Gaspreis dem Ölpreis nachläuft, dürfte es eine weitere und merkliche Steigeurng geben. Statoil macht 90 Prozent seiner Umsätze mit der Förderung von Öl und Gas, den Rest mit Raffinerie-Geschäften, wie Bloomberg anmerkt.

          Reiheweise Kaufempfehlungen - Im Branchenvergleich günstig

          Statoil zählt bei ABN Amro und Lehman Brothers mit BP zu den bevorzugten Öl-Aktien. Morgan Stanley meint, das Unternehmen profitiere mit am meisten von höher als erwartet pendelnden Preisen für das zähflüssige „schwarze Gold“. Mithin verwundert die große Zahl an Kaufempfehlungen nicht.

          Und in der Tat wirkt die Aktie weiter attraktiv. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,9 für dieses Jahr ist der Titel günstig bewertet. Im Branchenvergleich ist das KGV in der unteren Hälfte angesiedelt: BP ist mit 13 bewertet, ENI mit 11,6, OMV mit 9,4, Repsol mit 8,4 und Total mit 11,3. Folglich ist eine Voraussetzung für weitere Kursgewinne gegeben.

          Zudem sieht das Kursbild sehr vorteilhaft aus, die charttechnische Lage spricht also für den Titel. Statoil bewegt sich im Aufwärtstrend. Daran hat auch der Kursrückgang von gut 7,5 Prozent seit dem Jahreshoch nichts geändert (wobei anzumerken ist, daß viele Öl-Aktien in den vergangenen Tagen durchgeschnauft haben und bei Statoil der Sondereffekt der Streiks dazu kam). Und die anhaltend hohen Ölpreise sprechen fundamental für den Titel: Für Öl zur Lieferung im Jahr 2006 sind zuletzt gut 40 Dollar bezahlt worden. Aus Sicht von Morgan Stanley müßte der zuletzt bei über 51 Dollar liegende Preis für das Barrell Brent aber regelrecht zusammenbrechen und auf 20 Dollar sinken, um europäische Ölaktien teuer erscheinen zu lassen.

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